Von Anne Toss ›

Welche Vorstellungen und Pläne mit den ersten Transfers des 1. FC Magdeburg verbunden sind, bleibt vorerst im Dunkeln.

Magdeburg l Nachdem in dieser Woche fünf Neuzugänge beim 1. FC Magdeburg präsentiert wurden, hätte man dem sportlichen Leiter dazu natürlich gerne ein paar Fragen gestellt. Allerdings will Mario Kallnik diese zurzeit nicht kommentieren. Er halte wenig davon, vorab groß über Ideen oder Strategien zu sprechen – die verpflichteten Spieler müssten hinterher auf dem Platz überzeugen. Und mit dem Trainingsstart am 10. August ist dann Chefcoach Thomas Hoßmang dafür zuständig, seine konkreten Vorstellungen mit der Mannschaft preiszugeben.

Vorerst also kein Kommentar zu den Vorgängen beim FCM. Dabei wäre es durchaus interessant gewesen, die Vereinssicht hinter den Transfers zu erfahren. Zum Beispiel, warum von ihrer Hauptposition her schwerpunktmäßig Defensivspieler – vier von fünf – unter den Neuzugängen sind, wo doch die Abwehr in der vergangenen Saison kaum das Problem war. Zudem ist der Stamm um Tobias Müller, Brian Koglin, Timo Perthel und auch Jürgen Gjasula weiterhin vorhanden. Mit Philipp Harant und Dustin Bomheuer, der sich allerdings im Juni einen Kreuzbandriss zugezogen hat und noch Monate ausfallen wird, stehen zudem Alternativen bereit.

Schwerpunkt Defensive

Jetzt gesellen sich dazu noch Nico Mai (VfL Wolfsburg), Korbinian Burger (Großaspach) und Henry Rorig (Werder Bremen) – zwei linke beziehungsweise Innenverteidiger sowie ein rechter Verteidiger. Wobei Rorig auf der rechten Außenbahn flexibel einsetzbar ist, vom Papier her in Richtung eines Marcel Costly tendiert. Andreas Müller (Astoria Walldorf), der hauptsächlich im defensiven Mittelfeld aufläuft, kann zudem auch zentral oder offensiv eingreifen. Hier hat der Club mit Charles Elie Laprévotte, Rico Preißinger und Björn Rother ja drei Abgänge zu verzeichnen.

Eine klare offensive Ausrichtung lässt sich bei den beiden flexibleren Zugängen allerdings nicht erkennen. Rorig kommt in der Regionalliga Nord in 21 Einsätzen auf zwei Torvorlagen, Müller hat zuletzt lediglich vier Partien in der Verbandsliga Nordbaden bestritten.

FCM-Neuzugänge sind sehr jung

Doch genau hier schwächelte der Club in der vergangenen Saison: im Mittelfeld und in der Offensive. So passt der Wechsel von Mittelstürmer Kai Brünker schon eher ins Bild. Der 26-Jährige kam in der abgelaufenen Drittliga-Saison bei Sonnenhof Großaspach immerhin auf sechs Tore und zwei Vorlagen. Er wird sich nun neben Christian Beck, Sören Bertram, Daniel Steininger und Anthony Roczen einfinden.

Dass Fans schon vom Projekt „Jugend forscht“ sprechen – die Neuverpflichtungen punkten eher mit jugendlicher Unbeschwertheit als mit Drittliga-Erfahrung – wäre eine weitere Nachfrage wert gewesen. Das Ziel, schnellstmöglich in die 2. Bundesliga aufzusteigen, wird allein mit ehrgeizigen Nachwuchstalenten kaum zu schaffen sein.

Weitere Transfers folgen

Denn jene brauchen – wie bei Sirlord Conteh, Leon Bell Bell oder auch Roczen zu sehen war – eben noch Zeit für ihre Entwicklung. Die Frage bleibt also, wie viel Zeit der FCM sich selbst und den Spielern zugestehen will und kann.

Es ist davon auszugehen, dass beim Club noch zwischen drei bis vier Transfers folgen werden. Dann gibt es vielleicht ja auch von Vereinsseite etwas dazu zu sagen.

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