Volksstimme vom 06.02.2016
Autor: Thomas Juschus
FCM quält sich zu einem 0:0

Club kann Überzahl in Chemnitz nicht nutzen / Frahn geht Brandt an die Gurgel

Drittligist 1. FC Magdeburg hat am Freitagabend mit dem 0:0 beim Chemnitzer FC sein Minimalziel erreicht. Die Gäste, ab der 42. Minute in Überzahl (Rot für Daniel Frahn), taten sich jedoch gerade in der zweiten Hälfte schwer.

Chemnitz l Jens Härtel schickte in Chemnitz zum dritten Mal in Folge die gleiche Aufstellung ins Rennen. Nach dem 2:1 beim HFC und dem 1:1 gegen Werder II sah der FCM-Trainer keinen Grund für einen Wechsel. Rückkehrer Nico Hammann saß deshalb zu Beginn auf der Bank, Neuzugang David Kinsombi war erstmals im 18er Kader.

Die Gastgeber, nach dem 2:5 in Kiel in Zugzwang, begannen druckvoll. Trainer Karsten Heine beorderte mit Daniel Frahn, Alexander Bittroff, Erik Uzoma und Torwart Marius Gersbeck vier seiner Neuzugänge in die Startformation. Der FCM verlor in der Anfangsphase im Aufbau zu schnell die Bälle, wackelte aber nur bei einem 30-Meter-Freistoß von Torjäger Anton Fink (13. Minute), den Torwart Jan Glinker zur Ecke lenkte.

Danach befreite sich der FCM und wäre sogar fast in Führung gegangen. Eine verunglückte Flanke von Steffen Puttkammer von der linken Seite überraschte Gersbeck und schlug an den rechten Innenpfosten (26.).

Aufregung dann nochmals vor der Pause: Nach einem Foul von Sebastian Ernst an Fabian Stenzel, für das es Gelb gab, kam es kurzzeitig zu einer Rudelbildung, Frahn reagierte über und kassierte nach einem Griff an den Hals von Niklas Brandt Rot (43.). Ein echter Schock für den Neuzugang aus Heidenheim.

Auch in der zweiten Hälfte blieb die Partie zäh und umkämpft. Freuen durfte sich in der 55. Minute Rückkehrer Nico Hammann, der für Michel Niemeyer kam und damit sein Debüt gab.

Auf dem Rasen tat der FCM weiter schwer, hatte in der 80. Minute Glück, dass Philip Türpitz knapp vorbeizog. Dass der FCM mit einem Akteur mehr auf dem Platz stand, war über weite Strecken nicht zu erkennen. Im Spiel nach vorn lief zu wenig zusammen, gab es darüber hinaus immer wieder Fehlpässe. Fast wäre aber doch noch das Siegtor gelungen, doch Burak Altiparmak scheiterte am Pfosten (90.).

Härtel zum Auftritt seiner Mannschaft: „Mit der zweiten Halbzeit kann man nicht zufrieden sein. Chemnitz hat mutig nach vorne gespielt, mein Team dagegen zu viele Bälle verloren. Immerhin haben wir unser Minimalziel erreicht.“ Kollege Karsten Heine: „Mit der Reaktion der Mannschaft nach der Pleite in Kiel war ich zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht. Trotzdem kein Vorwurf an die Jungs.“

Und Brandt meinte: „Wir haben es heute nicht gut gemacht, in der zweiten Halbzeit zu viele zweite Bälle verloren.“

CFC: Gersbeck – Dem, Röseler, Endres, Bittroff, Danneberg, Türpitz, Stenzel, Uzoma (73. Cincotta), Frahn, Fink (90. König)

FCM: Glinker – Butzen, Handke, Puttkammer, Niemeyer (55. Hammann), Chahed (83. Altiparmak), Löhmannsröben, Sowislo, Brandt, Ernst (73. Fuchs), Beck

Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück). Zuschauer: 8278. Tore: Fehlanzeige. Gelb: Danneberg, Cincotta / Ernst. Rot: Frahn (42./Tätlichkeit)

Volksstimme vom 06.02.2016
Autor: Thomas Juschus
Denkzettel für den Aufstiegshelden

FCM-Stürmer Nicolas Hebisch in Chemnitz nicht im Kader

Chemnitz (ju) l Er ist mit zwei Toren in der Relegation gegen Kickers Offenbach nach wie vor der Aufstiegsheld: Nicolas Hebisch. In der 3. Liga hat der FCM-Stürmer aber zusehends einen schweren Stand. Am Freitag beim Chemnitzer FC stand der 25-Jährige nicht im Kader und bekam damit von Trainer Jens Härtel einen Denkzettel verpasst.

