Von Manuel Holscher ›

Der 1. FC Magdeburg will mit einem personellen Stühlerücken die Grundlagen für den Drittliga-Klassenerhalt legen.

Magdeburg l Mit einem Mund- und Nasenschutz bekleidet machten sich Thomas Hoßmang und Matthias Mincu am Donnerstag um 14.35 Uhr auf den Weg zum Trainingsplatz. Der neue Trainer des 1. FC Magdeburg und sein Co sollen beim Club vorerst bis zum Saisonende an der Seitenlinie stehen und den FCM vor dem Abstieg aus der 3. Liga bewahren.

Matthias Mincu wird Co-Trainer

Direkt zu Beginn der Einheit übernahm Mincu, der sonst eigentlich U-19-Trainer beim FCM ist, das Kommando, leitete mit klaren Anweisungen durch das Aufwärmprogramm. Hoßmang schaute genau hin, führte immer wieder Einzelgespräche, unter anderem mit Kapitän Christian Beck, Jürgen Gjasula und Timo Perthel. „Mein erster Eindruck im Training war sehr gut. Die Spieler müssen im Kopf frei sein. Sie sollen Spaß haben und Prinzipien an die Hand bekommen“, sagte Hoßmang. „Wir haben ihnen deshalb ein paar defensive und offensive Abläufe an die Hand gegeben, an denen sie sich orientieren können.“

Auch Mario Kallnik schaute sich die erste Einheit des neuen Coaches an. Der FCM-Geschäftsführer, der bis Saisonende in Personalunion auch sportlicher Leiter sein wird, betonte, dass nach dem Rostock-Spiel gehandelt werden musste. Unter Ex-Coach Claus-Dieter Wollitz holte das Team nur zehn Punkte in elf Spielen. Deshalb folgte am Mittwochabend nach einem langen Gespräch die Trennung. „Die Leistung der Mannschaft in Rostock war alarmierend. Es geht jetzt nur um den Klassenerhalt des 1. FC Magdeburg“, betonte Kallnik. Denn die Lage ist ernst: Bei noch sieben ausstehenden Spielen in der 3. Liga hat der Club nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Auch Renno freigestellt

Mitten in dieser schwierigen Situation stellt sich der FCM jetzt neu auf. Neben Wollitz wurde nämlich auch dessen Assistent René Renno freigestellt. Zudem ist Maik Franz nicht mehr Sportchef, diese Aufgabe übernimmt bis Saisonende Kallnik. „Wir haben uns ganz bewusst für diese personellen Wechsel entschieden, um einen Neustart, einen Umbruch einzuleiten“, sagte der Geschäftsführer.

Mit Blick auf die jüngste Vergangenheit gab sich Kallnik selbstkritisch: „Wir waren in den vergangenen zwei Jahren nicht erfolgreich und haben Fehler gemacht. Als Geschäftsführer gehe ich da voran, sehe mich in der Hauptverantwortung. Deshalb bin ich froh, dass ich jetzt die Chance bekomme, gemeinsam mit Thomas Hoßmang zu gestalten und nah an der Mannschaft zu sein. Ich habe Thomas vorgeschlagen, weil ich davon überzeugt bin, dass wir gemeinsam erfolgreich sein werden.“

Bleibt Franz in anderer Funktion?

Maik Franz soll dem FCM übrigens wenn möglich in einer anderen Funktion erhalten bleiben. „Maik hatte einen großen Anteil daran, dass wir in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind. Wir werden uns in den kommenden Tagen zusammensetzen, um über eine weitere Zusammenarbeit zu sprechen“, sagte Kallnik.

Die starke Kritik, der sich Franz zuletzt ausgesetzt sah, stimmte Kallnik nachdenklich: „Mir ging die heftige Kritik an Maik sehr nahe. Ohne Zweifel haben wir Fehler gemacht, sonst wäre die Entwicklung nicht so negativ gewesen. Deshalb haben wir auch gehandelt. Trotzdem war die Kritik teilweise weit unter die Gürtellinie. Einige sollten sich hinterfragen, ob das angemessen war.“

Nach dem personellen Beben geht der Blick jetzt aber vorrangig auf das eminent wichtige Heimspiel am Sonnabend (14 Uhr) gegen Viktoria Köln. „Wir müssen jetzt die Werte zurückbringen, für die der FCM jahrelang stand. Es geht um Einsatz, Leidenschaft und Teamgeist“, betonte der Geschäftsführer.

Hoßmang könnte länger bleiben

Sollte die Mission Klassenerhalt gelingen, könnte es dann auch sein, dass Hoßmang länger bleibt. „Grundsätzlich ist geplant, dass Thomas nach der Saison zurück ins Nachwuchsleistungszentrum geht. Wenn er aber sehr erfolgreich arbeitet, ist auch ein längeres Engagement nicht ausgeschlossen“, verriet Kallnik.

Von solchen Diskussionen wollte Hoßmang gestern aber nichts wissen. Denn: „Ich habe einen klaren Auftrag. Ich bin bis zum Saisonende Interimstrainer. Es geht jetzt um das Heimspiel gegen Viktoria Köln. Wir müssen die Bereitschaft auf den Platz bringen, um als Mannschaft erfolgreich zu sein.“

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