Björn Rother ist beim Drittligisten 1. FC Magdeburg nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Der Neuzugang aus Bremen beeindruckt durch Ruhe, Übersicht und wie zuletzt in Münster durch eine Torvorlage.

Die Szene vor dem entscheidenden 1:0 in Münster macht deutlicht, was Rother ausmacht. Der 21-Jährige eroberte in der eigenen Hälfte den Ball, setzte sich gegen einen Gegenspieler durch, dribbelte kurz, schaltete blitzschnell und passte den Ball kurz hinter der Mittellinie in den Lauf von Michel Niemeyer, der das Goldene Tor erzielte. „An dem Spielzug hat viel gepasst. Erst fange ich den langen Ball ab und dann habe ich noch einen Gegenspieler aussteigen lassen. Michel macht das Tor überragend“, gab der Neuzugang von Werder Bremen II die Komplimente freundlich zurück.

Unumstrittener Stammspieler

Rother hat sich beim FCM innerhalb weniger Wochen den Status des unumstrittenen Stammspielers erarbeitet. Dass er lieber den Torschützen Niemeyer hervorhebt, als seine sehenswerte Vorarbeit, spricht für die Art, wie er neben dem Platz auftritt. Der Spieler mit der Rückennummer 6 ist kein Freund der großen Worte, er lässt lieber Taten sprechen.

Im defensiven Mittelfeld besticht Rother durch eine für sein Alter enorme Abgeklärtheit. Er stopft Löcher, fängt Bälle ab und leitet wie in Münster Angriffe ein. Nicht immer fällt seine Spielweise so spektakulär wie vor dem 1:0 auf, trotzdem nimmt er gerade in der defensiven Zentrale eine Schlüsselrolle ein. Er sorgt mit dem häufig etwas offensiveren Kapitän Marius Sowislo dafür, dass die Balance stimmt.

Ein Spieler, den Härtel mag

Rother ist ein Spieler, wie ihn FCM-Trainer Jens Härtel besonders mag. Er überzeugt durch Leistung und ist die personifizierte Zuverlässigkeit. „Solche Siege wie in Münster freuen mich persönlich mit am meisten. Das sind Siege der Mentalität und die haben wir überragend gezeigt. Ich glaube, dass wir als Mannschaft extrem zufrieden sein können“, sagte er. „Nach dem 1:0 sind wir geschlossen als Team aufgetreten und haben das Selbstvertrauen gehabt, davon auszugehen, dass wir das Spiel gewinnen.“

Schon in Bremen war Rother zwei Jahre lang Stammspieler und feste Größe. Groß geworden bei Alemannia Aachen und Bayer Leverkusen entwickelte er sich Schritt für Schritt weiter. Bei Werder machte er zweimal den aufschreibenden Abstiegskampf in der 3. Liga durch und hatte mit seinem Team jeweils das bessere Ende auf seiner Seite.

Am kommenden Sonnabend (14 Uhr) will er sich allerdings gegen Werder durchsetzen, wenn der FCM die Bundesliga-Reserve in der MDCC-Arena zum Spitzenspiel empfängt. „Diese Partie ist für mich auf jeden Fall besonders. Ich freue mich auch schon darauf und hatte Kontakt mit meinen ehemaligen Mitspielern“, sagte Rother, schob aber direkt nach: „Geschenke gibt es in dieser Partie aber auf gar keinen Fall.“

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