Vor drei Jahren schoss Christian Beck vom 1. FC Magdeburg den FC Augsburg aus dem DFB-Pokal. In dieser Saison ist er aber noch torlos.

Von
Thomas Juschus

Magdeburg l Die 57. Minute aus dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal 2014/15 hat Christian Beck sofort im Gedächtnis abrufbar. Die Stelle auf dem Rasen, von der er am 17. August 2014 zum 1:0-Siegtreffer gegen den FC Augsburg traf, steuert er in der MDCC-Arena zielstrebig an. „Nico Hammann hat einen Freistoß von der Mittellinie geschlagen. Der Ball setzt einmal auf und geht über Callsen-Bracker. Dann habe ich mit links getroffen – der Rest waren nur noch Glücksgefühle“, beschreibt Beck die Szene.

Mit den Glücksgefühlen in der laufenden Drittliga-Saison ist das momentan so eine Sache – die Mannschaft spielt zwar erfolgreich, siegte zuletzt dreimal in Folge, Beck wartet aber noch auf sein erstes ganz persönliches Erfolgserlebnis. Boulevard-Zeitungen zählen schon wieder die Minuten, seit denen der Torschützenkönig der vergangenen Drittliga-Saison nicht mehr getroffen hat.

Mit dem Kaderumbau im Sommer hat sich auch die Spielausrichtung des FCM ein wenig verschoben. Die Offensive ist nicht mehr ganz so auf Beck zugeschnitten wie zuvor – das belegt schon die Statistik. Acht Tore in vier Spielen, sechs verschiedene Torschützen – nur eben nicht Beck. „Das Team zählt und nicht Christian Beck. Es funktioniert momentan sehr gut, dass ich die Gegenspieler binde und Räume für die anderen schaffe. Natürlich ärgert es einen Stürmer, wenn er nicht trifft. Das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft Erfolg haben – da stelle ich mich gern hinten an“, sagt der 29-Jährige und macht nicht viel Aufhebens um die neue Rolle: „Defensivarbeit musste ich schon immer leisten – eigentlich ist es nicht viel anders, vielleicht guckt man nur genauer hin.“

„Reiße mir den Arsch auf“

Nach den drei Siegen in Serie in der 3. Liga und mit dem Wissen vom 1:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen den FCA vor drei Jahren geht der FCM mit großem Selbstvertrauen in die Partie mit den Bayern. „Das Blöde ist nur, dass Augsburg schon mal hier war und genau weiß, was auf sie zukommt. Wir wollen es aber ihnen so schwer wie möglich machen“, sagt Beck, der ohnehin nicht an mangelndem Selbstbewusstsein leidet: „Jeder Zuschauer sieht, dass ich mir den Arsch aufreiße. Ich glaube, auch der Trainer erkennt, was ich leiste.“

Gegen den FCA setzt Beck auch auf den gefundenen Rhythmus – für die Gäste ist der Auftritt in der MDCC-Arena (Sonntag, 18.30 Uhr, live auf Sky) das erste Pflichtspiel. „Das ist ein ganz, ganz kleiner Vorteil. Wir wollen unsere kleine Chance nutzen – und natürlich möchte ich mich auch selber belohnen. Warum nicht gegen Augsburg?“, fragt er. Das Motto für Sonntag heißt also: Mach’s noch einmal, Beck!

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