Manfred Osei Kwadwo ist ein Spieler, der gute Chancen hat, Publikumsliebling beim 1. FC Magdeburg zu werden.

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Magdeburg l Der Neuzugang liebt das direkte Duell mit seinem Gegenspieler und möchte auf dem Rasen vor allem eins: erfolgreich sein und Spaß haben.

Gleich zu Beginn einer Begegnung mit Manfred Osei Kwadwo fällt eines auf: Der 23-Jährige lacht gerne und viel. „Ich bin ein offener und lockerer Typ. Deshalb glaube ich auch, dass ich mich beim FCM schnell zurechtfinden werde“, sagt er.

Weit weg von Familie und Freunden

Für den Offensivspieler ist es das erste Mal, dass er zu einem Verein wechselt, der weit weg von seiner Familie und seinen Freunden ist. „Der Abschied war nicht einfach. Ich habe die letzten Tage in Kaiserslautern sehr viel Zeit mit meinen Freunden verbracht“, gibt er zu. „Beim FCM kannte ich bereits Tarek Chahed, weil wir bei der gleichen Agentur sind. Mit ihm und Richard Weil verstehe ich mich schon richtig gut. Mit Joel Abu Hanna habe ich zudem zuletzt ja in Lautern zusammengespielt und dort auch viel unternommen.“

Kwadwo wurde in Kumasi (Ghana) geboren, kam im Alter von fünf Jahren nach Deutschland und wuchs in der Nähe von Darmstadt auf. An seine ersten Jahre in Ghana kann sich Kwadwo aber kaum noch erinnern. „Ich war zuletzt vor zwei Jahren in meinem Heimatdorf. Dort haben mich gleich alle erkannt, ich hatte zwar ein vertrautes Gefühl, habe aber kaum noch Bilder von früher im Kopf. Nächstes Jahr möchte ich wieder hin“, sagt er.

Im Nachwuchs von Eintracht Frankfurt

Fußballerisch machte Kwadwo zunächst im Nachwuchs des SV Darmstadt 98 auf sich aufmerksam. „Ich habe in einem Dorf in der Nähe von Darmstadt gewohnt. Mit Freunden wollte ich damals zu E-Jugend-Zeiten, eine eigene Mannschaft gründen. Das hat nicht so ganz geklappt“, sagt er und lacht. „Durch meine Erzieherin, der ich bis heute dankbar bin, bin ich 2008 zum SV Darmstadt 98 gekommen, weil sie ein großer Fan des Vereins ist. Wenn ich jetzt dort bin, schaue ich mir mit ihr immer mal Spiele an.“

Über den Nachwuchs des SV Darmstadt 98 und von Eintracht Frankfurt kam er 2010 zum 1. FC Kaiserslautern. „Dort habe ich mich Schritt für Schritt weiterentwickelt“, sagt Kwadwo. Über die zweite Mannschaft tastete er sich an das Profiteam heran, mit dem er immer häufiger trainierte. Am 17. Dezember 2014 feierte er beim 1:1 gegen den TSV 1860 München schließlich sein Zweitliga-Debüt für den FCK. Mittlerweile hat er 22 Zweitligapartien auf dem Konto.

Manni in Lautern gefeiert

Beim Traditionsverein wurde der linke Flügelstürmer schnell zum Publikumsliebling. Immer wieder riefen die Zuschauer „Maaannnniiiiii“. Diesen Spitznamen hat Kwadwo bereits seit seiner Kindheit. „Das hat sich so ergeben. Mein Vater fand den Namen Manfred schön, meine Freunde haben mich schnell Manni genannt“, erklärt er. Dass er in Kaiserslautern so beliebt war, erklärt er sich selbst durch seine Art, wie er spielt. „Ich möchte immer Spaß haben. Es ist super, wenn man auch mal ein paar Tricks zeigen kann. Ich fand es damals super, wie Ronaldinho beim FC Barcelona gespielt hat. Er hatte während einer Partie fast immer ein Lächeln im Gesicht“, sagt Kwadwo.

In Lautern warfen ihn allerdings auch Verletzungen immer wieder zurück. „Es war meistens so, dass ich gerade kurz davor war, in die Startelf zu kommen, dann aber durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Verletzungen sind Mist, ich gucke den anderen Spielern nur ungern tatenlos zu“, sagt Kwadwo.

Tor gegen den FCM

Mit dem FCM kreuzten sich seine Wege in der Saison 2016/17, als er von Lautern für ein Jahr zum Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach ausgeliehen wurde. Am 19. November 2016 gewann der Club zwar mit 3:1 in Großaspach, Kwadwo machte aber ein richtig gutes Spiel, überzeugte durch seine Dribblings und erzielte auch den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer. „Ein Unentschieden wäre damals schon gerecht gewesen“, sagt er und schmunzelt. Die Zeit beim Drittligisten sei ansonsten schon so etwas wie ein Kulturschock gewesen. „Dort ist nicht viel, es ist ein Dorf. Für mich war es trotzdem gut, weil ich mich komplett auf Fußball konzentrieren konnte. Außerdem habe ich mich durch die 3. Liga an körperliches Spiel gewöhnt“, betont er.

In diesem Jahr traf er auch Schlagersängerin Andrea Berg, die mit Ulrich Ferber, dem Mitbegründer der SG Sonnenhof Großaspach, verheiratet ist. „Ihre Musik ist aber nicht so mein Fall. Ich höre R‘ n‘ B, Hip-Hop und House. Deshalb war ich in der Mannschaft auch immer mal der DJ“, sagt Kwadwo.

Akribische Arbeit nach dem Spiel

Sein Tor gegen den FCM war übrigens ein seltenes Erfolgserlebnis. In der vergangenen Saison, als der Spieler mit der Rückennummer 22 mit Kaiserslautern aus der 2. Bundesliga abstieg, blieb er ohne Treffer. „Ich hätte eigentlich fünf Tore schießen müssen. Vielleicht muss ich mal einen Ball reinstolpern, damit der Knoten platzt.“ Der Offensivspieler ist sehr akribisch, wenn es darum geht, seine eigene Leistung auszuwerten. „Ich bekomme nach jedem Spiel Szenen per App zugeschickt. Dann rede ich auch viel mit meinem Berater und mit meinem Vater“, sagt er.

Mit und beim FCM will er sich in der kommenden Saison möglichst schnell etablieren. Kwadwo: „In der 2. Liga entscheiden oft einzelne Spieler eine Partie. Darauf müssen wir uns einstellen. Das kann vielleicht etwas dauern, wir haben aber eine richtig gute Mannschaft.“

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