Der SC Magdeburg und der 1. FC Magdeburg zählen zu den beliebtesten Vereinen in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Studie.

Von
Janette Beck

Magdeburg l Der „Fanmonitor 2017“ ist eine Analyse der Sportfans in Deutschland. Die von dem renommierten Berliner Unternehmen vorgelegte Studie trifft eine Aussage über die Beliebtheit von Sportarten. Und sie lässt unter anderem auf den Einfluss von TV-Präsenz und Kommerzialisierung im Sport schließen. Grundlage ist eine im Vorjahr durchgeführten Onlinebefragung von 1881 Personen ab 18 Jahre in Deutschland. Die Frage war: Auf einer Skala von 1 (gar nicht) bis 5 (sehr stark), wie sehr interessieren sie sich für die folgenden Clubs?

In der Top-50-Liste wurde das Interesse an allen Clubs und Vereinen aus den ersten Ligen von Basketball, Handball, Eishockey, Frauen-Fußball sowie an den drei höchsten Männer-Fußball-Ligen erfasst (siehe Grafik/Ligazugehörigkeit der Vereine im Oktober 2016). Spitzenreiter der populärsten deutschen Vereinsmannschaften sind erwartungsgemäß die Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund und FC Bayern München. Aber auch Handballclubs und Teams im Frauen-Fußball sind in den Top 50 vertreten – allerdings erst auf den hinteren Rängen. Beliebtester Ostverein ist RB Leipzig (Rang 10), gefolgt von Dynamo Dresden und Union Berlin.

Kurios: Im Ranking liegen der 1. FC Magdeburg, der 4663 Mitglieder zählt und der SC Magdeburg (Gesamtverein 2209 Mitglieder) fast gleichauf: Der Fußballverein belegt Platz 40, ist damit drittpopulärster Drittligaverein hinter Hansa Rostock (35. Platz) und dem inzwischen aufgestiegenen MSV Duisburg (39.). Die Mannschaft von SCM-Cheftrainer Bennet Wiegert folgt direkt hinter dem FCM auf Platz 41. Allerdings schneiden die Handballer innerhalb ihrer Sportart und Liga deutlich besser ab. Hinter dem THW Kiel, der im Gesamtranking Platz 36 belegt, ist der SCM der zweitbeliebteste Handballverein in Deutschland. Manager Marc Schmedt erklärt gegenüber der Volksstimme zum Leuchtturm des Ostens: „Die Studie ist für uns in erster Linie ein Beleg dafür, dass wir im Handball im Osten unbestritten die Nummer eins sind. Das Ergebnis steht offensichtlich unter dem Einfluss des Pokalsieges 2016“, vermutet Schmedt. „Damit haben wir deutschlandweit viel Sympathien gewonnen.“ Die Beliebtheit bestärke den Verein in seinem Bestreben, „den SCM als Marke zu etablieren und weiterzuentwickeln“.

Den Ehrgeiz, dem FCM in naher Zukunft den Rang abzulaufen, habe der Verein nicht, betont der Geschäftsführer: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum FCM. Lieber würde ich den Abstand zum THW Kiel verkürzen.“ Als Handballverein überhaupt in die Phalanx des Profifußballs einzudringen, „der deutlich mehr im Fokus der Öffentlichkeit steht, darauf können wir stolz sein“, meinte Schmedt mit Blick auf den Fakt, dass insgesamt nur vier Handball-Erstligisten in der Top 50 zu finden sind – der Rest sind Proficlubs der Fraktion Fußball.

Während Schmedt die Studie kannte, konnte die Volksstimme FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik mit den guten Neuigkeiten überraschen: „Ich höre zum ersten Mal von dieser Studie, aber es ist schön und positiv zu bewerten, dass wir in der Top 50 zu finden sind.“ Auch, dass der SCM auf Augenhöhe ist, freut Kallnik: „Das ist doch nur gut für die Stadt Magdeburg. Beide Vereine sind bestrebt, ihre Marke stark zu machen.“

Als Konkurrenz betrachtet der FCM-Manager die Handballer nicht: Beide Vereine würden die sportliche und wirtschaftliche Leistung des anderen respektieren und achten, „und beide haben ihre eigenen Fans – wir kriegen bei unseren Heimspielen das Stadion voll und der SCM seine Halle auch. Ich denke, ein Vorwärtskommen beider Clubs funktioniert nur mit einem Miteinander.“

Aus Sicht von Kallnik bedingen sich Erfolg, Bekanntheit und Beliebtheit. „Da gibt es sicher einen direkten Zusammenhang“, erklärt er mit Blick auf die jüngsten Schlagzeilen, für die der Club im Pokal sorgen konnte. Aufgrund von Fanrandalen via TV in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, wie zuletzt der im Ranking vor dem FCM platzierte FC Hansa Rostock, darauf kann und will Kallnik indes gerne verzichten: „Uns liegt daran, eine positive, sympathische Ausstrahlung nach außen hin zu haben – durch unsere sportliche Leistung und durch unsere Fans. Das muss eine Einheit sein.“

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