Volksstimme vom 19.08.2015
Autor: Uwe Tiedemann

FCM-Sportchef freut sich über Traumstart / Schlosser kann gehen

Die Euphorie, die rund um den 1. FC Magdeburg herrscht, lässt auch Sportchef Mario Kallnik nicht los. „Wie sich der gesamte Verein derzeit präsentiert, ist einfach überragend“, freut sich der 40-Jährige, der ansonsten mit Superlativen eher sparsam umgeht.

Magdeburg l Nach drei Spieltagen sind die Elbestädter noch ungeschlagen und sensationell Tabellenzweiter. Wie Trainer Jens Härtel spricht zwar auch Kallnik „von einer Momentaufnahme, die man auf keinen Fall überbewerten darf“, doch er zeigt sich zugleich vom „Bombenstart“ sehr angetan.

Vor allem der 2:1-Triumph im Derby gegen den HFC – noch dazu 74 Minuten lang in Unterzahl – hat Kallnik begeistert: „Auf dem Platz war das Leidenschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl pur. Und auf den Rängen haben sich die Fans fantastisch verhalten. Dieses gemeinsame Auftreten ist die Basis für den Erfolg.“

Ein Erfolg, den sich die Mannschaft aber Woche für Woche neu erarbeiten und ans Limit gehen muss. Die nächste Auswärtshürde wartet am Freitag (19 Uhr, Platz „11“) bei der U 23 von Werder Bremen. Wenn vor allem zwei Kriterien erfüllt werden, sieht Kallnik reelle Chancen, auch weiterhin ungeschlagen zu bleiben: „Erstens kommt es darauf an, so konzentriert aufzutreten, wie wir das in der vergangenen Regionalliga-Saison bei den zweiten Mannschaften von Union Berlin und Hertha BSC umgesetzt haben. Zweitens hängt viel davon ab, wie die Spieler den Sieg über den HFC verarbeitet haben. Ich meine damit die vielen Lobeshymnen und Schulterklopfer. Das darf jetzt keine Rolle mehr spielen.“

Vielleicht ist es zudem von Vorteil, dass die Werder-Profis ebenfalls an einem Freitagabend (bei Hertha BSC) ran müssen, die „Reserve“ also von „oben“ keine Unterstützung erwarten kann.

Die Marschroute für Kallnik in den nächsten Wochen steht jedenfalls fest. Seine Devise: „Cool bleiben. Ich denke, dass wir gewappnet sind für die weiteren Aufgaben. Wir wollen ehrgeizig, aber eben nicht übermütig auftreten.“ Und das mit einer Mannschaft, die zu Beginn der Saison keinerlei Drittligaerfahrung besaß. Kallnik sieht sich nun bestätigt: „Wir haben den Beweis angetreten, dass so etwas funktionieren kann.“

Mittlerweile hat sich der Club mit dem kanadischen Nationalspieler André Hainault verstärkt, der immerhin 216 Profieinsätze vorweist. „Wir hatten im Vorfeld viele Infos über ihn eingeholt, sind jetzt froh, dass er da ist. Er passt in die Mannschaft, verfügt zudem über eine gute Mentalität“, berichtete Kallnik.

Sorgenkind im Team bleibt dagegen Marcel Schlosser. Kallnik dazu: „Der Trainer hat ihm mitgeteilt, dass es so nicht reicht und wir ihm keine Steine in den Weg legen. Nun liegt es am Spieler zu reagieren. Rausekeln werden wir ihn nicht, er hat schließlich noch Vertrag, hoffen aber, dass er bis Ende August einen neuen Verein findet. Konkrete Anfragen gibt es bislang allerdings keine.“

Bleibt die Frage, wie Kallnik die Chancen einschätzt, dass sich der FCM vielleicht sogar oben festsetzen kann? Seine Antwort: „Damit beschäftigen wir uns nicht. Hauptziel ist es, so schnell wie möglich 43 Punkte zu holen. Wenn wir die erreicht haben, können wir über andere Dinge reden.“

Das Zuschauerinteresse ist weiter ungebrochen. Wie der Club mitteilte, sind fürs nächste Ostderby gegen den Chemnitzer FC am kommenden Dienstag (20.30 Uhr) bereits gut 12 000 Karten verkauft worden.

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