Von Manuel Holscher

Der 1. FC Magdeburg musste enormen Aufwand betreiben, um ins Mannschaftstraining einzusteigen.Dafür ging es nach Schöningen.

Schöningen l Es war ein ungewohnter Anblick. Als der Mannschaftsbus des 1. FC Magdeburg auf dem Parkplatz vor dem Elmstadion in Schöningen hielt, stiegen zehn Spieler mit Mund- und Nasenschutz aus und waren kaum zu erkennen. Zudem war der FCM mit fünf Kleinbussen unterwegs, um in den Fahrzeugen den notwendigen Mindestabstand zu halten.

Kapitän Beck ist skeptisch

Am Dienstag und Mittwoch musste der Club nach Niedersachsen ausweichen, da in Sachsen-Anhalt wegen der Corona-Krise Mannschaftstraining und Wettkampfbetrieb verboten war. „Ein enormer Aufwand, nur um zum Training zu kommen“, sagt FCM-Kapitän Christian Beck.

Schließlich sind es 112 Kilometer vom Hotel nahe Magdeburg, in dem sich die Mannschaft wegen des Hygienekonzeptes sieben Tage aufhalten muss, bis nach Schöningen und zurück.

Trotz der Strapazen waren die Spieler froh, nach mehr als zweieinhalb Monaten endlich wieder reguläres Mannschaftstraining zu haben. „Das ist noch mal etwas ganz anderes als die Einheiten in Kleingruppen. Es geht um andere Bewegungen bei Pässen, bei Torabschlüssen“, erklärt Beck.

Andere Intensität im Teamtraining

Mit Ausnahme von Dominik Ernst, der nach seiner Fuß-Operation in der Reha ist, waren alle Spieler in Schöningen dabei. Zunächst kümmerte sich Fitnesscoach Dirk Keller um das Aufwärmprogramm. Beim Spiel im kleinen Kreis war dann sogar FCM-Sportchef Maik Franz dabei, der den Ball hochhielt und ein paar Pässe spielte. Franz ist dankbar, dass die Stadt Schöningen dem Club das Training im Elmstadion ermöglichte: „Von der Grundfitness waren wir noch selten so gut wie jetzt. Wir haben in den beiden Tagen aber auch gesehen, dass es im Mannschaftstraining mit einer anderen Intensität zur Sache geht als im Kleingruppentraining.“

Gerade für das Raumgefühl seien die Einheiten mit dem gesamten Team wichtig. „Wir können dann auch mal elf gegen elf über den ganzen Platz spielen“, sagt Franz. Und: „Wir haben jetzt viereinhalb Wochen vor uns, die in dieser Form für alle neu sind.“

Wollitz: Noch keine Wettkampffitness

FCM-Trainer Claus-Dieter Wollitz war unterdessen überrascht, dass sich die an sich guten Fitnesswerte der Spieler in den Trainingspartien radikal veränderten: „Es war klar zu sehen, dass wir noch keine Wettkampffitness haben. Die vier Tage Mannschaftstraining haben natürlich nichts mit einer normalen Vorbereitung nach monatelanger Pause zu tun.“

Um die Mannschaft auf Temperatur zu bringen, setzte das Trainerteam gestern nach dem Aufwärmen auf verschiedene Spielformen auf engstem Raum. Im Fünf gegen Fünf mit vier Teams wurde zudem der Wettkampfgedanke geschärft. Hierbei glänzte neben Anthony Roczen, Leon Bell Bell, Sören Bertram und Jürgen Gjasula auch Christian Beck mit einem Treffer. Und der Kapitän hat sich für die restliche Saison eine ganz spezielle Motivation zurechtgelegt: „Wir wollen es jetzt den Mannschaften zeigen, die uns in den vergangenen Wochen Vorwürfe gemacht haben, obwohl wir immer nur die behördlichen Vorgaben befolgt haben. Das gibt uns einen extra Antrieb.“

Stadt erlaubt Spiele in MDCC-Arena

Außerdem sei es das Ziel, in den letzten elf Saisonspielen ein anderes Gesicht als in der bisherigen Saison zu zeigen. „Es gilt zu beweisen, dass wir in der Tabelle da unten nicht hingehören. Diese Chance haben wir jetzt, die Form wollen wir uns über die kommenden Spiele holen“, sagt Beck.

Und ab heute fällt zumindest ein großer Teil des organisatorischen Aufwandes weg. Die Stadt Magdeburg erteilte dem FCM nämlich die Erlaubnis, die Heimspiele in der MDCC-Arena und die Trainingseinheiten hinter der Arena auszutragen.

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