Für den 1. FC Magdeburg könnte im DFB-Pokal gegen Darmstadt 98 ein Akteur auflaufen, der bislang keine Rolle spielte: Christopher Handke.

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Magdeburg l Christopher Handke ist keiner, der schlechte Laune verbreitet. Im Training und neben dem Platz lacht er viel, ist auch immer für einen Spruch oder Spaß zu haben.

Der Abwehrspieler bewahrt sich diese positive Einstellung auch in für ihn sportlich nicht so guten Tagen. In den Liga-Spielen gegen St.  Pauli und in Aue saß er jeweils 90 Minuten auf der Bank. „Mit den beiden ersten Partien war ich natürlich nicht zufrieden“, sagt Handke. Aber: „Der Trainer wird sich dabei etwas gedacht haben. Ich akzeptiere die Entscheidung. Das habe ich in den vergangenen Jahren immer gemacht. Noch bin ich relativ entspannt und warte jetzt auf meine Chance.“

Den ersehnten Einsatz könnte er bereits am heutigen Freitagabend (20.45 Uhr) im DFB-Pokal gegen den Liga-Konkurrenten Darmstadt 98 bekommen. FCM-Trainer Jens Härtel deutete an, dass es einige personelle Umstellungen geben wird. Neben Torhüter Alexander Brunst, der für Jasmin Fejzic auflaufen wird, wird das auch andere Positionen betreffen.

Kopfballstärke ist gefragt

„Darmstadt hat in bestimmten Phasen einen ähnlichen Spielstil wie wir. Sie agieren sehr gerne und oft mit langen Bällen“, sagt Härtel. „Sie sind auch bei Standards gefährlich und haben ein gutes Kopfballspiel.“ Und, so betonte der Trainer, Handke hat beim FCM mit das beste Kopfballspiel in der Defensive.

Der Gelobte nimmt die Vorlage gerne auf und verbindet sie sogleich mit einem Versprechen: „Wenn im Pokal Kopfballstärke gefragt ist, hoffe ich, dass auch ich gefragt bin. Ich lasse mich überraschen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Ich bin heiß.“

Handke bleibt gelassen

Handkes Erfahrungen lassen ihn relativ gelassen sein. Für ihn ist die Situation, dass er zwischen Bank und Rasen pendelt, nicht neu. Seit er 2013 von Germania Halberstadt kam, musste er sich Jahr für Jahr seinen Platz neu erkämpfen. In der ersten Saison unter Härtel 2014/15 saß er zwischenzeitlich ein halbes Jahr fast nur auf der Bank.

Der 29-Jährige wurde nach vielen Neuverpflichtungen bereits abgeschrieben, setzte sich aber letztendlich trotzdem immer durch. Schließlich trägt er noch immer das FCM-Trikot, während viele seiner früheren Konkurrenten den Verein längst wieder verlassen haben.

Ein Wechselbad der Gefühle

Trotzdem lässt auch ihn die sportliche Ungewissheit nicht kalt. „Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Natürlich möchte man als Fußballer immer spielen – ob es regnet oder schneit“, sagt Handke. „Meine Stärke ist aber immer gewesen, dass ich mir auf dem Rasen den Frust nicht anmerken lasse, der sich aufgebaut hat.“

Ein wichtiger Halt ist seine Freundin. Handke: „Ich mache mir schon meine Gedanken, woran es liegt, dass ich nicht spiele. Und was ich besser machen kann. Durch meine Freundin ist der Frust in sportlich schwierigen Zeiten aber nicht ganz so groß.“

Eine Begründung des Trainers, warum er in der bisherigen Saison draußen war, gab es nicht. „Das hat sich nicht ergeben. Vielleicht macht er es noch, vielleicht auch nicht“, sagt Christopher Handke. Für den Defensivspieler ist das aber auch gar nicht so wichtig. „Ich kenne den Trainer mittlerweile sehr gut. Ein Neuzugang hätte an dieser Situation wahrscheinlich etwas mehr zu knabbern. “

Jens Härtel schaffte es in den vergangenen Jahren auch immer wieder, die Einsatzzeiten im Verlauf einer Saison gut zu verteilen. Er zeigte den meisten Spielern im Kader damit, dass sie für die Mannschaft wichtig sind und gebraucht werden. Heute Abend könnte in der noch jungen Saison für bisherige Ersatzspieler wie Handke dieser Moment zum ersten Mal gekommen sein.

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