Halle (Saale)/Magdeburg –

Da standen sie nun im großen Kreis um einen kleinen Bildschirm. Bangen und Hoffen war angesagt. Mit einem 2:0-Sieg hatte der 1. FC Magdeburg seine Pflichtaufgabe gegen Lotte am letzten Spieltag der dritten Fußball-Liga gerade erfüllt. Das Spiel des Konkurrenten Jahn Regensburg im Fern-Duell lief noch. Und die Blau-Weißen waren in jenen bangen Minuten allesamt Münster-Fans.

Doch dieses tatenlose Zusehen strapazierte die Nerven beinahe mehr als die eigenen gut 90 Spielminuten zuvor. In der 64. Minute hatte Michel Niemeyer den Ball schön aus der Distanz flach ins untere Toreck platziert. In diesem Moment hatte der FCM den Aufstiegsplatz erreicht.

FCM im Aufstiegskampf: 18 Minuten Glückseligkeit und Hoffnung

Florian Kath verbesserte die Ausgangsposition mit dem 2:0 noch (68.). Für 18 Minuten herrschte Glückseligkeit und Hoffnung. Doch dann kam die Nachricht aus Münster: Regensburg hatte sich bei den Preußen 1:0 in Front gebracht. Acht Minuten vor dem Abpfiff des dortigen Spiels. Per Handelfmeter. Also wurde den Preußen die Daumen gedrückt, damit vielleicht noch ein Glückschuss irgendwie den Weg ins Jahn-Tor finden möge. Die Hoffnung erfüllte sich nicht.

Entsprechend griff pure Enttäuschung unter den 23 478 zuvor erwartungsfrohen Zuschauern wie innerhalb der Mannschaft um sich. „Wir hätten gern noch zwei Spiele gehabt“, sagte Christian Beck, der Torschützenkönig der Liga. Trotzig setzte er hinzu. „Trotzdem haben wir ein grandioses Jahr gespielt. Anfangs wurden wir abgeschrieben, haben uns dann zurückgekämpft“, meinte er in Anspielung auf den Saisonstart mit nur einem Sieg aber vier Niederlagen aus den ersten sechs Spielen.

FCM-Stürmer Christian Beck: „Nächstes Jahr wieder angreifen“

Zur Halbserie hatte der FCM auf Platz zwei gelegen. Becks Konsequenz: „Nächstes Jahr wollen wir wieder angreifen und nicht unbedingt wieder Vierter werden.“ Denn in der letzten Saison galt Platz vier nebst direkter Qualifikation für den DFB-Pokal noch als riesiger Erfolg für den damaligen Aufsteiger. Jetzt herrschte Ernüchterung. Weil viel mehr möglich war. Doch nur sechs Siege in der Rückrunde kosteten unter dem Strich die zweite Liga.

„Es sollte heute einfach nicht sein. Mein Glückwunsch aber auch an Regensburg, wer die letzten drei Spiele gewinnt, hat es auch sportlich verdient, die Relegation zu spielen“, meinte Trainer Jens Härtel beim MDR. „Wir sind nicht ganz zufrieden, weil wir unterwegs auf der Strecke die entscheidenden Punkte haben liegen lassen. Aber das ist Fußball, das ist Sport.“

Härtel versuchte das bittere Ende mit Fassung zu tragen. Immer gibt es eben jemanden, der knapp am großen Ziel scheitert.

FCM: Vier Abgänge sind bereits sicher

Beim dritten Anlauf des finanziell schon wegen der großen Fan-Schar potenten Klubs wird auch Steffen Puttkammer fehlen. Der 28-jährige Innenverteidiger muss den FCM verlassen. Auch Torschütze Kath, Moritz Sprenger und Ahmed Waseem Razeek gehen. Weitere Abgänge – womöglich Jan Löhmannsröben – werden folgen.

Vielleicht schon vor dem Landespokalfinale am Donnerstag gegen Germania Halberstadt. Dort, am Harzrand, wird ein ehemaliger FCM-Trainer das Liga-Finale mit einem weinenden und einem lachenden Auge gesehen haben: Andreas Petersen darf mit seiner Oberliga-Mannschaft, die ja noch in die Regionalliga aufsteigen kann, auf ein großes Los in der ersten Pokalrunde hoffen. Denn die Saison des FCM beschert seinem Klub den Freifahrtschein in Runde eins.

In Magdeburg werden sie da noch trauern. Und fahnden nach den Knackpunkten, wo denn nun genau der Aufstieg verspielt wurde. Beim 1:1 daheim gegen Absteiger FSV Frankfurt? Oder die Woche zuvor, als es beim HFC auch nur zu einem 1:1 gereicht hatte?

Wenigstens eines bleibt für die Fans: Das Landesderby in der dritten Liga. Eines in Liga zwei, was zur Halbserie möglich war, haben beide verspielt.

 

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