Von Manuel Holscher ›

Beim ersten Saisonsieg des 1. FC Magdeburg in Meppen präsentierte sich die Defensive stabil. Ein wichtiger Faktor war erneut Jürgen Gjasula.

Magdeburg l Jürgen Gjasula kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, wenn er über seine neue Rolle als Innenverteidiger spricht. Schließlich musste er 33 Jahre alt werden, um diese Position für sich zu entdecken. Die jüngste Entwicklung kann Gjasula noch immer kaum fassen: „Wenn mir vor drei Wochen jemand gesagt hätte, dass ich in der Innenverteidigung spielen werde, hätte ich denjenigen überhaupt nicht ernst genommen. Ich habe dort schließlich noch nie gespielt.“

Doch der erfahrene Gjasula hat mittlerweile Geschmack an der für ihn ungewohnten Position gefunden – die er bisher erst zweimal, gegen Mannheim und in Meppen, innehatte. „Diese Position passt zu mir. Ich habe gerne alles im Blick, kann das Spiel eröffnen und meine Mitspieler auch dirigieren“, sagt er.

Wie gut der 33-Jährige in Meppen war, wird auch bei einem Blick auf die Statistik klar: 57 seiner 66 Pässe kamen beim Mitspieler an, er gewann fünf von sechs Zweikämpfen in der Luft und verbuchte ganz starke 13 Ballgewinne. „Ich bekomme die Werte von meinem Berater und hatte mich deshalb nach dem Meppen-Spiel sehr gefreut, dass es so gut lief“, erklärt er.

Krämer lobt Gjasulas Leistungen in der Defens

Ein Grund des Erfolgs ist auch, dass er sich mit Nebenmann Tobias Müller richtig gut versteht. Beide scheinen sich gesucht und gefunden zu haben. „Tobias hat auf der Position natürlich viel mehr Partien bestritten als ich“, sagt Gjasula. „Wir ergänzen uns aber schon jetzt wirklich gut, waren gut abgestimmt. Ich habe mich in Meppen richtig wohl gefühlt.“ Auch Müller ist zufrieden: „Es hat gut geklappt, wir haben kaum Chancen des Gegners zugelassen.“

FCM-Trainer Stefan Krämer kann sich deshalb gut vorstellen, dass aus dem Innenverteidiger-Duo Gjasula/Müller, das zunächst aus der Not heraus entstand, eine Dauerlösung werden könnte. „Jürgen bringt sehr viel mit von dem, was auf dieser Position gefordert ist. Er ist stark am Ball, verfügt über die notwendige Ruhe und Erfahrung. Auch sein Zweikampfverhalten ist gut“, lobt der Coach.

Doch auch Gjasula weiß, das er sich trotz seines guten Starts in der Innenverteidigung noch verbessern kann. „Ich muss ständig wach sein, weil ich meistens der letzte Mann bin. Das ist eine große Verantwortung“, betont er. „Ich darf den gegnerischen Stürmer nicht aus den Augen lassen. Ich muss auf den Ball und den Gegenspieler gucken.“ Der Deutsch-Albaner ist sich aber sicher, dass er sich mit zunehmender Spielpraxis noch besser zurechtfindet. „Am Ende zählt immer das Ergebnis der Mannschaft. Wenn ich in der Verteidigung mithelfen kann, dass wir gewinnen, freut mich das natürlich“, betont er.

Nach der guten Leistung des neuen Duos ist auch der Ruf nach einem neuen Innenverteidiger prompt leiser geworden. Aufgekommen waren die Diskussionen, weil noch immer unklar ist, wie schwer sich Neuzugang Dustin Bomheuer verletzt hat. Trainer Krämer will sich aber noch nicht festlegen, ob noch jemand verpflichtet wird. „Wir werden uns entscheiden, wenn Dus-tins Diagnose vorliegt“, sagt er.

Müller und Gjasula haben Freiburger Vergange

Das DFB-Pokal-Spiel am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Freiburg ist übrigens für beide, für Müller und Gjasula, eine besondere Partie. Während Müller von 2015 bis 2017 das Trikot der Breisgauer trug, wuchs Gjasula sogar in Freiburg auf. „Meine Familie wohnt dort noch immer. Christian Streich war mein Nachwuchstrainer. Er hatte einen großen Anteil daran, dass ich den Schritt von der A-Jugend in den Profibereich geschafft habe. Ich freue mich sehr darauf, ihn zu sehen“, verrät Gjasula. Und: „Ich verfolge noch immer den Weg des SC Freiburg. Ich wünsche ihnen in der Bundesliga alles Gute, hoffe aber natürlich, dass wir sie richtig ärgern können. Vielleicht gelingt uns die Überraschung, und wir kommen weiter.“

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