Marcel Costly ist beim 1. FC Magdeburg in der Saison angekommen. Zuletzt in Kiel brachte er seine Stärken über weite Strecken ein.

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Magdeburg l Das FCM-Spiel in Kiel ist für Marcel Costly ein Befreiungsschlag gewesen. Der 22-Jährige wirbelte auf der linken Seite, stellte die Norddeutschen mit seiner Schnelligkeit immer wieder vor große Probleme.

Meffert „klaut“ Tor

Trotzdem wusste Costly nach dem Abpfiff nicht so recht, wohin er mit seinen Emotionen sollte. Die Niederlage tat weh, außerdem verpasste er es, sich durch ein Tor oder eine Vorlage in die Scorerliste einzutragen. Schuld daran war er einmal selbst, als er knapp links am Tor vorbeischoss. Kurz danach war mit Jonas Meffert allerdings ein Kieler der Schuldige, als er den frei durchlaufenden Costly foulte.

War es eine Notbremse? Diese Frage beschäftigte den Gefoulten und ließ einen ganz neuen Charakterzug in ihm zum Vorschein kommen: fassungslosen Ärger. „Für mich war das eine klare Rote Karte. Ich war durch, habe links im Augenwinkel niemanden mehr gesehen. Ich wäre auf jeden Fall auf das Tor zugelaufen“, sagte er und setzte enttäuscht nach: „Der Schiedsrichter hat es aber wieder anders gesehen. Mit solchen Entscheidungen haben wir momentan leider etwas Pech.“

Für Costly wäre es die große Möglichkeit zu seinem ersten Zweitligator gewesen. Es wäre die große Gelegenheit gewesen, den FCM in Führung zu bringen und seine bis dahin gute Leistung zu krönen.

Costly setzt Zeichen

Trotz der Enttäuschung über die Niederlage und das verpasste Tor hat der Offensivspieler in Kiel aber ein klares Zeichen gesetzt. Er hat die Form der Vorsaison, als er oft fulminant seine Gegenspieler stehenließ, wieder auf den Platz gebracht. Costlys Stärken sind Schnelligkeit und Gradlinigkeit. Jeder Pass, jedes Dribbling ist überlegt, dient einem weiteren, überlegten Ziel. Mit zwei Toren und fünf Vorlagen in nur 13 Spielen war er seit seinem Wechsel in der Winterpause vom FSV Mainz II nach Magdeburg ein Leistungsträger.

Wie alle anderen Mannschaftskollegen musste aber auch Costly sich erst mal an die neue Umgebung in der 2. Liga gewöhnen. Das gelang ihm auf der ungewohnten linken Seite zunächst nur bedingt – bis Kiel. „Ich komme immer besser ins Spiel, steigere mich von Partie zu Partie. Es funktioniert jetzt sogar über links“, sagt er und schmunzelt. „Ich würde mich nur freuen, wenn ich bald mein erstes Tor mache.“

Bald wieder auf der rechten Seite?

In der vergangenen Saison hat er seine besten Spiele auf der rechten Seite im Dreiersturm gemacht. Da Philip Türpitz momentan mit seinen Leistungen zu kämpfen hat, könnte Costly dort bereits im nächsten Heimspiel gegen Bielefeld sein Comeback feiern und Marius Bülter auf der linken Seite eine Chance bekommen. „Mir ist wichtig, dass ich auf dem Rasen stehe. Grundsätzlich kann ich auf der rechten Seite alle Positionen spielen“, sagt Costly. Ob Rechtsverteidiger, im rechten Mittelfeld oder eben ganz vorne im Sturm – für den Spieler mit der Rückennummer 9 ist die Position zweitrangig. Für das Team und für ihn gilt gleichermaßen: „Wir müssen jetzt einfach weiter dranbleiben.“

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