Auch wenn der 1. FC Magdeburg zum Zweitligastart gegen den FC St. Pauli verlor, vermeidet Sportchef Maik Franz eine verfrühte Einordnung.

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Magdeburg l Der Platz neben der Bank war für Maik Franz neu. Eigentlich war dieser in den vergangenen Jahren immer für Geschäftsführer Mario Kallnik reserviert. Seit der Beförderung von Franz zum Leiter der FCM-Lizenzspielerabteilung haben die beiden aber die Rollen getauscht. Der Ex-Bundesliga-Spieler ist jetzt bei der Mannschaft am Rasen, Kallnik beobachtet das Geschehen von der Tribüne aus.

„So unbekannt war die Sicht für mich nicht. Ich habe während meiner aktiven Zeit ja häufiger mal auf der Bank gesessen“, scherzt Franz. Aber: „Ich bekomme jetzt viel mehr die Stimmung auf und neben dem Rasen mit. Außerdem ist eine gewisse Präsenz wichtig.“

Intensive Analyse

Für den Ex-Profi, der für den FCM, VfL Wolfsburg, Karlsruher SC, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC Berlin aktiv war, war das 1:2 gegen St. Pauli eine ärgerliche Niederlage, bei der ein Punkt nicht unverdient gewesen wäre. Doch auch wenn die Partie für den Club über weite Strecken gar nicht mal schlecht lief – der Sportchef stellt klar, dass es eine intensive Analyse mit allen Facetten gab.

Zum Kreis derer, mit denen sich Franz intern austauscht, gehören das Trainerteam und Geschäftsführer Kallnik. „Wir haben am Montag zusammengesessen. Jeder bringt seine Meinung ein. Wir beobachten die Spiele, die Situation und sammeln Erkenntnisse für die kommenden Wochen“, erzählt er, stellt aber auch klar. „Es ist jetzt nach einer Partie ganz sicher nicht der Zeitpunkt, um Parolen nach außen zu tragen. Nach vier, fünf Spieltagen ist eine Tendenz erkennbar.“

Wann kommt der neue Verteidiger?

Wann die Zeit gekommen ist, die letzte offene Planstelle zu besetzen, kann und will er noch nicht sagen. Idealerweise soll zeitnah ein gestandener Innenverteidiger mit Organisationsqualitäten verpflichtet werden. „Wir beobachten den Markt. Das machen aber auch einige andere Vereine. Das Gute ist, dass wir nicht unter Druck stehen, weil wir einen guten Stamm zusammenhaben“, meint Franz. Bis zum 31. August muss spätestens eine Entscheidung gefallen sein, dann schließt das Transferfenster. Danach könnten bis zur nächsten Phase im Januar nur noch vertragslose Profis verpflichtet werden.

Doch auch Franz sieht, dass Einstellung und Disziplin in der Mannschaft beim Auftakt stimmten. Obwohl die Partie sehr intensiv geführt wurde, gab es nur eine Gelbe Karte – für den Paulianer Johannes Flum. Ein Umstand, von dem Franz, früher selbst kein Kind von Traurigkeit, überrascht war. „Der Schiedsrichter hat die Partie schon gut laufen lassen“, sagt er. Eine spezielle Ansprache, sich zurückzuhalten, um nicht zu viele Verwarnungen zu kassieren, habe es jedenfalls nicht gegeben. „Das wäre kontraproduktiv.“

Für den FCM-Sportchef gilt der Fokus jetzt der nächsten Aufgabe – dem Auswärtsspiel am Sonntag bei Erzgebirge Aue. Der kommende Gegner rettete sich in der vergangenen Saison nur knapp in der Relegation gegen Karlsruhe. „Für mich sind die Ostderbys immer die schönsten Partien. Unter dem Strich ist für uns aber eigentlich jedes Spiel in dieser Zweitligasaison ein Highlight.“

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