Von Anne Toss ›

Immer wieder stand eine baldige Rückkehr von Mario Kvesic beim 1. FC Magdeburg im Raum. Jetzt kam alles anders.

Magdeburg l „Wir haben das zu positiv gesehen“, betonte Stefan Krämer. Selbstkritische Töne, weil der Trainer des 1. FC Magdeburg bei der Personalie Mario Kvesic gewaltig zurückrudern musste.

Der Spielmacher sollte ja schon gegen den Halleschen FC, dann vielleicht im Landespokal am Samstag sein Comeback geben. Doch jetzt passiert nichts dergleichen. Kvesic wurde gestern in Cottbus an der Leiste operiert.

FCM-Coach zu optimistisch

„Als wir die Prognosen abgegeben haben, befand er sich auf einem guten Weg. Wieso sollte ich dann nicht sagen, wie es ist? Wir waren also guter Dinge, dass er diese Woche wieder voll einsteigen kann. Dann sind aber Schmerzen dazugekommen“, berichtete Krämer nun. In Cottbus ließ sich Kvesic vom Spezialisten Andreas Koch untersuchen. Der riet zur Operation.

FCM entscheidet sich für OP bei Kvesic

„Wir haben daraufhin gesagt: Wenn das kurzfristig möglich ist, dann machen wir es jetzt direkt. Wir haben viele verschiedene Maßnahmen ausprobiert. Bevor eine unendliche Geschichte daraus wird, machen wir lieber jetzt den Cut“, erklärte Krämer.

Anfangs war bei dem 27-Jährigen ja von einer Verhärtung im linken Fuß die Rede gewesen. „Er hat sich mit mehreren Sachen herumgeschlagen. Die Fußverletzung hatten wir ganz gut im Griff“, stellte Krämer klar, „jetzt kamen die Leisten-Probleme hinzu.“

Die Konsequenz für den FCM ist: Der Mittelfeldspieler soll erst nach der Winterpause am 2.  Januar ins Mannschaftstraining zurückkehren. In den kommenden Tagen wird er erst einmal in Cottbus bleiben, dann voraussichtlich für zwei Wochen Reha-Maßnahmen bestreiten. Vorausgesetzt natürlich, es läuft alles nach Plan.

„Er wäre quasi unser erster Neuzugang im neuen Jahr“, sagt Krämer. Denn: „Wenn man ganz ehrlich ist, war er schon in den Spielen, die er für uns absolviert hat, nie ganz schmerzfrei. Dadurch war er auch nie komplett frei im Kopf. Und obwohl er brennt, konnte er bis jetzt noch nicht zeigen, was er kann. Das hat auch an ihm genagt“, sagt der Cheftrainer. Dennoch hatten die Verantwortlichen des FCM Kvesic im September ein Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreitet.

FCM beißt in sauren Apfel

Da der FCM schon seit Monaten ohne Kvesic auskommen muss, verändert sich durch die neue Hiobsbotschaft erst einmal nicht viel. „Die sechs Wochen, die jetzt noch einmal dazukommen, machen tatsächlich nichts mehr aus“, meint auch Krämer. Allerdings hätte er den erfahrenen Spielmacher, der ja dafür verpflichtet wurde, das Offensiv-Spiel anzukurbeln, gerne zur Verfügung. „Wir haben gemerkt, dass uns genau so ein Spieler fehlt. Besonders zu Beginn der Saison. Mittlerweile finden wir Lösungen – auch ohne diesen Spieler. Aber wenn er wieder da ist, macht es das auch für uns einfacher“, sagt Krämer.

Letztlich beißt der Trainer auch in den sauren Apfel, weil er weiß: „Lieber habe ich einen Mario Kvesic ab Januar mit 100 Prozent zur Verfügung, als ihn jetzt mit 70 Prozent weiter durchzuquälen. Das bringt ja keinen weiter.“

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