Hinter dem 1. FC Magdeburg liegt die beste erste Saisonhälfte seiner Drittliga-Geschichte. Die Mannschaft steht auf Platz zwei. Das Zwischenziel von 45 Punkten ist beinahe erreicht. Der Traum vom Zweitliga-Aufstieg wird immer realistischer. Warum läuft es so gut? Und wer ist dafür verantwortlich?

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Die Zahlen beeindrucken: 19 Spiele, 43 Punkte, Platz zwei – hinter dem 1. FC Magdeburg liegt die beste Hinrunde seiner noch jungen Drittligageschichte. Mit dem 2:0 gegen die Sportfreunde Lotte endete am Freitagabend eine erste Saisonhälfte, die Fans und Unterstützer des Vereins hoffen lässt. Hoffen auf den ganz großen Erfolg, hoffen auf den Zweitliga-Aufstieg.

„Wir müssen demütig sein, wollen erst 45 Punkte holen und dann sehen, was noch geht“, so haben es Verantwortliche und Spieler in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gepredigt. Nun wird es bald so weit sein. Bei einem Sieg am kommenden Spieltag gegen Großaspach sogar schon vor Weihnachten.

Warum läuft es beim 1. FC Magdeburg bislang so gut? Und wer ist dafür verantwortlich? Die Antworten:

1) Das Erfolgsgeheimnis

Ist kein Geheimnis, sondern offenkundige Berechnung – ein Hoch auf die Kaderplaner des FCM! Die heißen Mario Kallnik (43 Jahre) und Maik Franz (36) und beherrschen weit mehr als nur das Einmaleins des Sportmanagements. Der Geschäftsführer und sein Assistent haben im Sommer und den Monaten zuvor hervorragend gesichtet. Dann haben sie auch noch hervorragend verhandelt und mit Cheftrainer Jens Härtel (48) eine Mannschaft mit Aufstiegspotenzial zusammengestellt.

Die Zugänge haben für neue Impulse gesorgt – und zwar in allen Mannschaftsteilen. Das Gerüst des Teams besitzt blau-weiße DNA, spielt seit Regionalliga-Zeiten zusammen. Der Kader ist ausgeglichen besetzt. Ausfälle bringen das Konstrukt mitnichten zum Einsturz. Die Spieler verstehen sich untereinander. Doch ebenso herrscht gesunder Egoismus. Es geht nicht nur um die Zukunft des Klubs, sondern um die Zukunft eines jeden Einzelnen.

Entscheidend: Trainer Härtel moderiert den Konkurrenzkampf in dieser Saison bislang vorzüglich. In den vergangenen Spielzeiten beklagten sich Reservisten auch öffentlich immer mal wieder über ihre Rolle. Jetzt investieren die Unzufriedenen ihre Energie lieber in das Training. Überzeugen sie dort, gewährt der Fußballlehrer ihnen auch Einsatzzeiten. Härtel beweist bei seiner Rotation ein gutes Gespür für die Gefühlslagen und begründet seine Entscheidungen. Der Erfolg lässt keine Widerrede zu.

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2) Der wertvollste Spieler

Jetzt werden manche unken und jetzt werden manche nörgeln, aber der wertvollste Spieler für den FCM war bislang: Christian Beck. Ja, es stehen für eine Tormaschine wie den 1,96-Meter-Mann erst mickrige fünf Buden auf dem Konto. Die Bedeutung von Beck geht in dieser Spielzeit aber weit über seine Treffer hinaus.

Weil Kapitän Marius Sowislo öfter als noch in der vergangenen Saison zu den Reservisten zählte, trug Beck als sein Stellvertreter zehnmal die Kapitänsbinde. Der 29-Jährige ist längst zum Anführer gereift. Auch von seiner zwischenzeitlichen Torjubel-Durststrecke ließ er sich nicht frustrieren, arbeitete weiter vorbildlich für seine Mitspieler. Was unheimlich wichtig war. Denn würde Beck die launige Diva geben, wäre das Gift für jede Kabine. Doch davon ist er weit entfernt.

