Von Manuel Holscher ›

Christopher Handke gehörte lange zu den Leistungsträgern beim 1. FC Magdeburg. Das ist vorbei. Es geht nur noch darum, wann er geht.

Magdeburg l Christopher Handke hat es in diesen Tagen schwer. Am Montag war er bei Geschäftsführer Mario Kallnik, sprach mit ihm über seine Zukunft. Auf dem Weg zurück zum Stadion telefonierte er – und wurde am Parkplatz ungewollt gestoppt. Die Zugänge waren verschlossen. Handke rüttelte energisch am Tor – ohne Erfolg. Selbst sein Transponder an der Eingangstür funktionierte zunächst nicht.

Vertrag wird nicht verlängert

Diese Szene passt zum momentanen Beziehungsstatus zwischen Handke und dem FCM. In einem sozialen Netzwerk würde dieser wahrscheinlich „Es ist kompliziert“ lauten. Die FCM-Verantwortlichen haben dem Innenverteidiger schließlich bereits vor der Winterpause gesagt, dass sie in der Rückrunde keinen Wert mehr auf eine gemeinsame Zukunft legen. Dass der auslaufende Vertrag auf keinen Fall verlängert wird.

Eine harte Entscheidung, ganz klar. Schließlich gehört Handke zum alten Kern der Mannschaft. Er hat sich große Verdienste erarbeitet, kam bereits 2013 zum Club. Mit Handke stieg der FCM 2015 in die 3. Liga auf. Im vergangenen Sommer war er ein wichtiger Spieler beim Zweitliga-Aufstieg, hatte immerhin 32 Drittligapartien auf dem Konto.

Handke hat mit dem FCM viel erreicht

Zwar pendelte er in seiner FCM-Zeit auch immer wieder zwischen Bank und Rasen. Er setzte sich aber häufiger als von manchem Beobachter gedacht gegen vermeintlich stärkere Konkurrenten durch. „Das ist für mich nichts Neues. Meine Stärke war immer, dass mein Frust auf dem Rasen nicht anzumerken war“, sagte Handke zu Saisonbeginn, als er unter Trainer Jens Härtel ebenfalls oft draußen saß. In dieser Saison kommt er auf sieben Zweitligaspiele und ein Tor, das er gegen Duisburg erzielte.

Aber: Die positiven Erinnerungen an diese Erfolge drohen unter dem Januar-Frost langsam zu verblassen.

Die Realität ist nämlich trist: Handke durfte nicht ins Trainingslager nach Spanien mitfahren. Stattdessen hielt er sich bei der U 19 fit, zog sich dort aber zu allem Überfluss auch noch eine Oberschenkelzerrung zu. Momentan dreht der Defensivspieler deshalb im Schatten der MDCC-Arena einsam seine Runden. Er hat sich zurückgezogen, spricht momentan nicht viel.

FCM-Trainer Oenning mit klaren Worten

Fakt ist: Unter dem neuen Trainer Michael Oenning hat er keine Chance mehr. Oenning bevorzugt passstarke Verteidiger. Er setzt auf Tobias Müller, Romain Brégerie, Dennis Erdmann und Steffen Schäfer. Für den kopfballstarken Handke bleibt da kein Platz. „Er weiß, dass es für ihn in diesem Verein schwierig wird, Fußball zu spielen“, stellte Oenning im Volksstimme-Interview während des Trainingslagers im südspanischen Novo Sancti Petri klar. Auch Geschäftsführer Mario Kallnik hat eine klare Meinung: „Es bringt aus meiner Sicht nichts, wenn Christopher bei uns ein halbes Jahr draußen sitzt.“

Nach dem Gespräch am Montag ist die Ausgangslage aber weiterhin unverändert. „Er hat Angebote und muss jetzt schauen, was er machen will“, so Kallnik. Der 29-Jährige ringt unterdessen noch mit sich und mit einer Entscheidung: Für ihn geht es darum, noch vor Ende der Winter-Transferphase am 31. Januar zu wechseln oder den Kontrakt bis zum Saisonende auf der Tribüne abzusitzen. Bisherige Verhandlungen mit den Drittligisten Jena und Meppen scheiterten, auf die Regionalliga hat er nach eigener Aussage keine Lust.

Nie mehr im FCM-Trikot

Fest steht: Das FCM-Trikot wird Handke nicht mehr tragen. Nach sieben Zweitliga-, 95 Drittliga- und 42 Regionalligaspielen geht eine für ihn unter dem Strich sehr erfolgreiche sportliche Zeit beim Club zu Ende – entweder in den kommenden Tagen oder spätestens im Sommer. Es liegt an Handke, mit welchen Erinnerungen er den FCM verlassen möchte.

„Er muss jetzt eine Entscheidung für seine Karriere treffen“, bringt Oenning die Situation auf den Punkt.

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