Lohkemper setzt ein dickes Ausrufezeichen

Nachdem Felix Lohkemper zuletzt beim 1. FC Magdeburg ein Dasein als Reservist fristete, gelang ihm beim 2:3 in Fürth der Befreiungsschlag.

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Fürth l Minutenlang stand Felix Lohkemper noch auf dem Spielfeld, seine Hände in den Taschen der schwarzen Jacke vergraben. Den Kragen bis zur Nasenspitze hochgezogen. Kaum zu glauben, dass der Spieler, der sich nach Abpfiff des Auswärtsspiels am Freitagabend bei Greuther Fürth augenscheinlich am liebsten versteckt hätte, zuvor eine so furiose Partie abgeliefert hat.

Bislang spielte der Stürmer beim Fußball-Zweitligisten FCM kaum eine Rolle. In zehn Spielen wurde er bisher siebenmal eingewechselt – meist erst nach der 70. Minute –, nur drei bestritt er von Beginn an. Und Letztere nie über die vollen 90  inuten. Doch Trainer Michael Oenning schenkte ihm das Vertrauen – und lag goldrichtig.

Lohkemper überzeugte mit seiner Schnelligkeit und Zweikampfstärke. Vor dem 1:1-Ausgleich durch Christian Beck dribbelte er sich sehenswert durch den gegnerischen Strafraum, legte dann zu seinem Sturmpartner ab. Das 2:1 erzielte er selbst per Distanzschuss. Und noch mindestens drei weitere hochkarätige Torchancen hatte er auf dem Fuß.

„Ehrlich gesagt, bin ich trotzdem sprachlos“, sagte Lohkemper mit Blick auf den 2:3-Endstand. „Es war unsere beste Saisonleistung mit den meisten Torchancen. Genau diesen Ansatz wollen wir jetzt in der kommenden Partie wieder zeigen.“

Spaß im Training, Spaß im Spiel

Auf seine eigene Leistung wollte der 23-Jährige gar nicht richtig eingehen. Nur das sagte er dann doch: „Ich hatte im Training zuletzt schon richtig viel Spaß. Das habe ich dann im Spiel teilweise auch gut umgesetzt.“ Dennoch blieb er selbstkritisch: „Ich kann ein, zwei Tore mehr machen.“

Lob kam dagegen von Christian Beck: „Wir haben das sehr gut gemacht, ich habe mich neben ihm auch sehr wohl gefühlt“, meinte Beck. „Felix ist schnell, und wenn ich dann die langen Bälle verlängern oder in die Tiefe spielen kann, ist es enorm wichtig, dass da vorne eben auch ein schneller Spieler ist.“

Beck weiß, dass Lohkemper noch das ein oder andere Tor hätte erzielen können. „Aber der Junge hat seit langem wieder gespielt. Jetzt muss er darauf aufbauen, und ich bin guter Dinge, dass er uns noch weiterhelfen kann“, betonte der Kapitän.

Und auch Trainer Oenning scheint nicht abgeneigt zu sein, das Duo erneut in dieser Konstellation auflaufen zu lassen. Im Gegenteil: „Christian und Felix passen gut zusammen“, sagte der Coach. Unter Härtel war Lohkemper zwar „ein Kandidat, aber kein Startelfkandidat“. Nun ist er auf dem besten Weg, das zu ändern.

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