Autor: Hans-Joachim Malli
U-17-Coach Marco Kurth im Interview / Ausbildung von FCM-Talenten im Mittelpunkt

Mit dem Verbleib in der Bundesliga und dem Landespokalsieg feierte Trainer Marco Kurth mit der U 17 des 1. FC Magdeburg eine erfolgreiche Saison, wenngleich bis zum Schluss um den Klassenerhalt gebangt werden musste. Volksstimme-Redakteur Hans-Joachim Malli sprach mit dem 36-Jährigen, der seinen Vertrag bis 2017 verlängert hat.

Marco Kurth, wie lautet mit etwas Abstand Ihr Saisonfazit?

Marco Kurth: Wenn mir jemand zu Saisonbeginn gesagt hätte, wir bleiben in der Bundesliga und holen den Landespokal, hätte ich sofort die Hand hingehalten und eingeschlagen. Als Trainer bin ich sehr zufrieden, ja stolz auf die Jungs, denn es gab eine erfolgreiche Entwicklung, wir haben viele gute Erkenntnisse gewonnen.

Welche sind das speziell?

Zum Beispiel, und das ist nun mal das Wichtigste, dass die Jungs sich individuell weiterentwickelt haben und als Team zusammengewachsen sind. Sicherlich mussten wir bis zum Schluss zittern, waren die Nerven angespannt, aber das hatte seine Gründe.

Welche?

Es war nicht immer einfach, die richtige Balance zu finden. Wir hatten eine insgesamt sehr offensive Ausrichtung, das hatte auch mit den zur Verfügung stehenden Spielern zu tun. Ich mag aber Aktivität, nach vorn spielende Mannschaften. Wir haben mit 49 immerhin genauso viele Tore erzielt wie Hertha BSC, mit 60 aber auch die drittmeisten kassiert.

Dennoch war es im Kampf um den Klassenerhalt spannend bis zum Schluss…

Eigentlich waren wir im vorletzten Spiel bei Werder Bremen schon durch, führten 3:1, verloren am Ende aber noch 3:4. Dort, wie auch zuvor beim 0:1 gegen den Hamburger SV zeigte die Mannschaft zu viel Respekt, verkaufte sich unter Wert.

So gab es bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Cottbus, das Sie schließlich gegen Ihren Mentor, Energie-Coach Detlef Ullrich, für sich entschieden haben. Macht sich da Genugtuung bei Ihnen breit?

Nein, überhaupt nicht, denn ich kenne die Gegebenheiten in beiden Vereinen. Aber einen musste es nun mal erwischen. Wobei ich keine persönliche Genugtuung verspüre. Im Gegenteil, nicht umsonst haben wir in der Winterpause noch ein Testspiel gegeneinander ausgetragen.

Magdeburgs Nachwuchs-Spieler werden von anderen Vereinen, insbesondere Bundesligisten, immer wieder umworben und abgeworben. Was sagen Sie dazu?

Es ist schade, und von Fall zu Fall betrachtet nicht immer gut für die Jungs. Denn der Weg, den wir bei uns gehen, ist genau der richtige. Bei den Wechseln spielt neben dem Geld sicherlich auch das Vereins-Image eine Rolle. Aber, das Bundesliga-Image ist für mich nicht entscheidend. Ich wünsche allen Jungs alles Gute, glaube aber, ein Enis Bytyqi wäre auch bei uns sicherlich in die erste Mannschaft gekommen und hätte sich so weiterentwickeln können, wie jetzt Tarek Chahed. Die Jungs zu entwickeln, das ist unser Anspruch.

Welche Rolle spielt Ihr Co-Trainer Frank Windelband für die Mannschaft, für Sie?

Eine ganz wichtige, das merkte ich erst, als er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dabei war, weil er kürzer treten wollte, und Nick Struy nach dem Ausscheiden von Carsten Müller zur U 15 ging. Darum war es mein Wunsch, dass Frank zurückkommt, und rückblickend war es die richtige Entscheidung, denn er ist sehr wichtig für die Mannschaft.

Welche Ziele haben Sie für die neue Saison?

In erster Linie, und das soll auch immer so bleiben, geht es weiterhin um die Förderung unserer Talente und die Stärkung unserer Standortes. Wir wollen Spieler für unsere erste Mannschaft entwickeln und formen. Allerdings ist die Mannschaft wieder neu zu formieren, zwölf gehen raus, zwölf kommen hoch, auch planen wir mit zwei externen Zugängen. Das ist auch deshalb möglich, weil die Trainingsbedingungen hier in Magdeburg sehr gut sind, besser als bei manchem Erstligisten. Im Übrigen wird Ex-FCM-Kicker Andreas Sommermeyer unseren Trainerstab vergrößern.

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