Jens Härtel, Trainer des Drittligisten 1. FC Magdeburg, konnte sich gegen Würzburg auf die Spieler verlassen, die zuvor auf der Bank saßen.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Belohnungen gehören dazu. So strich FCM-Trainer Jens Härtel spontan die für Montagmorgen angesetzte Trainingseinheit und gab seiner Mannschaft zwei Tage frei.

Schwede, Weil und Erdmann überzeugen

Nach den Siegen gegen Erfurt (3:0), in Meppen und gegen Würzburg (jeweils 2:1) hatten sich die Spieler diese Belohnung verdient. Härtel hat das Kunststück geschafft, dass die Stimmung bei fast allen im Kader, auch bei denen, die in dieser Saison bisher nicht so oft gespielt haben, gut sein dürfte. Mit Tobias Schwede, Dennis Erdmann und Richard Weil feierten gegen Würzburg gleich drei Spieler ihr Startelf-Debüt in dieser Saison. Zudem kamen die eingewechselten Florian Pick und Tarek Chahed zu ihren ersten Saison-Spielminuten. „Ich bin froh, dass ich mal wieder von Beginn an auflaufen durfte“, sagte Weil, der durch seinen Elfmetertreffer zum 2:0 einen entscheidenden Anteil am Sieg hatte. Ob er nach seiner soliden Leistung im Team bleiben wird, ist zwar noch unklar. Weil versicherte aber, „dass ich es dem Trainer schwer machen möchte, damit er mich wieder aufstellt“.

Auch Erdmann absolvierte sein erstes FCM-Pflichtspiel über 90 Minuten. Nachdem ihn Härtel in Meppen eingewechselt hatte, bereitete er den Siegtreffer von Michel Niemeyer sehenswert vor und ersetzte gegen Würzburg Kapitän Marius Sowislo.

Starke linke Seite

Einen Stammplatz hatte Schwede in der vergangenen Saison sicher, umso überrascht waren einige Beobachter, dass er in dieser Spielzeit zunächst draußen saß. Im 3-5-2-System war nur Platz für ihn oder Niemeyer, im 3-4-3 gegen Würzburg konnten beide auf der linken Seite auflaufen. Diese Variante gab es in der Rückrunde bereits ein paarmal – Schwede und Niemeyer zeigten auch gegen die Kickers, dass sie sich gut ergänzen können. „Ich habe auf meine Chance gewartet. Der Trainer hat mir gegen Würzburg das Vertrauen geschenkt, und ich wollte ihm zeigen, was ich kann“, sagte Schwede.

Trainer Härtel hat somit ein goldenes Händchen gehabt, dass er die unzufriedenen Bankdrücker der ersten Wochen genau so eingesetzt hat, dass diese ihre Stärken voll ausspielen konnten.

Das gelang ihm bei Erdmann, Schwede und Weil. Aber auch Akteuren wie Pick und Chahed, die zwischenzeitlich nicht mal im Kader waren, zeigte der Coach, dass sie auf ihre Chance hoffen dürfen und diese bekommen. „Ich hoffe, dass ich in Zukunft häufiger spielen, zur alten Stärke zurückfinden und dann voll angreifen kann“, so Chahed. Er durfte gegen Würzburg 28 Minuten, Pick neun Minuten ran. „Ich hätte sogar noch mehr rotieren müssen, weil einige Spieler wegen der englischen Woche schon sehr viel Kraft gelassen haben“, sagte Härtel zwar. Die Wechsel, die er vornahm, griffen aber allesamt.

Qualitativ breiter Kader

Dass ein qualitativ breit aufgestellter Kader in einer langen Drittligasaison notwendig ist, haben die FCM-Verantwortlichen in der vergangenen Saison gemerkt, als sich die Mannschaft wegen Verletzungs- und Formproblemen manchmal fast von alleine aufstellte.

Momentan ist das Gegenteil der Fall, Härtel muss schwierige Entscheidungen treffen, wenn er Spieler auf die Tribüne schickt. Bisher hat er alle noch durch seine Rotation bei Laune halten können.

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