Keine Zeit für Euphorie

Der 1. FC Magdeburg hat mit dem zweiten Sieg in der Rückrunde Platz zwei verteidigt. Trotzdem ist keine Zeit für Euphorie.

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Magdeburg l Für Trainer, Mannschaft, Offizielle und den Anhang war es eine harte Geduldsprobe. Am Ende stand beim 1:0 (0:0) gegen Preußen Münster zwar der zweite Sieg in der Rückrunde in den Statistiken, die Freude über den Arbeitssieg fiel aber eher verhalten aus. „Es war ein hartes Stück Arbeit. Diesmal wurde unser Aufwand belohnt, weil wir ein Tor gemacht haben“, gab Kapitän Marius Sowislo nüchtern zu Protokoll. Euphorie kam nicht auf. Zum einen geht es schon am Dienstag weiter, zum anderen übertünchte das Ergebnis Schwächen im Spielaufbau.

Dass der Erfolg verdient war, daran gab es keinen Zweifel. Am Ende musste ein Elfmeter herhalten, um das massive Abwehrbollwerk der Gäste zu knacken (siehe Extra-Story). Spielerisch lief an diesem Abend beim FCM vor 17 741 Zuschauern in der MDCC-Arena nicht viel zusammen. „Münster hat noch tiefer gestanden als wir es erwartet hatten und uns die Spielkontrolle überlassen. Da hatten wir nicht so ganz viele Lösungsmöglichkeiten“, räumte Trainer Jens Härtel nach der Partie ein. „Unser Spiel sah nicht immer gut aus. Wir haben aber auch nichts zugelassen und die Preußen-Konter unterbunden“, lobte Härtel. Das war knapp eine Woche vorher gegen Schlusslicht FSV Mainz 05 II nicht geglückt, Quittung war die bittere 1:2-Heimniederlage. Härtel: „Wichtig war, dass wir diesmal das Spiel gewonnen haben.“

Einen guten Startelf-Einstand gab ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Preußen Münster Winter-Neuzugang Charles Elie Laprevotte. „Meine Leistung war okay“, sagte der 24-Jährige, war aber nach Wochen auf der Bank von Euphorie meilenweit entfernt. Nach 80 Minuten musste der Franzose, dessen Landsmann und Kumpel Stéphane Tritz das Foul vor dem entscheidenden Elfmeter verursachte, mit Wadenkrämpfen vorzeitig vom Feld, erntete aber positive Kritiken von Cheftrainer Härtel: „Für so ein schwieriges Spiel war seine Leistung schon in Ordnung. Man hat gesehen, dass er ein ballsicherer Spieler ist, er hat wenig Fehler gemacht.“

Bereits heute geht es für die Mannschaft nach Bremen, dort steht am morgigen Dienstag die Partie bei der Werder-Reserve (Platz 11, 18 Uhr) an. Bei den Hanseaten erwartet den FCM eine richtig schwere Aufgabe – der Werder-Nachwuchs ist neben dem FSV Zwickau und dem SVW Wiesbaden die Mannschaft der Stunde der 3. Liga. Mit dem 1:0-Sieg in Unterzahl beim FSV Mainz 05 II schraubte die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt ihre Punktausbeute in diesem Jahr auf stolze 14 Zähler. Lohn ist der Sprung auf Tabellenplatz zehn. Spielpraxis sammelt bei Werder II momentan Justin Eilers. Der Torschützenkönig der 3. Liga 2015/16 war im Sommer von Dynamo Dresden nach Bremen gewechselt, dort bremste ihn aber eine langfristige Verletzung aus.

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