Volksstimme vom 17.12.2015
Autor: Uwe Tiedemann

FCM-Keeper immer dabei / Sonnabend gegen Mainz 05 II letztes Spiel in 2015

Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr dazwischenkommt, steht Jan Glinker am Sonnabend (14 Uhr, MDCC-Arena) gegen Mainz 05 II wieder im Tor des 1. FC Magdeburg – und ist damit der absolute Drittliga-Dauerbrenner.

Magdeburg l Als einziger Akteur des Neulings hat Jan Glinker bisher alle 20 Punktspiele über die vollen 90 Minuten absolviert (siehe Info-Kasten), und es gibt keinen Anlass, dass sich daran ausgerechnet am Sonnabend im letzten Spiel des Jahres, der Jubiläumspartie gegen Mainz, etwas ändert.

„Natürlich freut man sich über solch eine Bilanz. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt der 31-Jährige, der 2014 von Zweitligist Union Berlin zum damaligen Viertligisten an die Elbe wechselte und zunächst im Schatten von „Urgestein“ Matthias Tischer stand.

Doch nun gibt Glinker den Ton an, bringt konstant gute Leistungen („Ein, zwei Punkte habe ich zum Ergebnis vielleicht auch beigetragen …“), wird auch von den Fans mittlerweile voll akzeptiert und hat Tischer klar verdrängt.

Apropos 2. Liga – gibt‘s Ambitionen, wieder höherklassig zu spielen? Seine diplomatische Antwort: „Ich will keine Gerüchte streuen. Fakt ist: Ich fühle mich in Magdeburg sehr wohl und möchte hierbleiben.“ Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Es gibt also Gesprächsbedarf mit Sportchef Mario Kallnik.

Lebensmittelpunkt soll auf jeden Fall Berlin bleiben. „Ich habe nicht vor, meine Familie nach Magdeburg zu holen. Man weiß nie, wie lange man noch spielen kann“, so der Keeper, der mit seinen 31 Lenzen jedoch an ein Karriereende keinen Gedanken verschwendet: „So lange es Spaß macht, und das tut es, und solange die Gesundheit mitmacht, will ich weitermachen.“ Sein großes Vorbild, noch dazu ein guter Freund, ist Robert Wulnikowski, derzeit Keeper beim Ligarivalen Würzburger Kickers. „Er ist mittlerweile 38 – ein stolzes Alter für einen Fußballprofi. Aber als Torhüter kann man es schaffen“, glaubt Glinker, der zu seinem Kumpel seit ihrer gemeinsamen Zeit bei Union Berlin Anfang 2000 engen Kontakt hat.

Dass Glinker sich nach wie vor topfit fühlt, liegt seiner Meinung nach vor allem daran, dass er in all den Jahren weitgehend verletzungsfrei blieb: „Die Sache in der vergangenen Regionalligasaison bei Carl Zeiss Jena (Teilanriss des Innenbandes im rechten Knie und Ausfall bis zum Saisonende/d. Red.) war meine bislang schwerste Verletzung.“

Doch das ist Schnee von gestern. Glinker blickt nach vorn – und das ausgesprochen optimistisch: „Der Auswärtssieg in Erfurt war enorm wichtig. Die Stimmung im Team ist dadurch noch besser geworden“, sagte der gebürtige Berliner nach dem gestrigen knapp 90-minütigen Nachmittagstraining, bei dem neben konzentrierter Arbeit in der Tat viel gelacht und gescherzt wurde.

Und was erwartet Glinker vom letzten Auftritt 2015? „Wir haben jetzt zehn Punkte Vorsprung gegenüber einem Abstiegsplatz. Das ist schon ein gewisses Polster. Aber ich hoffe, dass wir vor vollem Haus gegen Mainz noch einmal nachlegen können. Dann würden wir sogar oben mitspielen. Ziel bleibt der Klassenerhalt, aber in dieser Liga, in der wirklich jeder jeden schlagen kann, ist alles möglich.“

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