Sein halbes Leben hat Alexander Brunst beim Hamburger SV gespielt. Jetzt hofft er, beim 1. FC Magdeburg die Nummer eins im Tor zu werden.

Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l In seiner noch jungen Karriere hat Brunst schon einiges mitgemacht. In der Saison 2014/15 trainierte er regelmäßig mit dem Profiteam und stand am 4. Oktober 2014 beim 1:0 in Dortmund vor rund 80.000 Zuschauern sogar kurz vor seinem Bundesligadebüt. „Ich hätte ein paarmal fast gespielt. In Dortmund war es aber ganz konkret. Ab der 47. Minute hatte Jaroslav Drobny Oberschenkelprobleme und ich musste mich warmlaufen. Vor dieser Kulisse hatte ich währenddessen natürlich einen Adrenalinstoß“, sagt der 22-Jährige.

Auch beim Auswärtsspiel in Augsburg hätte es fast mit den ersten Bundesligaminuten geklappt. „Ich war sowieso schon häufig die Nummer 2, weil René Adler verletzt ausfiel. Als Drobny im Abschlusstraining vor der Augsburg-Partie ebenfalls angeschlagen war, hieß es schon, dass ich spielen soll. Drobny ist aber ein harter Hund und hat auf die Zähne gebissen.“

Rein sportlich war es für den HSV eine turbulente Spielzeit, dem Bundesliga-Dino drohte der Abstieg. „In dieser Saison war wirklich alles drin. Ich war 22-mal im Bundesliga-Kader plus Relegation in Karlsruhe. Der Druck gerade am Ende war riesig. Das hat mich schon früh gestärkt.“

Auch wenn Brunst bisher knapp an seinem ersten Bundesligaspiel vorbeigeschrammt ist, blickt er positiv auf die Zeit beim HSV zurück. „Ich bin ein Hamburger Jung und habe dort fast meine gesamte Jugend verbracht. Irgendwann war es aber an der Zeit, den Schritt weg von zu Hause zu machen“, betont der Torhüter. 2015 wechselte Brunst zum VfL Wolfsburg. „Dort bin ich weiter gereift und habe mehr Eigenverantwortung übernommen“, sagt er. Ein weiterer Grund für den Wechsel war, dass es für Nachwuchsspieler in Hamburg nicht so einfach ist, sich im Bundesligateam zu etablieren: „Viele junge Spieler haben erst den Durchbruch geschafft, als sie weggegangen sind.“ Dass Brunst überhaupt Profi-Torhüter geworden ist, war im Kindesalter zwischenzeitlich undenkbar. „Ich hatte motorische Störungen und konnte im Alter von acht Jahren nicht mal einen Ball fangen“, sagt er. „Ich musste mir alles hart erarbeiten. Als ich zehn Jahre alt war, haben viele gedacht, dass ich aufhöre. Ich war aber damals schon so ehrgeizig, dass ich die Störungen durch Ergotherapie nach zwei Jahren überwunden hatte. Dieser Ehrgeiz treibt mich seitdem an.“

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere