Von Joachim Streich

FCM-Ikone Joachim Streich gefällt die aktuelle Situation beim Club überhaupt nicht. In seiner Kolumne übt der 68-Jährige ordentlich Kritik.

Nach neun Spielen, immerhin der Hälfte der Drittliga-Hinrunde, hat es sich beim 1. FC Magdeburg leider so entwickelt, dass das Team im grauen Mittelmaß verschwunden ist. Auch wenn die Mannschaft seit acht Spielen ungeschlagen ist, steht doch außer Frage, dass die ganzen Unentschieden dem Verein nicht entscheidend weiterhelfen. Das darf nicht der Anspruch des FCM sein.

Was aber noch schlimmer ist: Ich sehe überhaupt keine Entwicklung. Im Gegenteil: Die erste Halbzeit in Kaiserslautern war für mich die schlechteste Leistung in dieser Saison bei einem sehr schwachen Gegner. Ich war kurz davor, den Fernseher auszuschalten.

Fehlende Zielsetzung dient als Alibi

Ein Fehler war aus meiner Sicht, dass sich die Verantwortlichen vor der Saison bei der Zielsetzung zurückgehalten haben. Die Aussage, in den kommenden drei Jahren aufsteigen zu wollen, ist nicht ungefährlich. Erfolg ist nämlich nicht planbar. Außerdem haben die Spieler ein Alibi, wenn es wie jetzt mal nicht so richtig gut läuft.

Schnelle Außen werden nicht in Szene gesetzt

Problematisch ist auch, dass die schnellen Außenbahnspieler, die der FCM zweifelsfrei hat, nicht gut in Szene gesetzt werden. Sie müssen sich aber andererseits auch mal trauen, ins Dribbling zu gehen, egal, ob sie dann den Ball verlieren oder durchkommen. In der Mitte sind Christian Beck und Sören Bertram zudem zu oft auf sich alleine gestellt, können ihre Stärken kaum einbringen. Viel zu selten sehe ich mal ein Passspiel über fünf, sechs Stationen.

Gegen Würzburg steht die Mannschaft jetzt erneut in der Pflicht, endlich mal abzuliefern. Es muss ja kein spielerisches Feuerwerk sein, aber ich möchte zumindest die kämpferische Wucht sehen, die das Team über Jahre gerade zu Hause vor den tollen Fans ausgezeichnet hat. Dann ist auch endlich mal wieder ein Sieg drin – der seit Wochen überfällig ist.

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