Von Dennis Uhlemann ›

Beim FCM fühlt sich der 26-jährige Stürmer Kai Brünker schon nach kurzer Zeit sehr wohl. Derzeit legt er Extraschichten ein.

Magdeburg l Kraft- und Stabilitätsübungen, kurze Sprints, Passspiel unter Druck – die Trainingseinheit des 1. FC Magdeburg war durchaus kräftezehrend. Dennoch ließ es sich Kai Brünker im Anschluss nicht nehmen, noch ein paar Abschlüsse zu üben, die nicht auf dem Programm standen. „Ich war zwar kaputt, aber das muss sein“, sagt der Neuzugang des FCM. Basketballer werfen in einem Training 300 Mal auf den Korb, hörte Brünker kürzlich in einem Podcast. So viele Schüsse waren es bei ihm jetzt nicht, aber er betonte: „Du brauchst als Stürmer diese Wiederholungen, um Sicherheit vor dem Tor zu haben.“

Brünker ist somit nicht nur eine Frohnatur und kann den FCM mit seiner humorvollen und offenen Art weiterbringen, der sportliche Ehrgeiz ist beim 26-Jährigen ebenfalls groß. Und das wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Denn sein Vater Dirk war ebenfalls Fußballprofi, spielte beim SC Freiburg in der zweiten Liga sogar mit dem heutigen Bundestrainer Joachim Löw zusammen. „Er wollte unbedingt, dass ich Fußballer werde. Er hat mir schon Plüsch-Fußbälle ins Bett gelegt, als ich noch ein Baby war.“

Die ersten Schritte auf dem Platz machte Brünker dann tatsächlich schon mit drei Jahren. In seiner Jugendzeit war der Rechtsfuß folglich zunächst defensiver Mittelfeldspieler. „Ich habe mich aber immer schon offensiv mit eingeschaltet“, denkt er zurück. Und in der B- und A-Jugend wurde er dann auch vorne reingestellt. Und entwickelte sich in der Verbandsliga zu einem sehr zuverlässigen Knipser.

Einjährige Odyssee auf der Insel

Was dem ausgebildeten Elektriker einen großen Schritt ermöglichte. Statt auf die Meisterschule für Elektrotechnik ging er – wie sein Vater – zum SC Freiburg. Und auch wenn er nur für die zweite Mannschaft in der Regionalliga kickte, wurde der englische Drittligist Bradford City auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Womit eine gut einjährige Odyssee auf der Insel begann, die ihm seinen Spitznamen einbrachte. „Da sind mal zwei Spieler an mir abgeprallt, danach war ich der Panzer“, berichtet das 1,90-Meter-Kraftpaket lachend.

Weil es aber auch viele Trainerwechsel gab und nicht alle auf Brünker setzten, er sich einen Bänderriss zuzog und auch etwas Heimweh hatte, kehrte er im Januar 2019 zurück in die Heimat zur SG Sonnenhof Großaspach, mit der in diesem Sommer aus der 3. Liga abstieg.

Doch er wollte in der Liga bleiben und entschied sich aus einer Handvoll Angebote für den FCM. „Hier sind die Fans und das Umfeld super“, sagt der gebürtige Villinger, der in der neuen Heimat schnell eine Wohnung am Domplatz gefunden hat.

Brünker zeichnet und löst Kreuzworträtsel

„Die Menschen hier sind sehr offenherzig.“ Und mit dem Rad hat er auch schon die Stadt erkundet. „Es gibt viele ruhige Plätze zum Spazierengehen und Abschalten“, sagt der Sauna- und Fitnessfan, der in seiner Freizeit auch gern mal zeichnet, Kreuzworträtsel löst oder mit Freunden Karten spielt.

Der Familienmensch, der täglich Kontakt in die Heimat zu seinen Eltern und seiner Freundin hat, ist im Leben „für alles zu haben“, gleichermaßen aber auch „tiefenentspannt“. Übrigens auch, was seine Rolle im Team angeht. „Na klar will ich spielen, aber der mannschaftliche Erfolg steht im Vordergrund“, sagt er über einen möglichen Konkurrenzkampf mit Christian Beck um den Platz im Sturmzentrum. „Ich werde nicht stinkig sein, wenn ich auf der Bank sitze. Aber es ist ja auch nicht ausgeschlossen, dass wir beide spielen.“ Vor allem nicht, wenn „Panzer“ weiterhin so fleißig an seinem Abschluss feilt.

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