Dass der 1. FC Magdeburg Drittliga-Tabellenführer ist, ist auch ein Verdienst von Jan Glinker. Dessen Verbleib hängt am sportlichen Erfolg.

Von
Manuel Holscher

Manuel Holscher
Magdeburg l Der Torhüter, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, darf allerdings nur beim Club bleiben, wenn der Aufstieg gelingt. In der Volksstimme spricht er exklusiv über die Gründe.

Starke Parade in Bremen

Zuletzt in Bremen zeigte Glinker wieder, was er drauf hat. Kurz vor der Halbzeit tauchte Werder-Stürmer Johannes Eggestein alleine vor ihm auf, er blieb aber cool und verhinderte mit einer Parade den 1:2-Rückstand. „Als Torhüter freut man sich, wenn man in solche Situationen kommt und diese dann bewältigt. Nach dem schwierigen Start 2018 war es wichtig, dass wir ruhig bleiben. Ich versuche, mit meiner Erfahrung dazu beizutragen“, so Glinker, der seit 2014 in Magdeburg ist.

Ob er auch in der kommenden Saison das FCM-Trikot tragen wird, hängt allerdings unmittelbar vom sportlichen Erfolg des Clubs ab. Glinker darf nur beim Verein bleiben, wenn dieser in die 2. Bundesliga aufsteigt. „Wir haben uns mit meinem Berater und FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik zusammengesetzt. Wenn wir aufsteigen, wird mein Vertrag verlängert“, erklärt Glinker. „Sollten wir in der 3. Liga bleiben, möchte der FCM einen Neustart auf der Torhüterposition und diese Position dann anders besetzen.“

Glinker kann mit Entscheidungen leben

Vertraglich sei zwar noch nichts fest geregelt, die Aussage des Vereins stehe aber. Der 34-Jährige kann damit nach eigener Aussage auch gut leben. „Das ist so absolut in Ordnung und nachvollziehbar. Wenn ich Mario Kallnik wäre, hätte ich wahrscheinlich genauso gehandelt“, sagt Glinker. „Jetzt heißt es für mich, Gas zu geben, damit wir aufsteigen. Das ist quasi eine zusätzliche Motivation.“

Ein ähnliches Modell gab es bereits vor einem Jahr mit Ex-Torhüter Leopold Zingerle, der mittlerweile in Paderborn spielt. Da der FCM den Aufstieg verpasste, wurde Zingerles Vertrag im Sommer nicht verlängert.

Langfristig Rückkehr nach Berlin

Langfristig kann sich Glinker unterdessen gut vorstellen, noch mal in seiner Heimatstadt Berlin für einen Verein, beispielsweise in der Regionalliga, aufzulaufen. Gehandelt wird die VSG Altglienicke, bei der unter anderem sein alter Kumpel aus gemeinsamen Union-Zeiten, Torsten Mattuschka, spielt. „Natürlich habe ich mit Torsten noch Kontakt und ich kann mir gut vorstellen, dass er mich dort gerne sehen möchte. Momentan liegt aber mein Fokus voll auf Magdeburg und der Aufgabe, die wir hier haben. Ich werde alles dafür tun, dass wir aufsteigen“, sagt er. „Es ist aber auch kein Geheimnis, dass ich irgendwann nach Berlin zu meiner Familie zurück will. Es gab schon einige Anfragen von Vereinen aus der Regionalliga.“

Seine kurzfristigen Gedanken gelten unterdessen nur der kommenden Partie am Sonnabend (14 Uhr) beim FC Hansa Rostock. „Bei allen Spielern kribbelt es. Wir freuen uns auf solche Partien ganz besonders. Gerade in Rostock ging es immer wieder zur Sache“, so Glinker. „In den vergangenen beiden Partien haben wir wieder Selbstvertrauen getankt. Das war wichtig.“

Riesenschritt in Rostock?

Mit einem Sieg könnte der FCM den Vorsprung auf Rostock auf beachtliche 13 Punkte ausbauen, ein potenzieller Konkurrent um den Aufstieg würde dem Club damit wohl nicht mehr gefährlich werden. Das sieht auch Glinker so: „Wir könnten mit einem Dreier dort einen Riesenschritt machen. Es wird aber ein sehr schweres Spiel.“

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