Zuvor hatte Härtel fast immer schützend die Hand über den Berliner gehalten, der in dieser Saison immerhin schon 21 Einsätze auf dem Konto hat.

„Natürlich bin ich nicht glücklich darüber“, so Hebisch, der das Spiel zuhause vor dem Fernseher im MDR verfolgte. Und: „An der Trainingsleistung hat es nicht gelegen, so wurde mir versichert. Begründet wurde es mit dem letzten Spiel.“ Beim 1:1 gegen Werder hatte Hebisch nach seiner Einwechselung eine äußerst unglückliche Figur abgegeben und auch seine Aktie am späten 1:1-Ausgleich.

„Ich muss die Entscheidung des Trainers akzeptieren, auch wenn es mir schwerfällt. Ein Grund könnte sicherlich die Stimmung im Umfeld mir gegenüber sein, im letzten Spiel gab es leider vermehrt Pfiffe gegen mich“, klagte Hebisch, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft.

Härtel sprach von einer Entscheidung „nicht gegen Nicolas Hebisch, sondern für einen anderen Spieler“.

In einem Testspiel trifft der FCM am heutigen Sonnabend auf Regionalligist Hannover 96 II (MDCC-Arena, Nebenplatz 2, Anstoß 11 Uhr)

Volksstimme vom 05.02.2016
Autor: Thomas Juschus
Der Star ist die Mannschaft

FCM will auch in Chemnitz mit Geschlossenheit und Leidenschaft punkten

Christian Beck hat zwar schon 15 Tore für den 1. FC Magdeburg geschossen, doch beim Drittliga-Aufsteiger ist die Mannschaft der Star. Im heutigen Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC (Stadion an der Gellertstraße, 17 Uhr, live im MDR) setzt der Tabellenvierte vor allem wieder auf seine Geschlossenheit.

Magdeburg l Beste Mannschaft der Rückrunde (zehn Punkte), seit sechs Spielen ungeschlagen, nur noch sieben Zähler vom Saisonziel 43 Punkte entfernt. Der 1. FC Magdeburg will am heutigen Freitag im Ostderby beim Chemnitzer FC (Hinspiel: 2:0) seine Erfolgsserie ausbauen und den nächsten großen Schritt zum Klassenerhalt machen. „Magdeburg hat den Erfolg im Rücken und ist sehr selbstbewusst. Wir müssen in puncto Leidenschaft und Willen alles abrufen“, warnte am Donnerstag CFC-Trainer Karsten Heine und stellte seine Mannschaft auf ein umkämpftes Spiel ein.

Um im Stadion an der Gellerstraße zu bestehen (bis Donnerstag waren 7000 Tickets verkauft), setzen die Gäste vor allem wieder auf ihre mannschaftliche Geschlossenheit, auf Leidenschaft und Kampf um nahezu jeden Meter. Zwar hat der FCM mit Christian Beck neben dem Dresdner Justin Eilers (beide 15 Tore) den herausragenden Stürmer in seinen Reihen. Ansonsten glänzt die Mannschaft von Trainer Jens Härtel vor allem durch ihre große Geschlossen- und Ausgeglichenheit und konnte so die zahlreichen Ausfälle von Stammspielern (u. a. Schiller, Handke, Butzen, Fuchs, Löhmannsröben, Hainault, Malone) während der Runde fast mühelos kompensieren.

Auch für Niklas Brandt ist die Geschlossenheit die hervorstechende Eigenschaft des FCM 2015/16. „Wir helfen und unterstützen uns auf dem Platz super“, so der Mittelfeldmann. Einerseits hat der Erfolg die Mannschaft zusammengeschweißt. „Wir sind als Mannschaft einen steinigen Weg gegangen und wir haben unter Druck viel erreicht“, erklärt Trainer Härtel. Andererseits verstehe sich die Mannschaft auch außerhalb des Platzes gut. „Wir machen viel zusammen, Essen gehen, Bowling, Kino“, berichtet Brandt. Diese soziale Kompetenz und flache Hierarchien machen es auch möglich, dass sich neue Spieler wie Sebastian Ernst schnell erfolgreich integrieren können.

Trainer Härtel hat es zudem bisher geschafft, in seinem 26-köpfigen Kader den Kreis der Unzufriedenen sehr klein zu halten. Durch das Verletzungs-pech sind ohnehin fast alle Spieler auf mehr oder weniger große Einsatzzeiten gekommen. „Er schafft es einfach, den Spielern, die momentan etwas hinten dran sind, das Gefühl zu geben, dass sie zur Mannschaft gehören“, beschreibt Brandt. Härtel: „Die Entscheidungen sollen nachvollziehbar sein. Das gelingt nicht immer. Wir versuchen, eine gewisse Transparenz zu erzielen und fair zu sein. Manchmal ist es für die Jungs nicht so einfach, aber das ist Leistungssport.“

In Chemnitz wollen heute wieder alle gemeinsam jubeln: Trainer, Betreuerstab, Torjäger Beck und seine Mitspieler sowie die Bankdrücker und Reservisten. „Die Chemnitzer stehen unter Druck. Wir müssen ihnen unser Spiel aufdrücken und aggressiv in den Zweikämpfen sein. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir was mitnehmen“, so Brandt weiter.

Volksstimme vom 04.02.2016
Autor: Uwe Tiedemann
Härtel hat keine Angst vor Frahn

FCM selbstbewusst zum Ostderby nach Chemnitz / Gastgeber mächtig unter Druck

Mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein tritt am morgigen Freitag (17 Uhr) Drittliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg in Chemnitz an. „Die Unruhe dort wollen wir nutzen“, machte Club-Trainer Jens Härtel deutlich.

Magdeburg l Die Sachsen, die sich in der Winterpause namhaft verstärkt hatten (u.a. mit Stürmer Daniel Frahn), kamen zuletzt 2:5 in Kiel unter die Räder – und damit der Abstiegszone wieder ein Stück näher. „Das ist sicherlich ein Minivorteil für uns, dass sich der CFC noch nicht gefunden hat und nach dem ausgefallenen Spiel gegen Cottbus und dem Fehlstart in Kiel unter Druck steht“, sagte gestern Härtel, der gleichwohl zu wissen glaubt, was auf seine Blau-Weißen zukommt: „Chemnitz tritt zu Hause ganz anders auf als auswärts, ist vor eigenem Publikum jederzeit in der Lage, den Bock umzustoßen.“

Hinzu kommt: Mit Frahn hat sich ein echter „Knipser“ angeschlossen. Der 28-Jährige kehrte Zweitligist 1. FC Heidenheim in der Winterpause den Rücken und nun quasi in die Heimat zurück, kickte der gebürtige Potsdamer doch schon für Energie Cottbus, Hertha BSC II, SV Babelsberg und RB Leipzig.

Als Frahn in Babelsberg spielte (und 2010 in Liga 3 aufstieg), war Härtel dort unter Dietmar Demuth Co-Trainer. „Vom Namen her war er damals noch ein kleines Licht, doch man hat schon da gesehen, über welch großen Fußball-Sachverstand er verfügt“, blickte Frahn zurück. Jetzt glaubt er an eine große Zukunft Härtels: „Ich gehe davon aus, dass er irgendwann in der 1. oder 2. Liga trainiert.“ (Ein längeres Frahn-Interview gibt es in der Freitag-Ausgabe.)

Auch später liefen sich die beiden noch über den Weg. So, als Frahn nach Leipzig wechselte und Härtel zwei Jahre Cheftrainer beim Berliner AK (2011 bis 2013) war.

Nun kommt es am Freitag erneut zu einem Wiedersehen. Und Härtel weiß: „Daniel ist ein Typ, der quasi mit allen Körperteilen Tore machen kann und dafür auch nicht allzu viele Chancen benötigt. Dennoch hat er momentan nicht den Rhythmus, den er sich wünscht. Trotz seiner Erfahrung ist es da nicht so einfach für ihn.“

In Zahlen sieht das so aus: Frahn kam in Heidenheim in zehn Begegnungen zum Einsatz, spielte insgesamt 515 Minuten (ein Tor). Diese geringe Quote entsprach keinesfalls den Vorstellungen des Topstürmers, der deswegen auch wieder wechseln wollte.

Und der jetzt den FCM ärgern möchte: „Wenn wir Freitag unter Flutlicht im eigenen Stadion Magdeburg schlagen, ist das sicherlich eine Wiedergutmachung für die Niederlage in Kiel und eine deutlich angenehmere Aufgabe als ein Spiel gegen eine U 23.“

Genau das will Härtel verhindern. Und bei allem Respekt vor den Qualitäten des Chemnitzer Hoffnungsträgers verkündete er: „Wir werden versuchen, ihn als Mannschaft zu isolieren, nicht etwa in Manndeckung nehmen.“

Volksstimme vom 04.02.2016
Autor: Thomas Juschus
In der Warteschleife

Neuzugänge Hammann und Kinsombi brauchen noch Geduld

Magdeburg (ju) l Geben die Winter-Neuzugänge Nico Hammann und David Kinsombi am Freitag beim Chemnitzer FC ihr FCM-Debüt? Wohl eher nicht, wie Trainer Jens Härtel glaubhaft versichert. „Beide trainieren sehr gut und haben schon gezeigt, dass sie uns enorm verstärken können“, sagte Härtel am Mittwoch, schränkte aber zugleich ein: „Es wäre natürlich besser gewesen, wenn beide wie Sebastian Ernst die ganze Vorbereitung hätten mitmachen können. Die Anpassung dauert normalerweise schon sechs Wochen.“

Hammann und Kinsombi hängen also weiter in der Warteschleife. Spätestens aber im Testspiel gegen Hannover 96 II (Sonnabend, 11 Uhr) dürfen beide erstmals unter wettkampfähnlichen Bedingungen auflaufen. Härtel: „Das ist eine gute Sache. Da können sich alle beweisen, die momentan hinten dran sind.“

Volksstimme vom 03.02.2016
Autor: Uwe Tiedemann
Der Fluch der späten Gegentore

FCM verpasst besseres Abschneiden / Härtel: Spiele differenziert betrachten

Beim 1:1 gegen Werder Bremen II kassierte Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg den Ausgleich in der 88. Minute. Es ist nicht das erste Mal, dass ein spätes Gegentor fällt. Ist es gar der Fluch der späten Gegentore? Trainer Jens Härtel will davon nichts wissen.

Magdeburg l Bereits sechsmal im bisherigen Saisonverlauf erwischte es die Elbestädter in der Endphase (siehe auch nebenstehende Grafik). Besonders krass ist es dabei gegen Werder Bremens U 23 gelaufen. Im Hinspiel fiel das 1:1, noch dazu abgefälscht, in der 90. Minute, jetzt daheim per Elfmeter in der 88. Minute. Ohne dieses Malheur in den sechs aufgeführten Partien hätte der FCM stolze zehn Punkte mehr.

Fairerweise muss jedoch gesagt werden, dass die Elbestädter ihrerseits auch schon selber späte Tore erzielt und somit so manches Match aus dem Feuer gerissen haben. Gleich zum Saisonauftakt gegen RW Erfurt (2:1) markierte Lars Fuchs den Siegtreffer in der 89. Minute. Anderes Beispiel: Beim 2:2 gegen Energie Cottbus (11. Spieltag) gelang Christian Beck erst in der Nachspielzeit per Foulelfmeter das 2:2. Und das „goldene Tor“ beim 1:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden (14. Spieltag) köpfte Ryan Malone in der 83. Minute.

Härtel hält ohnehin nichts von solchen Aufzählungen: „Das ist mir alles zu plakativ. Keine Frage, diese späten Gegentore sind ärgerlich und tun weh, aber man muss jedes Spiel differenziert betrachten. Und unterm Strich gleichen sich die Dinge wieder an.“

Was den umstrittenen und viel diskutierten Handelfmeter gegen Werder anbetrifft, machte Härtel gestern deutlich: „So ehrlich sollte man sein, dass wir zu dem Ausgleich selbst auch ein paar Prozentpunkte beigetragen haben. Vorher hätte das Foul von Nicolas Hebisch nicht sein müssen, dann Nils Butzen besser klären können und im entscheidenden Moment sich Steffen Puttkammer nicht wegdrehen dürfen. Unabhängig davon war es natürlich eine sehr harte Entscheidung des Schiedsrichters.“

Apropos Schiedsrichter: An den Referees liege es, so Härtel, nicht, dass der Aufsteiger ein paar Punkte hätte mehr haben können: „Im Großen und Ganzen kann man nach 23 Spieltagen feststellen, dass wir nicht wahnsinnig benachteiligt worden sind.“

Ohnehin ist der oberste FCM-Übungsleiter mit dem Abschneiden seiner Mannschaft mehr als zufrieden: „Vielleicht ist es ganz gut so, wo wir jetzt stehen. Alles andere wäre mir auch zu schnell gegangen.“ Und: „Wenn ich mir die Konkurrenz so anschaue, wäre sicher manch einer froh, wenn er so viele Punkte hätte wie wir.“

Die nächste Gelegenheit, die Bilanz weiter zu verbessern (und ein spätes Gegentor zu verhindern) bietet sich am Freitag (17 Uhr), wenn der Club bei den „Himmelblauen“ in Chemnitz ran muss.

Volksstimme vom 02.02.2016
Autor: Uwe Tiedemann
Ernst hat die besten Karten

Von den drei FCM-Neuzugängen schlug Ex-Hannoveraner auf Anhieb ein

Magdeburg l Mit drei neuen Akteuren hatte sich Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg während der Winterpause verstärkt. Das erste Heimspiel 2016 (1:1 gegen Werder Bremen II) erlebte das Trio Sebastian Ernst, Nico Hammann und David Kinsombi dabei auf höchst unterschiedliche Art.

Der von Hannover 96 zum Club gewechselte Ernst stand nach seinem starken Debüt mit zwei Derby-Toren beim HFC (2:1) gegen Werder 82 Minuten auf dem Platz und hinterließ mit seiner frechen, unbekümmerten Spielweise auf der linken Seite erneut einen guten Eindruck. Zu einem Treffer reichte es diesmal jedoch nicht. Die größte Chance hatte der 20-Jährige in der 32. Minute, als Bremens herausragender Keeper Eric Oelschlägel einen strammen 20-m-Flachschuss zur Ecke abwehren konnte.

Trainer Jens Härtel war mit Ernst zufrieden („Es macht Freude, ihm zuzuschauen“), appellierte aber sogleich an den Blondschopf: „Er muss es noch schaffen, ein, zwei Gegenspieler auf sich zu ziehen und dann im richtigen Moment querzulegen.“

Für Hammann erfüllte sich dagegen selbst die Hoffnung auf einen Kurzeinsatz nicht. Der 27-Jährige, der von Zweitligist SV Sandhausen zurückgeholt worden war, musste 90 Minuten lang zuschauen. „Ich hätte ihm gerne ein paar Minuten gegeben. Aber solch eine Einwechslung ist eben immer auch vom Ergebnis abhängig“, sagte Härtel, der bei der lange währenden knappen Führung keine Veranlassung sah, „an der gut funktionierenden Abwehrkette etwas zu verändern“.

Wie sehr die Fans Hammann schon wieder ins Herz geschlossen haben, wurde vor Spielbeginn beim Aufwärmen deutlich, als der komplette Block U den Rückkehrer in Sprechchören feierte („Nico Hammann, Nico Hammann“) und dieser sich mit einem Händeklatschen artig bedankte.

Der Dritte im Bunde, Kinsombi, saß dagegen nicht einmal auf der Bank. „Das war schon o.k. so. Ich habe ja erst am Donnerstag zum ersten Mal mittrainiert und bin gerade dabei, mir die einzelnen Namen zu merken“, sagte der Deutsch-Kongolese, der von Eintracht Frankfurt an den Karlsruher SC verkauft und direkt an den FCM ausgeliehen worden war. Am Sonnabend verfolgte der 20-Jährige die Partie in Zivil.

Während davon auszugehen ist, dass Ernst auch beim bevorstehenden Auswärtsspiel in Chemnitz (Freitag, 17 Uhr) von Beginn an aufläuft, fällt eine Prognose für Hammann und Kinsombi deutlich schwerer. Die Defensive machte ihre Sache ordentlich, so dass Härtel eigentlich keinen Grund zum Wechseln hat. Auch Michel Niemeyer zeigte laut Trainer nach Problemen in Halle ansteigende Form: „Er hat sich verbessert, muss sich allerdings im Spiel nach vorne noch steigern.“ Und Steffen Puttkammer ist nicht gesperrt, sah gegen Werder II nicht wie irrtümlich berichtet seine fünfte Gelbe Karte.

Volksstimme vom 01.02.2016
Autor: Uwe Tiedemann
Zoff um einen Pfiff

FCM hadert nach 1:1 gegen Werder Bremen II mit Erstliga-Schiedsrichter Weiner

Ein Pfiff von Erstliga-Schiedsrichter Michael Weiner in der 88. Minute verdarb am Sonnabend dem FCM beim 1:1 gegen Werder Bremen II die gute Laune und den gesamten Fußball-Nachmittag.