Er ist ein wichtiger Fixpunkt im System von Trainer Härtel und hat bewiesen, dass er in verschiedenen Varianten erfolgreich arbeiten kann – ob nun mit einem oder zwei Nebenmännern im Angriff. Dass die Defensive beim FCM auch für Stürmer bedeutend ist, hat er ohnehin verinnerlicht wie kein Zweiter. Beck ackert und ackert und ackert. Und zum Ende der ersten Saisonhälfte traf er auch wieder: vier Tore in den vergangenen drei Partien.

Der Stürmer hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2020 verlängert. Beidseitig war das ein wichtiges Zeichen. Christian Beck will mit dem Klub in die zweite Liga – und auch im zweiten Saisonabschnitt so wertvoll sein.

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3) Der X-Faktor

Philip Türpitz. Ohne Frage. Auch wenn sein unschönes Aufeinandertreffen mit Daniel Bohl im Derby gegen den Halleschen FC und die folgende Sperre von drei Spielen das Ende der Hinrunde etwas getrübt hat: Der Zugang aus Chemnitz sorgte beim FCM gerade in den ersten Saisonwochen für das gewisse Etwas. Wie der 1,78 Meter große Angreifer seine Gegner umkurvt, sollte für jedes Video-Lehrbuch eingefangen werden. Sein Spitzname lautet „Torpedo“ – in Anlehnung an seinen Donnerschuss. Der 26-Jährige kann Spiele allein entscheiden.

Mit sechs Toren ist Türpitz bester Torschütze des FCM. Und er denkt auch an seine Mitspieler. Fünf Vorlagen belegen das. Außerdem bemerkenswert: seine Einstellung. „Solange der Schiedsrichter das Spiel nicht abpfeift, kann ich nicht aufhören zu rennen“, hat er mal gesagt. „So einfach ist das.“ Philip Türpitz dient als Vorbild, was Arbeitsethos anbelangt – und wird nach seiner Sperre nur noch engagierter zu Werke gehen.

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4) Die Überraschung

Michel Niemeyer spielt bislang die Saison seines Lebens. Der nette Junge aus Salzwedel hat sich zum Schrecken der gegnerischen Abwehrreihen gemausert. Seine Hinrunden-Bilanz: fünf Tore und vier Vorlagen. Verletzungsbedingt verpasste der 22-Jährige die erste Hälfte der vergangenen Saison. In der Rückrunde wurde Niemeyer, der gelernte Offensivmann, von der linken defensiven Seite wieder nach vorne beordert und deutete sein Potenzial an.

Doch dass seine Leistungen nun so explodieren würden, hätte kaum jemand gedacht. Durch seine überzeugenden Auftritte hat sich Niemeyer bereits in das Notizbuch so mancher höherklassiger Klubs gespielt. Kein Wunder, er präsentiert sich abschlussstark und passsicher, wirbelt durch die freien Räume. Mit dem FCM in Liga zwei aufsteigen, das ist sein Traum – und wäre gar keine allzu große Überraschung mehr.

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5) Die Hopp-oder-Top-Attitüde

Nach 19 Partien hat der FCM erst ein Unentschieden auf dem Konto. Nur gegen Wiesbaden stand am Ende ein torloses Remis auf der Anzeigetafel. Magdeburg spielt auf Sieg. Wo in der vergangenen Spielzeit lieber noch ein sicherer Punkt gerettet wurde, geht der FCM jetzt auch am Ende volles Risiko.

Ergebnis sind die meisten Siege (14) und wenigsten Niederlagen (4) der dritten Liga. Spitzenreiter Paderborn weist die gleiche Bilanz vor, hat das bessere Torverhältnis. Ein weiterer Aspekt: Der FCM verteidigt seinen Vorsprung in den Schlussphasen gekonnter als noch in der Vorsaison. Zur neuen Coolness kommt dann auch noch Glück dazu – und das hat sich der FCM in der besten Hinrunde seiner Drittligageschichte wahrlich erarbeitet.

Quelle : https://www.mdr.de/

Eine Antwort zu “Fünf Gründe für den Erfolg des FCM”

  1. Stetson Hatteras sagt:

    Es ist zu einfach den erfolg an den wenigen Namen fest zu machen. Ein Handke zählt ebenso zu den Garanten. Ein Schäfer ist nicht mehr weg zu denken . Ein junger Rother ist genauso eingeschlagen wie der Wandervogel Erde. Und zu guter letzt mausert sich der chancentod Düker zum flankengott. Alles im Lot beim FC !

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