Nach der Punkteteilung zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Magdeburg heißt die Frage: Punktgewinn oder -verlust?

Kiel l „Das ist heute ein Sechs-Punkte-Spiel. Da geht was“, stachelte Kiels Stadionsprecher die Rekordkulisse, darunter annähernd 2000 FCM-Fans, am Sonnabend im Holstein-Stadion an. Und die Gastgeber setzten die Härtel-Elf auch von Beginn an mächtig unter Druck. Die war aber mit Glück und Geschick zumeist Herr der Lage, ließ im ersten Abschnitt praktisch nichts zu, fabrizierte aber auch manchen Fehler, wie zum Bespiel Jan Löhmannsröben mit drei „Kerzen“ in Folge im eigenen Strafraum.

Die Kieler schlugen die technisch feinere Klinge, ließen aber oft den letzten Pass vermissen. Die Magdeburger verdaddelten ihre wenigen Konter gegen die drängenden Störche (5:0 Ecken nach 22 Minuten) zumeist. So übersah Florian Kath die mitgelaufenen Christian Beck und Christopher Handke, schloss eigensinnig ab (24. Minute). Beck wiederum bemerkte wenig später den mitgelaufenen Nils Butzen nicht (34.).

Auch nach der ersten und einzigen Ecke der Elbestädter drosch Kath den Ball weit über das KSV-Gehäuse. Zuvor prüfte Nico Hammann den alles andere als sicheren Kieler Keeper Kenneth Kronholm mit einem listigen Freistoß ins kurze Eck, der aber auch nichts einbrachte. Da die Gastgeber nach vorn auch keine Bäume ausrissen, blieb es zur Pause beim 0:0.

Vier Minuten nach Wiederbeginn ließ Kath die FCM-Fans in der vollbesetzten Ostkurve jubeln, als er ein Zuspiel von Michel Niemeyer aufnahm und sein Linksschuss dank der Mithilfe des Kielers Christopher Lenz im KSV-Tor landete.

Das Gegentor lähmte die Gastgeber nur kurz. Sie starteten wütende Angriffe, während der gelb-rot-gefährdete Jan Löhmannsröben für Charles Elie Laprevotte Platz machte. Kingsley Schindler (53., über das Tor) und Marvin Duksch mit einem Heber, den Leopold Zingerle wegfischte (60.), hatten die dicksten Möglichkeiten, während der FCM bei den wenigen Ausflügen nach vorn erneut die letzte Konsequenz vermissen ließ.

Dann wurde es in der Schlussphase richtig turbulent. Erst traf Marius Sowislo („Ball und Gegner waren in meinem Rücken. Ich habe ihn gar nicht gesehen.“) im Strafraum den heranstürmenden Tim Siedschlag. Der Routinier scheiterte aber mit dem schwach geschossenen Elfmeter an Zingerle (83.) . Bei der anschließenden Ecke setzte sich zunächst der lange Dominic Peitz gegen den zögernden Tarek Chahed durch und verlängerte auf den am langen Pfosten lauernden Rafael Czichos, den Hammann und Richard Weil aus den Augen verloren hatten. Der Holstein-Kapitän köpfte unbedrängt zum 1:1 ein.

„Der Ärger über das Remis überwiegt schon, wir waren so nah dran“, beantwortete Zingerle später die Frage nach Punktgewinn oder -verlust. „Wir halten den Abstand auf Kiel, können mit dem Punkt besser leben“, bewertete FCM-Torschütze Kath das Remis. „Wir können den Punkt als gewonnen sehen“, meinte Kiels Dominik Schmidt.

„Wir haben es versäumt, das zweite Tor zu machen, waren drauf und dran, drei Punkte mitzunehmen, haben aber unser Minimalziel erreicht“, war FCM-Trainer Jens Härtel hin- und hergerissen.

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