Von Manuel Holscher ›

Jan Kirchhoff zeigt gegen Aue, warum er für Zweitligist 1. FC Magdeburg wichtig werden kann.

Magdeburg l Am späten Dienstagabend, als sich das Stadion bereits geleert hatte, war es die pure Erleichterung, die bei Jan Kirchhoff durch ein wohliges Lächeln sichtbar wurde. Der FCM hatte gerade 1:0 gegen Aue gewonnen, sein Debüt nach mehr als sechs Monaten ohne Pflichtspiel war geglückt. „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, Fußball zu spielen. Die Stimmung war super“, schwärmte er.

Kirchhoff spielte schon beim FC Bayern München und beim FC Schalke 04 – doch dieser Dienstagabend in Magdeburg bekommt in seiner emotionalen Vitrine einen besonderen Platz. Denn der 28-Jährige hatte einen entscheidenden Anteil am ersten Heimsieg in der noch jungen FCM-Zweitligageschichte.

Rhythmus bestimmt, Bälle gefordert

Kirchhoff war tatsächlich gleich im ersten Einsatz der Dirigent vor der Abwehr, leitete Angriffe ein, bestimmte den Rhythmus, forderte Bälle. Seinen Wert von 66 Ballkontakten überbot nur Marius Bülter, der 74 Mal am Ball war. Auch Kirchhoffs Zweikampfquote von 61 Prozent lag über dem Durchschnitt seiner Mannschaft von 51  Prozent. Zudem kamen 72 Prozent seiner Pässe bei einem Mitspieler an.

Entsprechend zufrieden war FCM-Trainer Michael Oenning. „Dass Jan passstark ist, wusste ich. Mir war aber wichtig, dass er von Beginn an eine Präsenz auf dem Rasen ausgestrahlt hat. In den ersten Minuten hat er wichtige Zweikämpfe gewonnen und damit ein Zeichen gesetzt, dass er vorangeht“, lobte der Coach. Und: „Ich war zwar nicht überrascht, habe mich aber gefreut, dass es so gut geklappt hat. Es ist schließlich nicht so einfach, nach einer langen Pause den Rhythmus zu finden.“

Klar ist: Oennings Idee, mit Kirchhoff einen erfahrenen und großgewachsenen Spieler für die Position im defensiven Mittelfeld zu verpflichten, ging bisher voll auf.

Kirchhoffs Grätsche ist Szene des Spiels

Auch Befürchtungen, dass er sich nach vielen Verletzungen in der Vergangenheit zurückhalten würde, bewahrheiteten sich gegen Aue nicht. Im Gegenteil: Kirchhoff spielte 90 Minuten durch und ging sogar so weit, dass er in der 74. Minute durch eine gewagte Grätsche für die Szene des Spiels sorgte. Er grätschte im eigenen Strafraum gegen Aues Ole Käuper, spielte zwar klar den Ball, doch Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck gab Elfmeter. Den nahm er aber nach dem Eingreifen von Assistent Thomas Gorniak zurück. „Ich hatte nach dem Pfiff zunächst Angst, dass die Entscheidung so stehen bleibt“, gab Kirchhoff zu. „Respekt dafür, dass der Schiedsrichter den Mut hatte, die Entscheidung zurückzunehmen.“

Nach getaner Arbeit konnte Kirchhoff zufrieden sein. „Wir können sehr viel Positives mitnehmen. Wir sind super ins neue Jahr gestartet, haben den ersten Heimsieg geholt.“ Schon morgen um 18.30 Uhr beim FC Ingolstadt will der FCM die nächste Hürde auf dem Weg zur Mission Klassenerhalt nehmen.

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