Es war ein großer Pokalabend in Magdeburg. Trotz der FCM-Pleite gegen Borussia Dortmund werden sich die Fans lange an diese Partie erinnern.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Aufräumen war Mittwochvormittag an der MDCC-Arena angesagt. Einsam zog ein Kehrfahrzeug seine Runden und beseitigte die Spuren des DFB-Pokalspiels zwischen dem FCM und Titelverteidiger Borussia Dortmund.

Trotz der deutlichen 0:5-Klatsche war es ein Abend, an den sich Zuschauer und Fans gleichermaßen erinnern werden. Von der Stimmung, für die die 23 102 Zuschauer in der MDCC-Arena gesorgt hatten, war auch BVB-Trainer Peter Bosz angetan. „Ich bin noch nicht so lange in Dortmund und genieße es, wenn wir vor 80 000 Fans spielen“, sagte er und musste dann kurz schmunzeln. „Wie aber die Zuschauer hier in Magdeburg ihre Mannschaft unterstützt haben, war beeindruckend. Es war ein Fußballfest.“

Auch FCM-Coach Jens Härtel fand bezüglich der Rahmenbedingungen nur positive Worte: „Was die Fans hier gezeigt haben, von der Choreographie bis zur Unterstützung selbst nach dem 0:3 und 0:4, war sensationell. Großen Respekt dafür, das hat man nicht in jedem Stadion. Wir werden versuchen, das in den nächsten Wochen zurückzuzahlen.“

Die Club-Fans beeindruckten vor dem Anpfiff mit einer blau-weißen Choreographie in Anlehnung an den Horrorfilm „Saw“ („Ihr denkt, es ist vorbei, doch die Spiele haben erst begonnen“), kombiniert mit einem Feuerwerk, das außerhalb des Stadions gezündet wurde. Diese Vorstellung fand auch bei der internationalen Presse Beachtung. Auch die Dortmunder zeigten ihre Farben im Rahmen einer Choreographie. Einzig der Pyroeinsatz auf beiden Seiten trübte den positiven Gesamteindruck, drohen beiden Vereinen dadurch doch wieder einmal Geldstrafen.

Brunst mit starker Partie

Besonders war die Partie auch für FCM-Torhüter Alexander Brunst, der seine Pflichtspielpremiere in der MDCC-Arena feierte, da er ansonsten eigentlich die Nummer zwei hinter Jan Glinker ist. „Es hat mich riesig gefreut, dass der Trainer mir die Chance gegeben hat, gegen den BVB zu spielen“, sagte er. „Ich habe jeden Moment genossen, von der Begrüßung der Fans beim Aufwärmen bis zu den Glockenschlägen beim Einlaufen und dem Geschehen auf dem Rasen.“

Der 22-Jährige zeigte gegen den Bundesligisten, warum ihn der FCM im Sommer verpflichtet hat. Gleich zu Beginn parierte er mit einer Fußabwehr gegen den überragenden Alexander Isak (3.). Auch Andrij Jarmolenko kam nicht an Brunst vorbei (23.). Der Schlussmann strahlte Ruhe aus und ließ sich von der Stimmung nicht verrückt machen. Auch Härtel lobte Brunst nach der Partie. „Es hört sich bei fünf Gegentreffern vielleicht komisch an, aber Alexander hat eine Top-Leistung gebracht. An den Toren war er schuldlos. Er hat uns ein paarmal gerettet und dem Druck standgehalten“, sagte er.

Der Gelobte gab im Nachgang zu, dass er bereits seit mehr als einer Woche wusste, dass er gegen Dortmund auflaufen wird: „Ich habe mich sehr über die Entscheidung gefreut, das habe ich mir aber auch durch viele Extraschichten erarbeitet.“ Nachdem er sich vor dem Pokalspiel gegen Augsburg verletzte und dadurch die Partie verpasste, musste er sich vor dem Dortmund-Spiel einige Sprüche von seinen Kollegen anhören. „Die haben mir gesagt, dass ich ruhig machen soll, weil ich mich damals ja beim Kreisspielen verletzt habe“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

An seiner Rolle auf dem Rasen fand er unterdessen Gefallen. „Von mir aus kann das jede Woche so sein“, sagte er und lachte. „Ich erhebe jetzt aber nicht den Anspruch, am Sonntag in Karlsruhe im Tor zu stehen. Jan Glinker hat das bisher sehr gut gemacht und uns einige Punkte gerettet. Ich werde im Training weiterhin alles geben und mich anbieten. Irgendwann wird meine Chance kommen.“

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