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Von Jan Ahlers

Mit drei Zählern Vorsprung auf den dritten Platz verlebte der 1. FC Magdeburg eine eigentlich ruhige Woche. Nun gut, die Tabelle lügt noch ein wenig – mit dem Chemnitzer FC, Holstein Kiel und den Sportfreunden Lotte besitzen schließlich drei Verfolger noch (mindestens) ein Nachholspiel und können weiter aufschließen. Außerdem rückt eine völlig andere Diskussion in den Fokus.

Das Thema Trainer überlagert vieles

Es ist Cheftrainer Jens Härtel, der mit seinem überwältigenden Erfolg nahezu sämtliche Kritiker im FCM-Umfeld verstummen ließ und maßgeblich dazu beitrug, dass aus einem grauen Regionalligisten ein schlagkräftiger und attraktiver Drittligist geworden ist. Nun läuft sein Vertrag mit dem Saisonende aus – klar, dass Magdeburgs Verantwortliche um Sportchef Mario Kallnik den Fußballlehrer gerne weiter in ihren Reihen wissen würden. Aber Härtel lässt sich Zeit, die Verlängerung zögert sich hinaus. Möglicherweise muss der Fußballclub seinem wichtigsten Mann in den Vertragsbedingungen noch etwas entgegenkommen, wie aus mehreren Medien zu verlauten war. Ein kleines Pokerspiel hat begonnen, in dem Härtel allerdings die Asse förmlich aus den Ärmeln fallen: Niemand würde wegen kleinen Beträgen oder wenigen Vertragsparagraphen wirklich wagen, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden – dafür holt er schlichtweg zu viel aus den vorhandenen Mitteln heraus. So etwa den Aufstiegskampf, in dem sich der 1. FC Magdeburg aktuell eine komfortable Ausgangssituation erspielt hat.

Mainz ist kein Kanonenfutter

Und damit gehen wir über zu den Themen, die am Wochenende im Vordergrund stehen sollten: Die akuten sportlichen Belange, die sich im Heimspiel gegen den Tabellenletzten FSV Mainz 05 II widerspiegeln werden. Jens Härtel wird selbst wissen, wieso er auch diese Mannschaft nicht unterschätzten wird: Einerseits kassierte Magdeburg bereits in der Hinrunde eine 0:1-Niederlage, damals deutete noch alles auf eine ziemlich triste Saison hin. Andererseits war der Übungsleiter persönlich vor Ort, als die Mainzer am Karnevalswochenende mächtig Schabernack mit Preußen Münster betrieben und einen völlig verdienten 3:1-Erfolg einfuhren. Mit Notizblock ausgerüstet hatte Härtel jede Menge zu notieren – allen voran ein Philipp Klement in überragender Form dürfte ihm aufgefallen sein.

Härtel: „Nicht leicht, sich auf Mainz vorzubereiten“

Nicht leichter machen es einige Krankheiten, die den FCM aktuell beschäftigen. So fiel Gerrit Müller aus, aus der Stammelf mussten sich Florian Kath und Christopher Handke kurzfristig abmelden. „Aktuell ist das Wetter unangenehm, die Gefahr für Krankheiten ist stetig gegeben“, warnt Härtel. Über Mainz 05 stellte er fest: „Es ist nicht leicht, sich auf diese Mannschaft vorzubereiten. In Mainz war ich selbst überrascht, wer gegen Münster alles gespielt hat. Sie besitzen einen riesigen Bundesliga-Kader, aus dem immer wieder verschiedene Leute abgestellt werden.“ Außerdem erkannte Härtel: „Auch wenn Mainz vermeintlich abgeschlagen ist, hat sich das Team längst noch nicht aufgegeben. Sie wissen, was sie hier erwartet und ebenso, dass wir hier einen gewissen Druck besitzen.“ Mit einem Zähler werde sich demnach niemand wirklich zufriedengeben, sodass Härtel vermutet: „Wir werden ein interessantes Spiel sehen.“

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