Volksstimme vom 24.10.2015
Autor: Uwe Tiedemann
SV Wehen Wiesbaden Gast in der MDCC-Arena / Butzens Appell

Zieht man die Statistik zu Rate, ist Drittligist 1. FC Magdeburg im Heimspiel gegen SV Wehen Wiesbaden (Sonnabend, 14 Uhr) Favorit. Doch der Aufsteiger hat einen sowohl unangenehmen als auch unberechenbaren Kontrahenten vor der Brust.

Magdeburg l Der FCM konnte bislang vier seiner sechs Partien in der MDCC-Arena gewinnen, die Hessen sind dagegen mit zwei mageren Pünktchen das auswärtsschwächste Team der Liga. Doch Trainer Jens Härtel warnte eindringlich vor den Gästen, die bis 2007 noch SV Wehen hießen, nach dem Aufstieg in die 2. Liga und der Umsiedlung in die 10 Kilometer entfernte hessische Landeshauptstadt aber in SV Wehen Wiesbaden umbenannt wurden. Einher ging seinerzeit die Ausgliederung der Profiabteilung. „Ich habe sie live in Cottbus beobachtet, wo sie eigentlich hätten klar gewinnen müssen. Und zuletzt gab‘s ein 3:1 über Kiel. Das zeigt, die Mannschaft hat sich gefangen, ist selbstbewusster“, sagte Härtel.

Dass der SVWW auswärts noch nicht gewonnen hat, lässt Gäste-Trainer Sven Demandt kalt. Er machte vor dem Auftritt in Magdeburg seine eigene Rechnung auf: „Je länger eine Serie dauert, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie reißt. Beim 2:2 in Cottbus waren wir schon ganz nah dran“, so der Fußball-Lehrer, der glaubt, was seine Schützlinge brauchen, um zu bestehen: „Ein heißes Herz und einen kühlen Kopf.“

Diese Tugenden will freilich auch der Aufsteiger in die Waagschale werfen. Und Rechts-Verteidiger Nils Butzen legte noch einen drauf: „Alle Spiele im eigenen Stadion standen auf des Messers Schneide, vom Ergebnis gegen Osnabrück (3:0) einmal abgesehen. Aber wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen und aggressiv in die Zweikämpfe gehen, können wir zu Hause jeden Gegner schlagen.“

Auch Härtel will unbedingt den fünften Heimsieg einfahren: „Trotz der hohen individuellen Qualität, über die Wehen Wiesbaden verfügt, heißt es für uns: Gegensteuern und dafür sorgen, dass die drei Punkte in Magdeburg bleiben.“ Dabei kommt dem 46-Jährigen nicht ungelegen, dass Wiesbadens Ideengeber Marc Lorenz gelbgesperrt fehlt.

Übrigens: Unter den FCM-Fans wurde im Laufe der Woche viel darüber diskutiert, dass Erzrivale Hallescher FC nach verpatztem Start und gelungener Aufholjagd als Sechster nun plötzlich vor dem Club in der Tabelle steht. Härtel dazu: „Das sind Dinge, die für mich überhaupt keine Rolle spielen. Entscheidend ist, dass wir unsere Hausaufgaben machen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere