Beim 1. FC Magdeburg wird nach dem Fehlstart Ursachenforschung betrieben. Kernfrage: Wo ist die Leichtigkeit geblieben?

Von
Hans-Joachim Malli

Magdeburg l Schon nach dem 0:0 gegen den SV Meppen betonte Trainer Jens HĂ€rtel, dass dem Team derzeit die Leichtigkeit fehle. Nach der 0:1-Niederlage in WĂŒrzburg erklĂ€rte der 48-JĂ€hrige, „sich durchzukombinieren und durchzuspielen, ist uns zu selten gelungen“.

NatĂŒrlich waren die Blau-Weißen nach dem dummen Elfmeter-Tor kurz vor der Pause gefrustet, kassierte KapitĂ€n Christian Beck zwei Minuten vor Schluss noch Gelb wegen Meckerns. DafĂŒr hatte sein Coach durchaus VerstĂ€ndnis: „Das ist irgendwie natĂŒrlich, wenn man nicht so gut drin ist. Allerdings ging auch jede 50:50-Entscheidung in ihre Richtung.“

Erfurt-Spiel hÀngt in Kleidern

Warum sein Team im „Haifischbecken 3. Liga“ nach der Winterpause noch nicht die stets durch ihn geforderten und auch nötigen 100 Prozent abrufen konnten, ist auch fĂŒr HĂ€rtel ein RĂ€tsel. An der zumindest organisatorisch nicht optimal verlaufenen Vorbereitung mit dem aufwendigen England-Kurztrip liegt es nach Meinung des Trainers jedenfalls nicht: „Uns hĂ€ngt natĂŒrlich das Erfurt-Spiel (1:3 nach 1:0-FĂŒhrung/d.Red.) schon noch in den Kleidern, weil wir uns dadurch unter Zugzwang gebracht haben, wo es nicht notwendig war.“

Auch Abwehrkante Felix Schiller, der Sonnabend zu seinem ersten Einsatz in diesem Jahr kam, sieht in der Wintervorbereitung kein Problem: „So eine Ausrede dĂŒrfen wir jetzt nicht suchen. Wir hatten letztes Jahr perfekte Bedingungen in Spanien, haben aber eine richtig schlechte Vorbereitung gespielt, sind schlecht aus dem Winter gekommen. Jetzt haben wir eine gute Vorbereitung gespielt, sowohl in England als auch in Cottbus. Wir haben gut trainiert und mĂŒssen uns jetzt einfach wieder fangen und irgendwie auf diese Erfolgswelle wieder aufspringen.“

FĂŒr HĂ€rtel, der sich in WĂŒrzburg durch seinen Trainerkollegen Michael Schiele in Sachen Taktik schon etwas ĂŒberrumpelt gefĂŒhlt haben muss, weil die Kickers im Gegensatz zum 0:1 in MĂŒnster die beiden erfahrenen Mittelfeldakteure Marco Königs und Simon Skarlatidis zunĂ€chst draußen ließen, ist sowieso die Einstellung prinzipiell wichtiger als die Taktik.

Viele VertrÀge laufen aus

Spielen da möglicherweise die im Sommer auslaufenden VertrĂ€ge von Jan Glinker, Felix Schiller, Dennis Erdmann, Tobias Schwede, Richard Weil, Marius Sowislo, Julius DĂŒker, Mario Seidel und Florian Pick – die alle in WĂŒrzburg spielten bzw. auf der Bank saßen – eine Rolle? Oder gar der kolportierte PrĂ€mienzoff auf der Vereins-Weihnachtsfeier am 16. Dezember nach dem Spiel gegen Großaspach?

Nach dem freien Montag stieg die Mannschaft am ge-strigen Dienstag wieder ins Training ein, absolvierte zwei Einheiten, morgens Krafttraining im Freizeitbad „Nemo“, nachmittags auf dem Platz. Bis auf Rekonvaleszent Tarek Chahed waren alle dabei, wollen am Sonnabend (14 Uhr) gegen den zuletzt zweimal siegreichen SC Preußen MĂŒnster den Bock umstoßen. „Wir mĂŒssen da von der ersten Minute an prĂ€sent sein und uns zeigen“, fordert HĂ€rtel von seinen Profis ein.

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