Wenn am Sonnabend die Spieler des 1. FC Magdeburg in Jena auf dem Ernst Abbe Sportfeld (benannt nach dem deutschen Physiker und Optik-Wissenschaftler, der als einer der Väter der modernen Optik gilt) auflaufen, wird das Augenmerk der Fans vor allem einem Mann gelten.

Der Franko-Kanadier Andre Hainault, seit 2015 in Magdeburg unter Vertrag, hat nach einer langen Verletzungspause in den vergangenen Wochen gleich zweimal gezeigt, aus welchem Holz er geschnitzt ist.

Die große Frage ist, hält seine Glückssträhne an?

Für den Abwehrspieler, der jüngst gegen Paderborn nach 570 Tagen Zwangspause als Abwehrchef aufs Spielfeld ging, geht es um mehr als nur einen Sieg. Kann er sich Sonnabend weiterhin auf dem grünen Rasen profilieren, könnte dies die Fortsetzung seiner fußballerischen Karriere bedeuten. Ende der Spielzeit läuft sein alter Vertrag aus, und Verhandlungen über eine mögliche Verlängerung sind für Ende März geplant.

Dabei hatte sich in Magdeburg alles so gut für Hainault angefangen. Seit August 2015 ist er beim Drittligisten, der zwischendurch sogar in der zweiten Liga gespielt hat. Schon kurz nach seinem Einstieg war er verlässlicher Stammspieler und überwiegend in der linken Abwehrseite eingesetzt.

Doch bereits Anfang 2016 zog er sich im Trainingslager in Spanien einen Innenbandriss im Knie zu, der ihn für die komplette Rückrunde außer Gefecht setzte.

Kaum genesen, bestritt er zu Saisonbeginn 2016/2017 gerade mal zwei Spiele, ehe er von einer Oberschenkelverletzung mit folgender Operation ausgebremst wurde.

Erst jüngst konnte Trainer Jens Härtel ihn gegen Paderborn aufs Spielfeld schicken. Die Begegnung endete 1:1. Beim nächsten Duell gegen Hainaults alte Mannschaft VfR Aalen gingen die Magdeburger sogar mit 6:1 vom Spielfeld – ein überragender Sieg, zu dem Hainault auch mit einem Kopfball-Tor beigetragen hatte.

Das letzte Tor davor hatte er im Oktober 2014 geschossen, und zwar damals für Aalen in einem Spiel gegen Union Berlin in der 2. Liga.

Nach all dem Verletzungsdrama um Hainault sind die Fans gespannt, wie es am Sonnabend aussieht.

Seit der Gründung des 1. FC Magdeburg im Jahr 1965 hat der Verein bislang 83 Spiele gegen Carl Zeiss Jena ausgetragen. Dabei hatten die Jenaer mit 35 Siegen knapp die Führung. 33 Mal sind die Magdeburger als Sieger vom Rasen gegangen, und 15 Spiele endeten unentschieden.

Klarer Favorit am Sonnabend sind für 888sport allerdings die Magdeburger, die die jüngsten fünf Spiele ausnahmslos alle souverän für sich entscheiden konnten. Auch was die Position in der Tabelle anbelangt, brauchen sie sich keine großen Gedanken zu machen. Während das Team von Carl Zeiss Jena derzeit nur auf dem 13. Platz liegt, ist der 1. FC Magdeburg an zweiter Stelle. Dabei ist er sogar punktgleich mit dem Tabellenführer, 1. FC Paderborn 07. Beide haben derzeit 57 Punkte. Der Unterschied liegt in den Toren. Dort liegt Paderborn mit klarem Abstand vorne. Allerdings hoffen die Magdeburger, dass sich auch daran etwas ändern lässt, und zwar möglichst weiterhin mit Andre Hainaults Hilfe. Nicht umsonst ist der Kanadier in seiner Nationalmannschaft eine Stütze, mit insgesamt 44 Spielen.

Zwar hat Hainault in seiner Zeit im Team von Trainer Härtel bislang nur 20 Spiele bestreiten können – halb so viele wie für Aalen -, aber seine Leistung hat dabei Fans und Management allemal überzeugt. Und mit seinen 31 Jahren würde Hainault, der sich mit Frau und Tochter in Magdeburg ausgesprochen wohlfühlt, sich vermutlich auch selbst ungern schon in den Ruhestand verabschieden.

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