Mario Kallnik, Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg, fordert, dass der DFB ein transparentes Strafensystem ins Leben ruft.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Positiv bewertet Kallnik den Vorstoß von DFB-Präsident Reinhard Grindel, der gestern zum Dialog mit den Ultras aufforderte und Kollektivstrafen infrage stellte.

Die Bilder von den Spielunterbrechungen und dem Abrennen von Pyrotechnik im DFB-Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC Berlin sind auch bei FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik noch präsent. „Wenn ich das sehe, dann frage ich mich schon, wohin der Weg geht“, sagt er.

Kallnik stellt klar, dass er den Weg des Austausches zwischen Vereinen und Fans bevorzugt, sagt aber auch: „Unter der Voraussetzung, dass das Mittel von Gewalt und der Einsatz von Pyrotechnik zur Schädigung der Gesundheit von Menschen führt, für die aktive Fanszene nicht verhandelbar ist, lehnen wir den Dialog grundsätzlich ab. So etwas gehört nicht ins Stadion.“

Pyroeinsatz soll unterschieden werden

Der Geschäftsführer betont auf der anderen Seite, dass er klar zwischen den Randalierern in Rostock und dem kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik im Rahmen einer Choreografie unterscheiden möchte. „Viele Fans befürchten den Verlust der Fankultur und kritisieren eine immer größere Kommerzialisierung im Fußball. Darüber müssen wir sprechen und ihre Sorgen ernst nehmen. Die Grundlage dafür ist aber, dass wir Grundregeln einhalten. Zu diesen Regeln gehört, dass Menschen und Inventar nicht durch Gewalt und Randale geschädigt werden“, so Kallnik.

Positiv bewertet er den Vorstoß von DFB-Präsident Reinhard Grindel, der gestern beim sich zuspitzenden Konflikt mit einigen Ultra-Gruppierungen Gesprächsbereitschaft signalisiert und sich überraschend für eine vorübergehende Aussetzung von Kollektivstrafen starkgemacht hat (siehe untenstehenden Beitrag).

In einer Stellungnahme rief der 55-Jährige zudem zum Dialog auf und mahnte die Ultras zum Gewaltverzicht. „Der DFB empfiehlt seinem Kontrollausschuss, bis auf Weiteres darauf zu verzichten, Strafen zu beantragen, die unmittelbare Wirkung auf Fans haben, deren Beteiligung an Verstößen gegen die Stadionordnung nicht nachgewiesen ist“, sagte Grindel am Mittwoch.

Ein Beispiel, wie Pyrotechnik ohne Gewaltabsicht eingesetzt werden kann, hätten laut Kallnik die FCM-Fans im DFB-Pokalspiel gegen Augsburg vor der Partie gegeben. Einige Minuten vor dem Anpfiff gab es in Block U blauen und weißen Rauch, der Teil einer Choreografie war. „Darüber sollten wir reden, dass solche Aktionen nicht ähnlich wie die Randale in Rostock bestraft werden“, fordert der FCM-Geschäftsführer.

Klar formuliertes Strafensystem

Vielmehr müsse der DFB laut Kallnik ein transparentes Strafensystem einführen. „Es muss wie im Straßenverkehr klar geregelt werden, welche Strafen es für bestimmte Vergehen gibt. Je schlimmer das Vergehen ist, umso härter sollte die Strafe für die Täter sein“, sagt er. „Ich habe in Meppen darüber mit Reinhard Grindel gesprochen. Momentan sind die Urteile die ausgesprochen werden, immer wieder sehr überraschend. Die Transparenz fehlt.“

Wenn man sich die Statistik genau anschaut, befindet sich der FCM bezüglich der Verfehlungen auf einem positiven Weg. Während der Verein in der Saison 2015/16 noch 19-mal wegen Verfehlungen der Fans vor dem Kontrollausschuss antreten musste, gab es in der vergangenen Spielzeit nur noch vier Vorfälle. „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und den Dialog mit den Fans suchen. Dieses Vorgehen hat sich in den vergangenen Jahren bewährt“, sagt Kallnik.

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