Sachsen-Anhalts Fußballverband ruft die Fans der Drittligisten 1. FC Magdeburg und Hallescher FC zu einem fairen Umgang auf. Hintergrund sind die eingestellten Ermittlungen zum Tod des FCM-Fans Hannes. Präsident Erwin Bugar sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Fußballverband gehe davon aus, dass der Sachverhalt umfassend aufgeklärt wurde. „Wir bedauern den Tod von Hannes. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist zu respektieren.“

Hannes‘ Tod hatte die Fußballszene schwer erschüttert – nicht nur in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Bugar sagte, man habe ein Interesse daran, dass es beim Pokal-Halbfinale zwischen Halle und Magdeburg wieder ein volles Stadion gebe. Der Verbandspräsident kritisierte einen Aufruf Magdeburger Fans, das Drittliga-Rückspiel und das Pokalspiel in Halle zu boykottieren. Es müsse akzeptiert werden, wenn Fans das Spiel besuchen wollten. Magdeburger Fans werfen Anhängern des HFC vor, am Tod von Hannes eine Mitschuld zu tragen. Dafür gibt es laut Staatsanwaltschaft aber keine Beweise.

Schon das Hinrunden-Derby der beiden Drittligisten war anders abgelaufen als gewöhnlich: Im November hatten viele HFC-Fans auf die Anreise nach Magdeburg verzichtet. Der Schritt war damals mit Respekt vor dem Tod von Hannes begründet worden.

Ein Tatverdächtiger wurde nicht ermittelt

Hannes, ein Anhänger des 1. FC Magdeburg, war am 1. Oktober 2016 im Bereich des Bahnhofes Haldensleben aus der Regionalbahn gestürzt. Dabei erlitt er schwerste Kopfverletzungen, denen er am 12. Oktober erlag. Laut Staatsanwaltschaft konnte nicht festgestellt werden, dass Hannes von anderen aus dem Zug gestoßen wurde. Er habe die Tür selbst geöffnet. Zwar sei Hannes in der Bahn auf Anhänger des Halleschen Fußballclubs getroffen, diese seien gegenüber Hannes aber nicht gewalttätig gewesen. Das habe die Obduktion ergeben.

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