FCM wacht viel zu spät auf

Der 1. FC Magdeburg musste ohne Punkte nach Hause fahren. Zum Rückrundenauftakt der 3. Liga stand ein 1:2 (1:1) bei Fortuna Köln.

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Magdeburg l Es hätte so schön sein können. Mit einem lauten Schrei drehte Felix Schiller in der 26. Minute ab. Er bejubelte gerade das 1:1, das er selbst nach einer verlängerten Ecke von Nico Hammann erzielte. Ausgerechnet Schiller. Für ihn war das Spiel in Köln ganz besonders. Zog er sich doch am 25. August 2015 die bisher schwerste Verletzung seiner Karriere zu – Achillessehnenriss. Es folgte eine lange Pause, er kämpfte sich zurück. Erstmals seit diesem Rückschlag war Schiller jetzt am Sonnabend wieder in Köln und durfte dann sogar ein Tor bejubeln.

Trotzdem mussten Schiller und der FCM nach dem 1:2 null Punkte und einen verpatzten Rückrundenstart verdauen. „Der Nachmittag hatte mit meinem Treffer gut begonnen. Jetzt stehen wir aber ohne Punkte da, das ist natürlich ein schlechtes Gefühl“, ärgerte er sich. „Erstaunlich ist, dass wir die Tugenden, die uns eigentlich stark machen, erst wieder nach dem 1:2 abgerufen haben.“

Immer einen Schritt langsamer

Zuvor nahm der FCM die entscheidenden Zweikämpfe nicht an. „Fortuna Köln war immer einen Schritt schneller und giftiger“, so Schiller. „Wenn wir unsere Stärken nicht so schnell wie möglich wieder zeigen, wird es schwierig, eine ähnliche Serie wie vor der Winterpause zu starten.“

Besonders in der ersten Halbzeit und vor dem 1:2 dominierte Fortuna und hätte durchaus mehr Treffer erzielen können. Hamdi Dahmani (37.), Selcuk Alibaz (61.) und Christopher Theisen (63.) trafen jeweils Aluminium. Das 0:1 war aus Magdeburger Sicht unglücklich. Nachdem Marius Sowislo Cédric Mimbala im Strafraum zu Fall brachte, entschied Schiedsrichter Arne Aarnink auf Elfmeter (23.). Cauly Oliveira Souza schoss gegen den linken Pfosten, von dort sprang die Kugel aber gegen den Rücken des neuen FCM-Stammkeepers Leopold Zingerle ins eigene Tor. „Das war ärgerlich für Leopold. Er hat aber insgesamt eine gute Partie gemacht und auch einige Paraden gezeigt“, sagte Club-Trainer Jens Härtel nach der Partie.

Ärgerlich war auch das 1:2. Nach einem langen Freistoß von Markus Pazurek verwandelte Mimbala mit dem Kopf (63.). Bei jenem Mimbala war sich Fortuna-Coach Uwe Koschinat eigentlich vor dem Spiel gar nicht sicher, ob er ihn spielen lassen soll. „Cédric hat keine gute Vorbereitung gehabt, aber gegen den FCM zweimal spektakulär gerettet sowie entscheidenden Anteil an den Toren. Er hat gezeigt, dass er da ist, wenn wir ihn brauchen“, betonte der Trainer.

Gute Schlussphase

Der positive Ansatz für das kommende Heimspiel des 1. FC Magdeburg am Sonntag (14 Uhr) gegen den FSV Zwickau ist die Schlussphase in Köln. „Wir müssen so weitermachen, wie wir in den letzten 15 Minuten in Köln gespielt haben. Wir dürfen einfach nicht so oft die zweiten Bälle verlieren“, sagte Schiller. Härtel betonte, dass die Schlussphase bei Fortuna der Maßstab sein wird. Der Coach merkte an: „In Köln war der Platz gefroren, es war für die Jungs nicht einfach.“

Es gilt jetzt aber für den FCM, solche Begleitumstände beiseite zu schieben. Bei diesem Unterfangen wird Felix Schiller am Sonntag fehlen – er kassierte in Köln seine fünfte Gelbe Karte und muss deshalb einmal aussetzen.

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