Seit Anfang 2016 ist Maik Franz beim 1. FC Magdeburg als Assistent der Geschäftsführung tätig. Zum 1. Oktober wurde er fest an den Verein…

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Im Interview mit der Volksstimme sprach Franz über Scouting, das Pokalspiel gegen Dortmund und den Aufstieg.

Volksstimme: Herr Franz, seit 1. Oktober sind Sie hauptamtlich für den FCM tätig. Was hat sich dadurch für Sie verändert?

Maik Franz: Eigentlich läuft alles ähnlich, mit dem Unterschied, dass der FCM mein Arbeitgeber ist und ich jetzt einen laufenden Vertrag habe. Das ist für beide Seiten eine angenehmere Situation. Für mich ist das auch ein Vertrauensbeweis seitens des Vereins. Das zeigt mir, dass der Verein mit meiner Arbeit der vergangenen eineinhalb Jahre zufrieden ist.

Warum haben Sie nicht den Titel Sportdirektor?

Meine Arbeit ist relativ nahe an dem, was ein Sportlicher Leiter auf seinem Aufgabentisch hat. Mir sind Bezeichnungen oder Namen aber völlig egal. Ich kenne meine Position und meine Aufgaben. Mario Kallnik, das Trainerteam und ich tragen Verantwortung für den sportlichen Bereich, sprechen uns ab und haben einen sehr guten Austausch.

Wie sieht die Aufteilung zwischen Ihnen und Geschäftsführer Mario Kallnik aus?

Mario ist als Geschäftsführer ja für alles verantwortlich und ich unterstütze ihn vor allem im sportlichen Bereich. Ich denke, dass diese Aufteilung sehr gut passt. Der Verein ist für Mario immer das Wichtigste, er stellt den FCM immer an die erste Stelle. Das habe ich bei manchen Vereinen auch anders erlebt. Ich kann deshalb noch viel von ihm lernen.

Hätten Sie sich nach dem Ende Ihrer Profilaufbahn auch einen anderen Weg im Fußball vorstellen können?

Es war mein Ziel und Wunsch, ins Management eines Vereins zu gehen. Der Trainerberuf ist, so wie es jetzt aussieht, eher nichts für mich, auch wenn ich einige Scheine gemacht habe.

Sie sind für den Scoutingbereich beim FCM verantwortlich. Was haben Sie verändert?

Früher lief das Scouting über die Netzwerke von Mario Kallnik und des jeweiligen Trainers. Das haben wir ausgebaut. Die Strukturen, die ich während meiner Profizeit bei vielen Vereinen gesehen habe, versuchen wir nun in einem guten Mix auf den Club zu übertragen. Wir haben eine eigene Datenbank und eine Video-Datenbank. Außerdem sind zwei feste Scouts in Deutschland für uns unterwegs.

Welche Vorteile haben diese neuen Strukturen?

Als wir im Sommer einen schnellen Verteidiger verpflichten wollten, haben wir den Wechsel von Steffen Schäfer innerhalb kürzester Zeit abgewickelt, weil wir ihn bereits kannten und beobachtet hatten. Dadurch wussten wir, welch ein Typ Spieler er ist. Es ist für mich einfach wichtig, dass wir immer bestens Bescheid wissen, wenn es um potenzielle neue Spieler geht, damit wir bei Bedarf handeln können.

Sie haben häufig mit Spielerberatern zu tun. Sind Sie schon enttäuscht worden?

Eigentlich nicht so oft. Wir bekommen zwar ständig Angebote per E-Mail und über das Telefon. Aber dadurch, dass wir über die Video-Datenbank Instat die Möglichkeit haben, uns die Spieler anzuschauen, können wir uns schnell ein eigenes Bild machen.

Bei der Kaderplanung stehen Sie mit in der Verantwortung. Wie groß ist die Angst, dass ein Transfer nicht passt?

Die Anspannung ist groß. Wir machen uns viele Gedanken und sind viel unterwegs. Von dem, was wir machen, sind wir überzeugt. Ob das dann immer so passt, kann man nie genau sagen. Aber wir können gewisse Dinge ausschließen. Ich denke, da lagen wir bisher nicht so schlecht. Das rein Sportliche ist bei einem Spieler schwer vorherzusagen. Das hängt unter anderem auch vom privaten Umfeld, der Fitness und vielen anderen Dingen ab. Vorhersehbar ist aber, ob ein Spieler von der Philosophie und vom Charakter zu uns passt.

Der FCM hat 30 Punkte aus zwölf Spielen geholt. Können Sie sich gegen das Thema Aufstieg überhaupt noch wehren?

Wir hatten eine Super-Startphase. Ich sehe das als 100-Meter-Sprint. Ein Drittel haben wir geschafft, wir haben aber noch einige Meter vor uns. Die Basis ist gut und wir brauchen uns auch nicht kleinmachen, weil wir eine gute Mannschaft haben. In Kombination mit den Zuschauern können wir zu Hause eine Wucht entwickeln, die es so in der 3. Liga momentan nicht gibt. Trotzdem müssen wir genauso weitermachen, sonst bekommen wir Probleme. Das haben wir bei den Auswärtsniederlagen in Großaspach und in Zwickau gesehen.

Am Ende des Sprints steht dann aber der Aufstieg?

Was am Ende dabei rauskommt, werden wir sehen. Jetzt schon darüber zu philosophieren, bringt uns keinen Meter voran. Wir müssen weiter hart und intensiv arbeiten.

Am Dienstag empfängt der FCM im DFB-Pokal Borussia Dortmund. Wie groß sind die Chancen der Magdeburger?

Fußballwunder gibt es immer wieder. Ich habe solche Spiele selber schon miterlebt. In der Saison 2001/2002 haben wir mit Wolfsburg II Dortmund 1:0 geschlagen. Die Jungs haben jetzt gegen Augsburg gezeigt, was möglich sein kann. Klar ist aber auch, dass Dortmund der große Favorit ist und beim BVB wenig und bei uns alles passen muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.