Volksstimme vom 16.12.2015
Autor: Hans-Joachim Malli

Freude beim FCM nach 2:0 in Erfurt groß / Fluch der späten Gegentore besiegt

Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg hat sich mit dem 2:0 (2:0) in Erfurt, dem ersten Auswärtssieg der Saison, auf Platz sechs verbessert und hofft nun im letzten Heimspiel 2015 gegen den FSV Mainz 05 II (Sonnabend, 14 Uhr) auf ein weiteres Erfolgserlebnis.

Magdeburg/Erfurt l Selten hat man FCM-Trainer Jens Härtel so ausgelassen erlebt wie am Montagabend in Erfurt. Nach dem ersten Auswärtssieg des Drittliga-Neulings reihte sich der 46-Jährige noch auf dem Rasen in den Kreis der Sieger ein, tanzte mit seinen Schützlingen. Anders als in den drei vorangegangenen Spielen in Großaspach, gegen Stuttgart II und in Würzburg gab es diesmal keine späten Gegentore, wurde der Lohn für das couragierte Auftreten mit dem ersten Auswärts-Dreier eingefahren.

„Ich bin sehr, sehr zufrieden“, erklärte Magdeburgs Trainer denn auch nach dem Schlusspfiff, ergänzte: „Das war heute ein sehr erwachsener Auftritt.“ Waren die Elbestädter in den Partien zuvor nach eigener Führung im zweiten Abschnitt oftmals zu passiv, haben sie offensichtlich daraus gelernt. Der Fluch der späten Gegentore war besiegt, der Auswärtsbann gebrochen. „Gut auch, dass wir mal wieder zu Null gespielt haben“, freute sich Härtel.

Der hatte am Montag auf der „Baustelle Steigerwaldstadion“ zwei personelle Veränderungen vorgenommen, stellte Rückkehrer Niklas Brandt neben Kapitän Marius Sowislo auf die Doppel-Sechs, brachte Tarek Chahed auf der linken Außenbahn anstelle von Burak Altiparmak. Brandt bedankte sich für das Vertrauen mit dem frühen 1:0, Torjäger Christian Beck legte gut fünf Minuten später nach, köpfte zum bereits entscheidenden 2:0 für die Elbestädter ein.

„Natürlich bin ich glücklich, dass es gerade hier in Erfurt mit einem weiteren Tor (dem zwölften Saisontreffer/die Red.) geklappt hat“, freute sich der 1,96-Schlaks, der noch im Stadion-Innenraum die Glückwünsche von seinen Eltern, Großeltern und Freundin Paulin, die die Partie auf der Haupttribüne mitverfolgten, entgegennahm.

Auch Christopher Handke, zweiter Erfurter in Reihen des FCM, freute sich über den ersten Triumph in der Fremde: „Wir standen heute sicherer als zuletzt, haben verdient gewonnen. Das war auch für mich heute ein hochemotionales Spiel.“

Zugute kam dem Club, dass die Thüringer die Auftaktviertelstunde völlig verschliefen und nach den beiden schnellen Gegentoren nie mehr richtig zurück ins Spiel fanden. So gab es gellende Pfiffe und „Preußer-Raus“-Rufe der Rot-Weiß-Fans schon Mitte der zweiten Halbzeit – und die Entlassung nur einen Tag später (siehe nebenstehenden Bericht). Kurz vor dem Schlusspfiff bewiesen dann die FCM-Fans „Sachverstand“, skandierten angesichts der Abstiegsgefahr in Richtung der Erfurter: „Ihr könnt nach Jena fahren.“

Getrübt wurde der Fußballabend durch einige Erfurter Chaoten, wohl unterstützt von „Saale-Halunken“ aus Halle, in der Südkurve, die Böller und Pyro zündeten, dabei auch zwei Kinder verletzten. Sie erlitten Atemnot und Verbrennungen am Rücken und wurden umgehend von Kräften des Deutschen Roten Kreuzes behandelt. RW Erfurt sprach für Hinweise auf die Täter eine Belohnung von 2000 Euro aus, geht damit neue Wege. Sollten Personen gefasst werden, drohten diesen Stadionverbot und eine Strafanzeige, so der Klub. Präsident Rolf Rombach kündigte an, die verletzten Kinder zu besuchen. Als Wiederholungstäter müssen die Erfurter nun sogar mit einem Geisterspiel rechnen.

Die FCM-Kicker und ihr großer Anhang freuen sich indes auf das Jubiläumsspiel am Sonnabend gegen die „Bubis“ vom FSV Mainz 05 II, das das bislang so erfolgreiche Fußballjahr mit einem weiteren Dreier krönen soll.

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