Von Manuel Holscher ›

Für den 1. FC Magdeburg zählt bei Union Berlin nur ein Sieg. Doch Spielgestalter Jan Kirchhoff fällt nun auch noch aus.

Magdeburg l Michael Oenning greift gerne mal in die psychologische Trickkiste. So versprach der Trainer des 1. FC Magdeburg bereits vor drei Wochen, seine Mannschaft zum Essen einzuladen, wenn diese ein Tor nach einer Standardsituation erzielt. Schließlich erspielte sich der FCM immer wieder zahlreiche Standards, traf aber lange nicht.

„Nachtisch“ für die FCM-Profis

Nach dem 2:4 in Bochum war es also soweit. Christian Beck hatte ein Tor nach einer Ecke von Nico Hammann erzielt. „Ich wollte einen neuen Reiz setzen und habe die Jungs erfolgreich bestochen“, sagt Oenning und lacht. „Wenn am Sonntag wieder ein Standardtor fällt, gibt es noch einen Nachtisch obendrauf.“

Vielleicht braucht es in der schwierigen Situation solche Reize. Denn bei allem Spaß ist klar: Der FCM muss am Sonntag bei Union Berlin gewinnen, sonst droht der direkte Abstieg. Ein weiterer Reiz ist deshalb, dass der Club bereits heute, also einen Tag früher als sonst, nach Berlin reist. „Wir wollen uns gezielt auf das eminent wichtige Spiel vorbereiten“, sagt Oenning. „Dadurch wollen wir die Sinne schärfen.“

FCM sucht defensive Stabilität

Der FCM wird in Berlin allerdings nur erfolgreich sein, wenn das Team zur alten Defensivstärke zurückfindet. Diese ging zuletzt verloren: Kassierte der FCM in 13 Partien im Jahr 2019 nur zehn Gegentreffer, waren es allein in Bochum vier. Eine Herausforoderung für den Coach. Zuletzt stellte er die Defensive ohne Not um, das Experiment mit Jan Kirchhoff als Abwehrchef misslang. Entsprechend unzufrieden war Sportchef Maik Franz: „Die Stabilität, die uns ausgezeichnet hatte, haben wir in Bochum nicht gezeigt.“

Um zur gewohnten Stabilität zurückzufinden, ist eine Rückkehr von der Dreier- zur Viererkette wahrscheinlich. Mit Timo Perthel, der in Bochum gelbgesperrt fehlte, kehrt der Linksverteidiger zurück. Tobias Müller und Dennis Erdmann harmonierten zudem in der Innenverteidigung. Auf der rechten Seite könnten Tarek Chahed oder Björn Rother verteidigen.

Oenning muss FCM-Team umbauen

Ob er will oder nicht – Michael Oenning muss auf jeden Fall umbauen: Nach dem Ausfall von Charles Elie Laprévotte, der wegen eines Bänderrisses rund sechs Wochen fehlt, muss der FCM nun auch noch auf Jan Kirchhoff verzichten. Der Mittelfeldstratege zog sich einen Muskelfaserriss in der Wade zu und wird in dieser Spielzeit nicht mehr auflaufen können. Für ihn wird Nico Hammann oder Aleksandar Ignjovski spielen.

Unabhängig von der personellen Situation hält der Coach aber nichts von Prognosen oder Szenarien vor dem Ostderby in Berlin. „In dieser Woche habe ich gelernt, dass Fußball ganz anders ist, als man sich das immer vorstellt“, sagt er mit Blick auf die spektakulären Aufholjagten von Liverpool und Tottenham in ihren Champions-League-Halbfinals.

Mit dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, könne die Mannschaft gut umgehen. „Ich bin sehr positiv, dass wir zu jeder Überraschung fähig sind, wenn wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen. Noch haben wir eine Chance auf den Klassenerhalt, das lassen wir uns auch nicht wegreden“, versichert Oenning und ergänzt mit einem Lächeln: „Ich habe meinen Jungs gesagt: Macht euch keine Sorgen, Derby kann ich, das funktioniert.“

Eine Antwort zu “FCM-Trainer Oenning setzt neue Reize”

  1. berlinerFCMfsn sagt:

    oenning war von Anfang an,,, genauso planlos wie haertel..
    Fazit oenning und die bfc huren RAUS aus magDEburg

    Gruss aus Berlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere