Von Manuel Holscher ›

FCM-Trainer Thomas Hoßmang steht vor der schwierigen Aufgabe, die Mannschaft nach dem 0:1 gegen Aspach wieder aufzurichten.

Magdeburg l Die Suche nach einer Erklärung für den indiskutablen Auftritt beim 0:1 gegen Großaspach stellte Thomas Hoßmang am Sonntag vor eine große Herausforderung. Dem Trainer des 1. FC Magdeburg stand die Enttäuschung direkt nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben. Doch Hoßmang war weit davon entfernt, nach Ausreden zu suchen oder den Kopf hängen zu lassen.

Im Gegenteil: Der Coach sammelte sich rasch und richtete den Blick prompt nach vorne. „Wir müssen jetzt als Team zusammenbleiben, niemand darf auf den anderen zeigen“, sagte er. Und: „Ingolstadt will aufsteigen, deshalb müssen sie am Mittwoch etwas gegen uns machen. Wir wollen dagegenhalten.“

Kein Kampf, keine Handlungsschnelligkeit

Dieses Dagegenhalten sollte im Abstiegskampf eigentlich eine Grundvoraussetzung sein. Doch der Eindruck, den die Mannschaft zuletzt gegen Aspach vermittelte, hatte nur wenig damit zu tun. Den Spielern war auf dem Rasen kaum anzumerken, dass sie mit einem Sieg den Klassenerhalt hätten perfekt machen können. Sie agierten verkrampft, hatten Angst, Fehler zu machen. Dadurch wurden die Beine schwer – keine Spur von Handlungsschnelligkeit.

Klar ist: Für den FCM werden die letzten beiden Spiele zur Nervenprobe, es ist ein Kampf gegen den Krampf. Hoßmang versucht, diese Blockade mit einem Blick auf die Ausgangssituation zu lockern. „Wir haben es weiterhin selbst in der Hand“, sagt er. „Seitdem ich übernommen habe, haben wir eine enorme Drucksituation. Es gilt jetzt, damit umzugehen.“

Immer noch gute Ausgangslage

Die Fakten sollten der Mannschaft eigentlich Mut machen: Schließlich hat der Club bei noch zwei ausstehenden Spielen drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und die mit Abstand beste Tordifferenz aller Teams im Tabellenkeller. Mit einem Sieg in Ingolstadt wäre der FCM definitiv gerettet.

Doch dieser letzte Schritt scheint für die Mannschaft eine enorme Hürde zu sein. Schon beim 0:0 in Unterhaching spielte der Club bis zum Platzverweis ungewohnt ungeordnet und pomadig. Nicht nur die Beine, sondern auch der Kopf ist bei einigen Akteuren offenbar ziemlich schwer.

Belastungen für Kopf und Körper

Für Hoßmang ist das keine große Überraschung. Denn: „Die Jungs sind an der Grenze – vom Körper und vom Kopf. Was hier passiert, ist ja Wahnsinn.“

Was er meint: Für den FCM war es die neunte Partie innerhalb von vier Wochen, Pausen zwischen den Partien sind rar. Allerdings haben natürlich auch die anderen Mannschaften mit diesen Belastungen zu kämpfen.

Enormes Verletzungspech

Was beim FCM erschwerend hinzukommt, ist das enorme Verletzungspech. Die Mannschaft stellt sich fast von alleine auf. Eine Rotation ist kaum möglich, Erholungsphasen gibt es nicht. Mit Sören Bertram (Schulteroperation), Dus­tin Bomheuer (Kreuzbandriss), Tarek Chahed (Knieprobleme), Dominik Ernst (Aufbautraining nach Knöcheloperation), Philipp Harant (Bänderriss im Sprunggelenk), Patrick Möschl (muskuläre Probleme im linken Oberschenkel), Rico Preißinger (zehn Gelbe Karten) und Charles Elie Laprévotte (Rotsperre) fallen in Ingolstadt acht Spieler aus, von denen die meisten in der Startelf stehen könnten. Angeschlagen sind zudem noch Tobias Müller, Mario Kvesic, Timo Perthel und Daniel Steininger.

All das sind zwar Fakten, diese bringen den FCM aber in der heiklen und entscheidenden Saisonphase natürlich nicht weiter.

Team selbst für missliche Lage verantwortlich

Denn die Mannschaft hatte gegen die abgestiegenen Aspacher alle Karten für einen vorzeitigen Klassenerhalt in der Hand. Und hat sich durch die schwache Leistung selbst in die missliche Lage gebracht. FCM-Torhüter Morten Behrens bringt auf den Punkt, was jetzt gefordert ist: „Wir müssen das Aspach-Spiel schnell aus den Köpfen bekommen und wollen unbedingt in Ingolstadt gewinnen. Dafür müssen wir jetzt alles tun.“

Eine Antwort zu “FCM vor Nervenprobe”

  1. Hans-Peter Winkler sagt:

    Das ist nicht mehr der Club. Von gegen Sporting Lissabon 1974 ist hier nichts mehr, keine Tradition kein Powerfussball. Luschen statt Talente, Absteiger statt Pomme und Axel Tyll, von Klaus Decker keine Spur. Besser nun gegen Lok neu anfangen und kämpfen.

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