Jan Glinker ist beim Drittligisten 1. FC Magdeburg wieder die Nummer 1 im Tor. Der 33-Jährige setzte sich gegen Alexander Brunst durch.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Für Glinker war es nach der Enttäuschung im Januar, als er nach einer starken Hinrunde als Stammkeeper abgesetzt wurde und Leopold Zingerle den Vorzug erhielt, eine Genugtuung. „Ich freue mich natürlich. In der Vorbereitung habe ich alles gegeben und versucht, mir nicht zu viel den Kopf über die Torwartfrage zu zerbrechen“, sagt er.

Gespräch am Mittwoch

Ähnlich wie im Januar, als der erfahrene Keeper noch das Nachsehen hatte, hatten Glinker, Brunst und die Nummer 3 Mario Seidel am Mittwochnachmittag ein Gespräch mit Torwarttrainer Matthias Tischer und Coach Jens Härtel. „Matthias hat uns gesagt, welche Stärken und Schwächen er bei uns in der Vorbereitung gesehen hat. Dann wurde die Reihenfolge festgelegt, in der wir in die Saison starten“, so Glinker. Nach sechs Monaten auf der Bank brennt er auf die Saison. „So viel Lust auf Fußball wie jetzt habe ich schon lange nicht mehr gehabt.“

Weniger erfreut war Neuzugang Brunst, der von der U-23-Mannschaft des VfL Wolfsburg verpflichtet wurde. „Die Enttäuschung ist da, auch wenn ich weiß, wie das Geschäft läuft. Ich werde jetzt weiter im Training Gas geben und dem Trainer zeigen, dass ich da bin, wenn er mich braucht“, sagt er. „Ich bin sehr selbstkritisch und weiß, dass ich ein bisschen Anlaufzeit gebraucht habe. Ich kam aus einer Verletzung zum FCM und hatte in einigen Testspielen ein, zwei Wackler drin. Das war noch nicht optimal. Ich stellte mich jetzt aber in den Diensst der Mannschaft.“

Brunst hat viel Potenzial

Härtel, der nach einem Bandscheibenvorfall momentan ein Kinesiotape trägt, begründete die Entscheidung für Glinker damit, dass die Verantwortlichen ganz genau wissen, was er kann und was nicht. „Bei Alexander war es in der Vorbereitung etwas wechselhaft. Beide sind zwar nicht weit voneinander entfernt. Wir wissen aber ähnlich wie vor einem Jahr nicht, wie ein junger Torhüter als Nummer 1 unter Druck in einem vollen Stadion reagiert“, sagt der Trainer. „Alexander hat trotzdem gezeigt, dass er aufgrund seines Alters ein großes Entwicklungspotenzial hat. Er muss die Situation jetzt annehmen, darf sich nicht hängen lassen, sondern muss ordentlich trainieren und den nächsten Schritt machen.“

Laut Torwarttrainer Tischer sei Glinker im Training und in den Testspielen etwas souveräner gewesen. „Wir pflegen eine offene Kommunikation und haben die Schwächen von Alexander klar angesprochen. Er hat aber trotzdem das Zeug, ein richtig guter Torhüter zu werden. Wir haben ihn nicht umsonst geholt.“

Eine Chance könnte Brunst bereits am 13. August im DFB-Pokal-Spiel gegen den Bundesligisten FC Augsburg bekommen. „Das ist eine Überlegung“, bestätigt Härtel.

Glinker zeigt Verständnis

Verständnis für die Enttäuschung von Brunst zeigt Glinker: „Für den Betroffenen ist so etwas zunächst eine Katastrophe. Ich kenne das ja selber. Ich werde deshalb in den kommenden Tagen mal mit Alexander sprechen. Wie auch mit Leopold werden wir sicherlich ein gutes Miteinander haben.“ Meinung

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere