Volksstimme vom 19.10.2015
Autor: Uwe Tiedemann
Aufsteiger schafft 0:0 in Aue / Glinker und Sowislo dabei / Starke erste Halbzeit

Mit dem fünften Remis in der Fremde holte Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg am Sonntag im Ostderby in Aue einen weiteren wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Dabei war beim 0:0 im ersten Abschnitt sogar mehr drin, der Gast drauf und dran, dem Zweitliga-Absteiger das erste Gegentor im eigenen Stadion zuzufügen.

Aue l Nachdem es zwei Tage vorm Spiel noch so aussah, als würden dem Club zwei wichtige Stützen fehlen, gab es für Sonntag Entwarnung. So hatte Keeper Jan Glinker seine Virusinfektion auskuriert, konnte auch Kapitän Marius Sowislo mitwirken, weil seine hochschwangere Frau Julia am Freitagnachmittag entbunden und eine gesunde Tochter namens Daria zur Welt gebracht hatte. „Sie ist 4300 g schwer, 56 cm groß und so zuckersüß wie Mama und Papa“, schmunzelte Sowislo nach dem torlosen Unentschieden und ergänzte: „Der Name Daria hat mit meiner polnischen Herkunft zu tun, heißt soviel wie ,die Mächtige, die Beschützerin‘.“

Zum Spiel, in das der Club, beginnend mit einer Fünfer-Abwehrkette mit Jan Löhmannsröben im Zentrum, sofort gut hineinfand. Die erste Chance vergab Niklas Brandt, der einen Freistoß in zentraler Position über den Kasten jagte (18.).

Auch im weiteren Verlauf waren die Elbestädter über den agilen Burak Altiparmak auf der linken Seite die Elf mit den besseren Möglichkeiten, wenngleich die „Veilchen“ stets gefährlich blieben. So, als Christopher Handke im letzten Moment vor Tom Nattermann klärte (21.) oder Nicky Adler volley knapp verzog (27.).

Eine Minute später vollbrachte Aues Top-Keeper Martin Männel seine größte Tat, als er ein Geschoss aus knapp 25 Metern von Tarek Chahed klasse aus dem Winkel fischte. Und kurz vor der Pause hatte der Aufsteiger den Torschrei erneut auf den Lippen. Christian Beck legte per Brust clever auf Nicolas Hebisch ab, der aus Nahdistanz ebenfalls an Männel scheiterte (42.).

Nach der Pause bot sich freilich ein anderes Bild. Die Platzherren machten nun deutlich mehr Druck, wollten ihre gute Heimbilanz (sechs Spiele, drei Siege, drei Unentschieden, 4:0 Tore) ausbauen. Doch wie schon beim 0:0 in Kiel zeigte sich Glinker von seiner besten Seite, verhinderte gegen den „knochenfreien“ Tom Nattermann einen Rückstand (58.).

Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe zögerte Hebisch zu lange, sodass Simon Skarlatidis noch abblocken konnte, doch es dominierten jetzt die „Veilchen“. Der FCM stand nun längst nicht mehr so stabil wie im ersten Abschnitt und hatte mehr als eine brenzlige Situation zu überstehen. Immerhin verloren die Gäste nie die Übersicht und sorgten mit geschicktem Stellungsspiel dafür, dass Aue wiederholt ins Abseits lief und es so immer wieder Verschnaufpausen gab. Nachdem Skarlatidis im Nachsetzen das FCM-Tor nur um Zentimeter verfehlte (77.), auch drei frische Kräfte die Lücke in der Gäste-Mauer nicht fanden und der Club die Nachspielzeit ebenso überstand, war es geschafft und Auswärtspunkt Nummer fünf unter Dach und Fach.

Aue: Männel – Rizzuto, Susac, Breitkreuz, Riedel, Skarlatidis (83. Handle), Riese, Tiffert, Kvesis (73. Könnecke), Nattermann (63. Kluft), Adler

FCM: Glinker – Butzen, Handke, Löhmannsröben, Hainault, Altiparmak (87. Razeek), Sowislo, Brandt, Chahed, Hebisch, Beck (90. Malone)

Schiedsrichter: Stark (Landshut). Zuschauer: 10 050. Tore: Fehlanzeige. Gelb: – / Brandt

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