Von Dennis Uhlemann ›

Magdeburg l Wer einen Beweis dafür suchte, dass der 1. FC Magdeburg trotz der 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden am Samstagnachmittag im Heimspiel der 3. Liga lange die richtige Einstellung an den Tag gelegt hatte, der musste nur einen Blick auf Johannes Wurtz werfen. Der Stürmer von Wiesbaden wurde von den Blau-Weißen ordentlich „bearbeitet“. Nach einer blutenden Wunde am Kopf spielte er zunächst mit einem Turban weiter, musste mit Problemen an der Achillesferse nach 22 Minuten dann aber endgültig runter.

Vor allem Wurtz bekam den großen Einsatz des FCM zu spüren, dem sogar Wehen-Coach Rüdiger Rehm Respekt zollte: „Die Magdeburger waren sehr griffig, giftig und handlungsschnell.“ Auch FCM-Trainer Thomas Hoßmang lobte die Präsenz seines Teams. „Wir waren mutiger und sind ganz anders aufgetreten als am Dienstag“, erkannte er im Vergleich zur 1:3-Pleite gegen den SV Verl eine Steigerung. „Es ist viel aufgegangen von dem, was wir uns vorgenommen haben“, freute sich der 53-Jährige über das hohe Anlaufen und das gute Umschaltspiel seiner Elf.

Wiesbaden nutzt Verunsicherung aus

Nur stand neben all dem Lob eben das Ergebnis im Mittelpunkt. Und das zeigte erneut eine Niederlage für den FCM: 1:2 hieß es trotz eines ordentlichen Auftritts vor 3600 Fans in der MDCC-Arena. Wieder keine Punkte also, wieder keine Stärkung fürs Selbstbewusstsein. Der Grund dafür war schnell gefunden. Nach gut 60 Minuten zog das auswärtsstärkste Team der Liga – jetzt zehn Punkte in vier Spielen – das Tempo an, kam durch Paterson Chato zum Ausgleich (63.), nutzte die anschließende Verunsicherung des FCM und drehte das Spiel durch einen Treffer von Maurice Malone zum 1:2 (74.).

Dabei hatten Hoßmangs taktische und personelle Entscheidungen durchaus einen Effekt. Er stellte sein junges Team nur vereinzelt um und setzte diesmal auf ein 3-4-3-System, in dem wie erwartet Dominik Ernst die rechte Außenposition beackerte. Und mit seiner Körpersprache, wie zuvor angekündigt, zum kämpferischen Auftritt beitrug.

Hoßmang: „Wechsel waren wichtig“

In der Offensive setzte der Coach wieder auf Christian Beck und Luka Sliskovic. Der Kapitän ließ zwar gleich nach vier Minuten eine riesige Doppelchance liegen, sorgte aber ebenso für frischen Wind in der Offensive wie Sliskovic, der kurz vor der Pause zweimal die Führung verpasste (42./45.). Nach dem Seitenwechsel aber legte er mit einem Freistoß das 1:0 von Korbinian Burger auf. „Die Wechsel waren wichtig, die Jungs haben das mehr als ordentlich gemacht“, sagte Hoßmang.

Die Suche nach Gründen, warum die Blau-Weißen dennoch das Spiel aus der Hand geben konnten, fiel bei all den genannten Aspekten schon schwerer. Steckt unterm Strich ein mentales Problem dahinter? Während Hoßmang das herunterspielte – „wir haben nicht gegrübelt“ –, zog Routinier Ernst es zumindest in Betracht: „Ich weiß nicht, ob der Kopf da eine Rolle spielt.“

Nach dem Ausgleich kein Ballbesitz mehr

Zumindest hielt er enttäuscht fest: „Nach dem Ausgleich war unser Mut komplett weg. Wir hatten keine Ballbesitzphasen mehr, haben die Räume nicht erkannt und belaufen und zu oft auf den langen Ball gesetzt.“ Auch die zwei Gegentore waren laut dem 30-Jährigen durchaus zu verhindern.

Doch das gelang nicht. Und auch die anschließenden Offensivbemühungen waren nicht mehr von Erfolg gekrönt, weshalb nach fünf Niederlagen aus sieben Spielen die ernüchternde Bilanz von vier Punkten und Platz 19 bleibt. „Schade, dass wir uns nach so einer Leistung nicht belohnt haben“, bedauerte Hoßmang.

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