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Zwei Tore, aber kein Sieger im Drittliga-Ostderby zwischen dem Chemnitzer FC und dem 1. FC Magdeburg. Eine Punkteteilung, die sich der CFC verdient hat, die mit Blick auf das Aufstiegsrennen aber nur den Gästen etwas nützt.

Von Thomas Scholze
erschienen am 04.04.2017

Chemnitz. Schon auf den ersten Blick wurde auch am Dienstagabend in der Community4you-Arena eines der Chemnitzer Probleme deutlich: die vielen leeren Plätze. Zwar war der Gästeblock mit 1500 Fans komplett gefüllt, der Rest des Stadions nicht. Nur gut 8000 Zuschauer (die FCM-Fans eingerechnet) wollten den Ostklassiker sehen. Zum Vergleich: Am vergangenen Samstag beim Duell der Magdeburger gegen Rot-Weiß Erfurt waren mehr als 20.000 dabei. In einer vergleichbar großen Stadt mit vergleichbaren Ambitionen. Beide Spiele wurden live im Fernsehen übertragen, bei beiden ging es um viel. Nur in Chemnitz wollen das – auch wenn man die späte Anstoßzeit und die kühle Witterung berücksichtigen muss – (zu) wenige sehen.

Sven Köhler hatte gegenüber dem schwer erkämpften Sieg in Mainz eine Änderung in seiner Startelf vorgenommen: Dennis Mast kehrte nach abgesessener Rot-Sperre auf seine Position auf der linken Außenbahn zurück, Dennis Grote musste auf die Bank.

Die Magdeburger begannen in ihrem bewährten 3-4-3-System, verzichteten auf das Harakiri des Hinspiels. Im Oktober hatte der CFC beim 4:2-Sieg an der Elbe (Tore: zweimal Fink, Grote und Frahn) alle drei Punkte entführt. FCM-Trainer Jens Härtel ließ sogar seinen Top-Torjäger Christian Beck draußen. Überhaupt war mit Düker, Chahed und Cwielong das komplette Offensivtrio ein anderes als zuletzt – Rotationsmöglichkeiten in kräfteraubenden englischen Wochen, die Magdeburg hat, Chemnitz ohne Qualitätseinbuße nicht.

Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie – mit mehr Spielanteilen für die Gäste, mit oft fehlerhaften Pässen schon im Aufbauspiel auf Seiten der zumindest sehr energisch in die Zweikämpfe gehenden Hausherren. Aber auch mit einigen gefährlichen Kontern. Daniel Frahn lief schon in der 2. Minute frei in den Sechzehner, zögerte aber bei Abschluss und dribbelte mit dem Ball ins Aus. Als Philip Türpitz sich auf der rechten Seite den Ball erkämpft hatte und in die Mitte auf den mitgelaufenen Dennis Mast flankte, brachte FCM-Verteidiger Christopher Handke in letzter Sekunde noch den Fuß dazwischen (13.). Den überhaupt ersten Schuss in Richtung Magdeburger Kasten gab Anton Fink nach 28 Minuten ab – aus der Distanz, ohne Schmackes, und auch noch vorbei. FCM-Keeper Leopold Zingerle war 36 Minuten arbeitslos. Erst als Dennis Mast (nach Türpitz-Vorarbeit) von der Strafraumgrenze abzog, war Zingerle gefordert und hatte Glück, im Verbund mit Nils Butzen den ersten Treffer des Abends zu verhindern (37.).

Sehr viel Spannendes passierte auch für Kevin Kunz lange nicht. Nur als Berkay Dabanli den Ball leichtfertig hergeschenkt hatte und Tobias Schwede schießen durfte, musste der CFC-Schlussmann sein Können zeigen (31.).

Mit neuem Elan kamen die Himmelblauen aus der Kabine, Mast (einen Schritt zu spät/46.) und Türpitz (aus spitzem Winkel übers Tor/48.) setzten die ersten Akzente der zweiten Hälfte. Dann kamen die Magdeburger. Chahed scheiterte knapp (51.), dann rettete Kevin Conrad in höchster Not (53.). Die Zurückhaltung war auf beiden Seiten längst abgelegt, noch einmal prüfte Türpitz Zingerle, der diesmal nachfassen musste (57.). Dann köpfte Daniel Frahn – inzwischen wegen einer Kopfverletzung turbangeschmückt – den Ball in die Maschen, der Tor-Tusch lief schon, doch der Treffer wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht gegeben (64.). Eine Fehlentscheidung. Sowislos Kopfball auf der anderen Seite zählte. Nach einem Eckball hatte der Magdeburger Kapitän die Kugel aus Nahdistanz eingenickt (69.). Der CFC stemmte sich gegen die Niederlage, wurde spät durch Dabanlis Ausgleichstreffer (ebenfalls per Kopf nach einer Ecke) belohnt (89.).

Statistik

Chemnitzer FC: Kunz – Bittroff, Dabanli, Conrad, Cincotta (79. Baumgart) – Danneberg, Jopek (V) – Türpitz (66. Grote/V), Fink, Mast – Frahn (66. Hansch). Magdeburg: Zingerle – Handke, Puttkammer (V), Hammann – Löhmannsröben (V), Sowislo – Butzen, Schwede (V/70. Niemeyer) – Chahed (V), Düker (68. Beck), Cwielong (60. Farrona Puliido).

Schiedsrichter: Siebert (Berlin). Zuschauer: 8392. Tore: 0:1 Sowislo (69.), 1:1 Dabanli (89.)

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