Von Anne Toss ›

In Braunschweig muss der 1. FC Magdeburg auf Jürgen Gjasula verzichten. Der Defensivmann schaut nach seiner Roten Karte nur zu.

Magdeburg l Jürgen Gjasula wird am Sonnabend bei Eintracht Braunschweig zwar dabei sein, mit dem 1. FC Magdeburg aber nicht auf dem Rasen stehen. Für eine Partie ist er vom DFB-Sportgericht nach seiner Roten Karte in Münster gesperrt worden – „eine harte Entscheidung, weil ich den Ball berühre, aber klar krache ich dann mit dem Gegner zusammen“, sagt Gjasula. Allerdings: „Rückgängig machen kann ich das sowieso nicht mehr und es wäre besser als eine Verletzung . Ich bin froh, dass es jetzt nur ein Spiel ist, und ich im Januar wieder dabei bin.“

Beim Rückrundenauftakt bleibt ihm somit eben nur eines übrig: „Mitfiebern“.

Hoffen auf die Winterpause

Der 34-Jährige hat die Winterpause im Blick, um „in Ruhe Kräfte zu sammeln und dann neu anzugreifen“. An Gesprächsthemen neben und Spielerisches auf dem Platz gibt es einiges, das geklärt werden sollte. Für Gjasula ein Indiz dafür, „dass sich die Mannschaft immer noch in einem Prozess befindet“. Erst schafft der FCM zwei Siege in Folge, dann folgt die harte Landung auf Platz zehn nach zwei 0:2-Niederlagen.

„In Münster haben wir unsere Leistungsfähigkeit nicht zu 100 Prozent auf den Platz bekommen. Und das reicht dann eben nicht, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Wenn wir das in jedem Spiel geschafft hätten, hätten wir ein paar Punkte mehr“, ist sich Gjasula sicher.

Zu viele Fehler im Spiel

Der Mittelfeldspieler bemängelt nicht die Einstellung des Teams, sondern viel mehr die Fehleranfälligkeit. „Das mit der Mentalität ist so eine Sache“, sagt Gjasula, „wenn du ein schlechtes Spiel machst und in der letzten Minute glücklich gewinnst: War das dann auch Mentalität? Die Mannschaft hat meiner Meinung nach kein Problem mit der Einstellung.“ Sondern: „Wir machen zu viele Fehler, die vermeidbar sind.“ Und meistens, das kommt dann eben noch oben drauf, resultieren die in Gegentoren.

Deshalb kommt der FCM nicht drumherum, „weiter an spielerischen Elementen zu arbeiten“. Dabei fällt das Augenmerk auch immer wieder auf die Standardsituationen, aus denen die Magdeburger weiterhin keinen Profit schlagen können. Am auffälligsten war das im Ingolstadt-Spiel, aber auch gegen Münster erarbeitete sich der FCM ein Plus von sechs zu zwei Eckbällen. „Heutzutage können Standards spielentscheidend sein, da ist bei uns noch Potenzial nach oben“, betont Gjasula, der meist als Schütze aktiv ist.

Mehr Varianten bei Standards

Sein Teamkollege Sören Bertram verweist darauf, dass es ein Pluspunkt sein könnte, wenn sich die Mannschaft noch mehr Varianten zurechtlegt: „Wir haben mit Christian Beck eben nur einen Spieler, der 1,90 Meter groß ist“, merkt Bertram an. Somit stößt man mit hohen Bällen in den Strafraum irgendwann auch an Grenzen und wird ausrechenbar.

Für Gjasula dagegen ist das Timing die Herausforderung. „Es sind ja nicht unbedingt immer die größten Spieler, die nach Standards die Tore machen“, meint er, „die Schützen, die den Ball reinschlagen, und die Einläufer in der Mitte, das muss zusammenpassen.“

Beide haben mit ihren Aussagen wohl einen Punkt. Immerhin bemängelte auch Sportchef Maik Franz, dass in Münster erneut nur ein Standard in einer gefährlichen Torsituation mündete. Da sei kein Pep und kein Feuer dahinter, so der Sportchef nach Abpfiff.

Etwas, das Gjasula dann aber doch auf den Punkt des Wollens zurückführt. „Der unbedingte Wille, zum einen beim Schützen, der den Ball scharf in den gefährlichen Bereich bringen muss, und zum anderen bei den Spielern im Strafraum, die bestenfalls ein Tor machen wollen, der muss natürlich da sein.“

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