Von Dennis Uhlemann ›

Mit dem 2:0-Sieg gegen Ingolstadt hat der FCM seinen Erfolgslauf ausgebaut. Ein ungleiches Duo in der Offensive steht dabei im Fokus.

Magdeburg l Die Vorfreude auf das geglückte Osterfest konnten Peter Fechner und Lutz Petermann, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Magdeburg, am späten Samstagnachmittag wahrlich nicht verbergen. Den 2:0 (1:0)-Heimsieg ihres Drittligisten gegen Ingolstadt bejubelten sie schon wenige Minuten vor dem Schlusspfiff mit Applaus und „FCM“-Sprechchören.

Vor der Pandemie hätte es vermutlich nicht nur ein verhaltenes Jubeln von der VIP-Loge gegeben, sondern die gesamte Arena wäre „explodiert“. Denn für den FCM war das nun wirklich kein normaler Heimsieg. Mit dem 2:0 gegen den Tabellendritten setzt die Mannschaft von Coach Christian Titz die jüngste Erfolgsserie fort und baut ihre Ausbeute auf 13 Punkte in den vergangenen fünf Spielen aus.

Was in der Formtabelle dieses Zeitraums den ersten Platz für die Magdeburger bedeutet. Punktgleich vor dem FC Hansa Rostock, dem Gegner im kommenden Auswärtsspiel am Sonnabend um 14 Uhr. Zudem war es nach den Erfolgen gegen Kaiserslautern (1:0) und Bayern München II (2:0) der dritte Zu-null-Sieg in Folge, was es zuletzt in der Aufstiegssaison 2017/18 gab.

Entwicklung spricht für den FCM

Doch viel wichtiger als diese Statistiken ist für den FCM der Blick auf die Tabelle. Denn dort springen die Magdeburger auf den 15. Rang und haben wieder deutlich bessere Karten im Kampf um den Ligaverbleib. Mit einem 2:0-Sieg in Ingolstadt rettete Blau-Weiß im Vorjahr den Klassenerhalt. Ist der erneute Erfolg gegen die „Schanzer“ ein gutes Omen?

Die aktuelle Entwicklung spricht jedenfalls klar für den FCM, der unter Neutrainer Titz wieder attraktiven und vor allem erfolgreichen Fußball zeigt. Dem 50-Jährigen imponierte gegen Ingolstadt vor allem die erste Halbzeit, „wie wir angelaufen sind, uns Bälle erobert und das Spiel kontrolliert haben“. Genau das macht den Titz-Fußball aus. Und das zeigt der FCM momentan eindrucksvoll. Gegen Ingolstadt fielen zudem die Tore genau zum richtigen Zeitpunkt. Nicht nur das 1:0 von Baris Atik (12.), das bisher schnellste Saisontor des FCM und der erste Treffer überhaupt in der Anfangsviertelstunde, kam wie gerufen, sondern auch das 2:0 durch Kai Brünker (51.), als der Gegner mit drei neuen Spielern auf dem Platz deutlich mehr Druck entwickelte.

Abwehr wieder stabiler

Da konnten es die Elbestädter auch verkraften, dass sie folglich „mit dem Ball weniger Akzente gesetzt“ oder „die Möglichkeiten schludrig genutzt“ hatten, wie Titz kritisierte. „Wir mussten es dann über die Zeit bringen, in dem wir es sauber verteidigen. Und das haben wir trotzdem gut gemacht“, freute sich der Trainer. Und zwar „mit Galligkeit und Griffigkeit“. Und mit einer sehr variablen Abwehrformation, die unter Kapitän Tobias Müller und Routinier Alexander Bittroff ihre Stabilität aus der Vorsaison zurückgewonnen hat.

Doch zum Positivlauf zählt neben der verbesserten Defensive natürlich auch die Angriffsreihe. „Wie wir als gesamte Truppe nach vorn auftreten, ist sehr gut“, freute sich Titz, der aber nicht umhinkam, ein Duo besonders zu loben. Denn Atik und Brünker, die beiden Torschützen gegen Ingolstadt, die sich ihre Treffer auch noch jeweils vorlegten, sind momentan die Schlüsselspieler im Angriff. „Das ist etwas ganz Einfaches im Leben, eine Form der Chemie. Die beiden verstehen sich einfach“, begründet Titz das gute Zusammenspiel des 1,69 Meter kleinen Dribblers und des nicht weniger als 21 Zentimeter größeren Stoßstürmers. Atik sei sogar auf Brünker fokussiert, weil ihm dieser immer wieder Bälle frei presse oder ablege.

„Wir verstehen uns blind auf dem Spielfeld und ergänzen uns sehr gut“, sagte Brünker. Was gegen Ingolstadt eindrucksvoll zu sehen war. Dass Atik als Winterneuzugang fabelhaft eingeschlagen hat, stand schon vor dem Ingolstadt-Spiel fest, als der 26-jährige Deutsch-Türke seine Quote im FCM-Dress aber noch einmal auf sieben Torbeteiligungen (vier Tore, drei Vorlagen) in sieben Spielen ausbaute.

Nicht nur der Panzer, die ganze Mannschaft kommt ins Rollen

FCM-Stürmer Kai BrünkerKommt nach seinem dritten Saisontor nun auch der „Panzer“, wie der wuchtige Stürmer Brünker genannt wird, ins Rollen? „Nicht nur der Panzer, die ganze Mannschaft kommt ins Rollen“, betonte der ebenfalls 26-Jährige, der vor der aktuellen Saison aus Großaspach kam und sich nach zwischenzeitlich acht Spielen in Folge auf der Tribüne eindrucksvoll in die Startelf kämpfte.

Andere Angreifer seines Formats wie Christian Beck oder Saliou Sané standen am Sonnabend gar nicht erst im Kader. „Es ist egal, ob ich noch ein Back-up auf der Bank habe oder wer in der Startelf steht“, sagte Brünker, „wichtig ist, dass wir als Mannschaft funktionieren, das Ruder weiter rumreißen und unsere Erfolgsserie fortsetzen.“

Brünker steht für Kampfgeist

Die Nummer neun ist jedenfalls auch ein neues Gesicht des Kampfgeists beim FCM, spielte er gegen Ingolstadt doch auch noch weiter, nachdem er in beiden Waden Krämpfe verspürte. „Ich weiß nicht, woran das lag, werde das aber mit den Physios abklären“, so Brünker. Vielleicht, weil er nach seinem Treffer Kumpel Baris auf der Schulter tragen musste? „Das habe ich ehrlich gesagt gar nicht gemerkt“, meinte Brünker lachend und ergänzte, dass er „voller Adrenalin“ gewesen sei.

Ob bei der gesamten Mannschaft um das ungleiche Offensivduo oder bei den jubelnden Fechner und Petermann auf der Tribüne – beim FCM ist die Leichtigkeit zurückgekehrt. Und das im schweren Abstiegskampf der 3. Liga genau zum richtigen Zeitpunkt.

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