Der 1. FC Magdeburg blieb in der 2. Bundesliga bisher hinter den Erwartungen zurück. Um die Klasse zu halten, wird der Kader verändert. Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l Mario Kallnik redet nicht gerne drumherum. Wenn es um die sportliche Bilanz des 1. FC Magdeburg in der Zweitliga-Hinrunde geht, sucht er deshalb auch gar nicht nach Ausreden. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, weil wir nur elf Punkte haben“, sagt der FCM-Geschäftsführer.

Neuzugänge haben enttäuscht

Kallnik hat mehrere Gründe ausgemacht. Einen Ansatz sieht er in den durchwachsenen Transfers. Die Erfolgsquote bei den Neuzugängen ist zu klein. „Fakt ist, dass vier von neun Neuzugängen nicht gegriffen haben“, stellt Kallnik fest.

Ein Blick auf die Statistik belegt das: Marius Bülter, Tobias Müller, Rico Preißinger und bis zu seiner Verletzung Aleksandar Ignjovski konnten sich einen Stammplatz erkämpfen. Romain Brégerie machten Verletzungen zu schaffen. Hinter den Erwartungen zurück bleiben hingegen Jasmin Fejzic, Joel Abu Hanna, Manfred Osei Kwadwo und Mergim Berisha. Bei Berisha wurde bereits gehandelt, der Leihvertrag ist aufgelöst worden.

Handke wird in Jena gehandelt

In der Winterpause wird es nun weitere personelle Veränderungen geben. Bis zu drei Neuzugänge sollen im Januar kommen. Und: Neben Berisha werden weitere Spieler abgegeben. Kallnik: „Wir haben Christopher Handke mitgeteilt, dass wir nicht mehr mit ihm planen. Außerdem soll Philipp Harant verliehen werden.“ Harant soll sich mit einer Leihe mittlerweile angefreundet haben – im Sommer sah das noch anders aus. Favorisiert wird ein Wechsel zu Kooperationspartner Germania Halberstadt. Handke wird bei Drittligist Jena gehandelt.

Kallnik setzt bei der Zwischenbilanz nach 18 Spieltagen auf klare Worte. „Ich kann mir nicht erklären, wie eine so dominante Drittliga-Mannschaft nur elf Punkte holt“, sagt er. Es habe in der Hinrunde eine Kette von Fehlern gegeben. Das Team verspielte zu häufig eigene Führungen, vergab zuletzt zahlreiche Torchancen und erlaubte sich leichte Fehler in der Defensive. „Wir müssen Spiele wie in Fürth auch mal über die Zeit bringen“, fordert Kallnik. Da führte der FCM bis zur 89. Minute mit 2:1 – und kassierte noch zwei Gegentore.

Kallnik vom Klassenerhalt überzeugt

Ein weiterer Grund, warum es bei den Blau-Weißen nicht lief: Der Abstiegskampf ist für den gesamten Verein etwas Neues. Viele Jahre ging es für den Club nur bergauf. Höhepunkte waren in der vergangenen Spielzeit die Drittliga-Meisterschaft und der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mittlerweile hat der FCM andere Ziele: Es geht darum, sich als sportlicher Außenseiter in der 2. Liga zu behaupten. „Wir wollen am Ende der Saison über dem Strich stehen. Und das ist auch total realistisch, wenn man auf die Tabelle schaut“, versichert Kallnik. Und: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen. Wie viele Punkte wir dafür brauchen, ist mir völlig egal.“

Deshalb soll der Trainingsauftakt im Januar einem Neustart gleichkommen. „Wir werden uns alle ab dem 3. Januar zusammenraufen, damit wir gemeinsam das Ziel Klassenerhalt erreichen“, betont Kallnik. Der eingeschlagene Weg unter dem Trainer Michael Oenning, der Mitte November Jens Härtel ablöste, soll fortgesetzt und weiter verfeinert werden.

FCM will endlich Ergebnisse

Oenning legt mehr als Härtel Wert auf einen spielerischen Schwerpunkt. Diese Ausrichtung hat in kurzer Zeit auch Fortschritte gebracht. „Wir waren ja zuvor nicht mal in der Lage, Spiele zu dominieren“, sagt Kallnik. Doch auch wenn die Fortschritte sichtbar waren, zählbar waren sie nicht – die Ergebnisse stimmen auch unter dem neuen Trainer nicht. „Wir müssen noch die richtige Balance zwischen spielerischer Dominanz und einer defensiven Stabilität finden“, sagt Mario Kallnik. Denn: „Es muss nicht unser Anspruch sein, einen Gegner über 90 Minuten zu dominieren. Wir müssen im Jahr 2019 die Ergebnisse packen.“

Der „Klassenerhalts-Kampf“, wie ihn Kallnik nennt, soll im neuen Jahr nicht als Belastung, sondern als etwas Positives empfunden werden. Was leichter gesagt ist, als es umzusetzen sein dürfte. „Wir werden die Winterpause nutzen, um die vergangenen Monate zu verdauen. Dann ist es aber an der Zeit, sich auch auf den Kampf um den Klassenerhalt zu freuen. Wir können etwas Großes schaffen. Uns hat doch niemand auf dem Schirm“, stellt er klar.

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