In der Volksstimmen-Serie „Unser Aufstiegsjahr“ sprechen Christian Beck und Nils Butzen über die Aufstiegs- und Drittliga-Meistersaison.

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Magdeburg l Nils Butzen war der „Meistermacher“ des FCM in Lotte. Durch seinen Treffer in der 88. Minute, sein zweites Saisontor, schob sich der Club in der Tabelle wieder an Paderborn vorbei und sicherte sich den Meisterpokal. „In der letzten Aufstiegssaison habe ich ja auch zwei Tore gemacht. Deshalb fehlte jetzt noch eins. Ich verstehe gar nicht, warum alle so rumgezittert haben. Es war klar, dass ich noch einen Treffer machen muss, sonst passt das mit der Aufstiegsregel nicht“, sagte Butzen mit einem breiten Lächeln im Gesicht. „Wir haben deshalb im Vorfeld schon geflachst.“

Die vergangenen Wochen waren beim FCM von Feierlichkeiten rund um den vorzeitigen Aufstieg in die 2. Bundesliga bestimmt. Das ging am 21. April nach dem 2:0 gegen Fortuna Köln los, als der Club den Aufstieg perfekt machte. Tausende Fans stürmten auf den Rasen und feierten zusammen mit den Spielern. Auch in den Tagen danach wurde dieser historische Erfolg immer wieder ordentlich gefeiert, beispielsweise mit einer Fanfeier im AMO, der Party während des Lotte-Spiels und nach der Partie in Magdeburg an der MDCC-Arena, bei der rund 8000 Anhänger dabei waren. Zuletzt waren 15 Spieler auf Mallorca und ließen es sich dort gutgehen.

Zwiespältige Gefühle über Rathausempfang

Durchwachsene Gefühle rief dagegen der Rathausempfang bei Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) nach dem Chemnitz-Heimspiel hervor. „Wir wandern gerade von einer Feierlichkeit zur nächsten. Es war vielleicht nicht alles ganz optimal, gerade was den Empfang auf den Rathausplatz angeht“, sagt Butzen. „Für mich sollte es eigentlich noch mal ein emotionales Highlight werden, es war aber meiner Meinung nach eine peinliche Veranstaltung. Es ist traurig, dass nur so wenig Fans dort waren.“ Zum Rathausempfang, der eher ein Familienfest als eine Party war, kamen rund 4000 Fans. Ansonsten sei es zuletzt aber durchweg schön gewesen. „Wir saugen das gerade alles auf, auch wenn die Zeit leider viel zu schnell vorbei ist“, erklärt der 25-jährige Butzen und bekommt Zustimmung von Beck: „Wir genießen jeden Moment.“

Der Auftakt der Feierwochen wurde gegen Fortuna Köln gemacht. Es war eine Partie wie gemacht für einen solchen Erfolg. Das Wetter spielte mit, die MDCC-Arena war ausverkauft und der FCM konnte den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen. „Wir als Mannschaft hatten nie damit gerechnet, dass wir es schon gegen Köln klarmachen konnten“, sagt Torjäger Christian Beck. „Als es dann aber möglich war, wollten wir diese Partie unbedingt gewinnen. Nach dem Sieg und dem Aufstieg habe ich noch einige Tage gebraucht, um zu realisieren, was wir eigentlich geschafft haben. Es ist grandios.“

Nicht mit Offenbach vergleichbar

Nach dem großen Vorsprung zur Winterpause rechnete Butzen zwischenzeitlich mal aus, wann der Club vielleicht aufsteigen könnte. „Ich hatte die Partie in Halle als Aufstiegsspiel im Kopf. Die Partie gegen Köln hatte ich nicht auf dem Schirm“, gibt er zu. „Nach unserer Schwächephase zu Rückrundenbeginn hatten wir dann die Serie, auf die wir gehofft hatten.“

Die Emotionen nach dem Aufstieg seien aber nicht so ganz mit 2015, als sich der FCM in der Relegation gegen Kickers Offenbach durchsetzte, vergleichbar. „Nach dem Abpfiff gegen Köln war es plötzlich so, dass wir es geschafft haben und alle Zuschauer auf den Rasen rannten. Das war emotional schon anders als gegen Offenbach“, so Butzen.

Wichtige Spiele gewonnen

Beide betonen aber, dass sie sich aber natürlich trotzdem unglaublich gefreut haben. „Es ist vor allem etwas Besonderes, wenn man überlegt, wo wir herkommen“, erklärt Beck. Butzen stieß 2011 aus dem eigenen Nachwuchs in die Profimannschaft, Beck wurde in der Winterpause 2013 von Ex-Trainer Andreas Petersen verpflichtet. „Damals haben wir gedacht, dass der Aufstieg in die 3. Liga das Maximum ist“, sagt Butzen. „Niemand hat 2015 daran gedacht, dass wir irgendwann mal in der 2. Bundesliga spielen werden.“

Der Unterschied zu den vergangenen beiden Jahren sei laut Beck gewesen, dass der Club diesmal die wichtigen und engen Spiele gewonnen hat. „Jeder hat sich zurückgenommen, an die Mannschaft und nicht an sich gedacht. Das war eines unserer Erfolgsrezepte“, sagt der 30-jährige Torjäger. „Die Mannschaft ist im Kern seit vielen Jahren zusammen. Wir wollten es unbedingt schaffen. Wir haben auch in vielen Spiele, die knapp ausgingen, den Gegner trotzdem im Griff gehabt“, ergänzt Butzen. „Es war eine sensationelle Saison.“

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