Magdeburg l Da hatten die Platzherren in den ersten 45 Minuten eine Klassepartie abgeliefert, nur kein Tor erzielt, nach dem erlösenden 1:0 durch Tarek Chahed kurz nach dem Wechsel dann aber doch den Sieg vor Augen, ehe ein umstrittener Handelfmeter den Gästen doch noch zum Ausgleich verhalf.

Was war passiert? Nach einem strammen Bremer Schussversuch hatte Weiner bei Steffen Puttkammers Abwehraktion ein Handspiel gesehen und auf Elfmeter entschieden. Rafael Kazior verwandelte im Nachschuss, nachdem Keeper Jan Glinker zunächst abwehren konnte.

„Das war definitiv kein Elfer. Ich mache zwar einen Schritt nach vorn, und der Arm geht hoch, doch der Ball trifft mich von hinten an der Schulter“, beteuerte Puttkammer hinterher und ärgerte sich maßlos: „Das ist auch deswegen so bitter, weil wir gerade in der ersten Halbzeit einen hohen Aufwand betrieben haben.“

Weiners Argument: „Für mich war es wegen der unnatürlichen Handhaltung ein klarer Elfmeter. In solch einer Situation treten andere Parameter in den Hintergrund.“

FCM-Trainer Jens Härtel meinte zu der Szene angefressen: „Es tut weh, wenn ein solcher Pfiff uns zwei Punkte wegnimmt.“ Und: „Es war sehr mutig vom Schiri, da Elfmeter zu geben.“ Den Auftritt seiner Elf insgesamt lobte der 46-Jährige ausdrücklich: „Die Leistung in der ersten Halbzeit kam dem schon sehr nahe, was ich unter Fußball verstehe. Ärgerlich war nur das Ergebnis. Im zweiten Abschnitt hatte Werder mehr und mehr Dampf auf dem Kessel und den Ausgleich auch ein Stück weit provoziert.“

In der 73. Minute war es noch einmal gutgegangen, als das vermeintliche 1:1 wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde. Dafür „klingelte“ es zwei Minuten vor Ultimo. Wie schon im Hinspiel (ebenfalls 1:1) mussten die Elbestädter gegen Werder damit erneut ein spätes Gegentor hinnehmen.

Statt Jubelstimmung unter den knapp 16 000 Zuschauern herrschte so allenthalben Ernüchterung. Da halfen auch die aufmunternden Worte von Gäste-Coach Alexander Nouri wenig: „In solchen Spielen mit besonderer Atmosphäre und Drucksituation können meine Jungs nur wachsen und lernen. So etwas kann man nicht trainieren oder simulieren. Ich hoffe, dass der FCM am Ende die große Überraschung schafft.“

Volksstimme vom 01.02.2016
Autor: Uwe Tiedemann
„Ein atemberaubendes Gefühl“

Nachwuchsmann Tarek Chahed erzielt erstes Saisontor für FCM

Magdeburg (ut) l Auf diesen Moment hatte er lange warten müssen: In seinem 20. Drittligaeinsatz für den FCM gelang Nachwuchsmann Tarek Chahed am Sonnabend gegen Werder Bremen II das erste Saisontor. „Ein atemberaubendes Gefühl“, freute sich der 19-jährige offensive Mittelfeldakteur hinterher.

Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass Gäste-Verteidiger Thore Jacobsen zuvor ein dicker Abwehrklops unterlaufen war und ihm den Ball per Kopf quasi aufgelegt hatte.

Angesichts des späten Gegentreffers zum 1:1-Endstand war die Freude indes ein wenig getrübt: „Ärgerlich, weil wir in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft waren und viele Chancen hatten.“ Eine hochkarätige davon auch durch ihn selber. In der 23. Minute tauchte er nach einem tollen Angriff „knochenfrei“ vorm gegnerischen Tor auf, legte aber auf Christian Beck ab, der per Kopf am überragenden Keeper Eric Oelschlägel scheiterte. Eine tolle, eine sehenswerte Aktion, aber eben kein Tor.

Dennoch gehört Chahed schon jetzt zu den Gewinnern der Saison. Unter Trainer Jens Härtel machte der gebürtige Berliner (Vertrag bis 2017) einen gewaltigen Sprung nach vorn, wird immer selbstbewusster, abgezockter und zweikampfstärker. Was auch Zweitligisten wie der 1. FC Heidenheim, SpVgg Greuther Fürth und Eintracht Braunschweig bereits registriert haben …

Und wie geht es jetzt bei ihm weiter? „Ich muss mich in jedem Training voll reinhauen. Das ist entscheidend für die Aufstellung am Wochenende“, weiß der Torschütze.

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