Von Jan Ahlers

 

Am Sonntag gastiert der 1. FC Magdeburg in Frankfurt. Nach einem stetigen Auf und Ab im bisherigen Saisonverlauf befindet sich der FCM aktuell wieder im Aufwind. Ein Sieg könnte die Elbstädter vorübergehend wieder ins Verfolgerfeld vorrücken lassen. Schaut man sich jedoch die Bilanz des kommenden Gegners an, scheint diese Mission einem Glücksspiel zu gleichen.

FSV im kleinen Tief

Vieles hängt in der 3. Liga von der Tagesform des Gegners ab – und diese ist nicht bei jedem Verein sonderlich konstant ausgeprägt. Gerade der FSV Frankfurt stellt einen der Kandidaten dar, der zwischen Top und Flop so manches Mal nur wenig Spielraum besitzt. Der Saisonstart geriet völlig missraten, ehe die Bornheimer plötzlich aufdrehten und mit teils deutlichen Siegen (3:0 über den SC Paderborn, 4:1 über Preußen Münster, 6:0 über Fortuna Köln) in den Heimspielen die Liga aufmischten. Jüngst aber setzte es eine hochnotpeinliche 0:5-Niederlage beim Regionalligisten TSV Steinbach im Landespokal. Und auch das darauffolgende Auswärtsspiel beim Letzten FSV Mainz 05 II wurde mit 0:1 verloren. Wie soll sich der 1. FC Magdeburg auf diesen Gegner vorbereiten?

Wieder muss Magdeburg improvisieren

Wichtig erscheint allen voran, Topscorer Massimo Ornatelli nur geringe Freiheiten zu ermöglichen. Da kommt es dem FCM wohl nicht ungelegen, dass auch Nils Butzen nach seiner zwei Spiele andauernden Sperre wieder einsatzfähig ist – nach seiner fünften Gelben Karte mussten indes aber Jan Löhmannsröben aussetzen. Und auch Christian Beck, beim 1:0-Derbysieg über den Halleschen FC überhaupt nicht benötigt, muss nach einer zweifelhaften Roten Karte ein weiteres Spiel aussetzen. Zu guter Letzt ist auch Kapitän Marius Sowislo aufgrund seines gegen Halle erlittenen Platzverweises per Ampelkarte gesperrt. Eine neue Chance für Steffen Puttkammer? Er könnte neben Niklas Brandt die Räume zwischen Dreierkette und den offensiven Mittelfeldpositionen schließen. Im Sturm erscheint eine Beibehaltung der jungen Doppelspitze Julius Düker und Florian Kath nicht unrealistisch, aber auch ein Einbinden von Manuel Farrona Pulido in den Sturm ist nach seiner vollständigen Genesung eine Option.

Härtel bleibt im Hier und Jetzt

Dementsprechend viele Gedanken schweben durch den Kopf von Trainer Jens Härtel. „Ihre fußballerische Qualität ist unbestritten, allerdings hat Frankfurt zuletzt drei Pflichtspiele in Folge kein Tor kassiert“, analysierte Härtel den Gegner auf der Pressekonferenz und erwartet daher von den Bornheimern umso mehr Engagement vor eigenem Publikum. „Wir wollen hungrig bleiben und an die letzten beiden erfolgreichen Spiele anschließen“, will sich der Coach dagegen aber nicht auf mittelfristige Prognosen festlegen. „Wo wir am Jahresende herauskommen, damit beschäftige ich mich jetzt noch nicht.“ Lukrativ wird der Blick auf die Tabelle aber allemal – nicht erst aufgrund der Niederlage des Tabellendritten Chemnitzer FC am Freitagabend. Gelingt Magdeburg die Reifeprüfung in Frankfurt, dürfen sich die Elbstädter über eine Platzierung im Verfolgerfeld freuen. Das wäre, unabhängig vom weiteren Saisonverlauf, eine mehr als beachtliche Momentaufnahme.

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