Von Manuel Holscher ›

Zwei Spiele Abstiegskampf und Abstiegsangst: Marius Bülter vom 1. FC Magdeburg hat gezeigt, dass er mit großem Druck umgehen kann.

Magdeburg l Den freien Montag nutzte Marius Bülter für einen Kurztrip zu seiner Freundin nach Diepholz bei Osnabrück. „Ich konnte ein bisschen abschalten, das hat gutgetan“, sagt er. Dieses Abschalten war dringend notwendig, schließlich galt es, das 2:4 in Bochum und den Fall auf einen direkten Abstiegsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga zu verdauen.

„Diese Niederlage tat besonders weh“, gibt er zu. Aber: „Ich bin davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen können.“

Grundlage dafür wäre ein Sieg am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) beim Aufstiegskandidaten Union Berlin. Ein Spiel, in dem Bülter als Kämpfer im Abstiegskampf besonders gefordert sein wird. Er ist in dieser Saison einer der konstantesten Spieler beim FCM. „Ich schaffe es momentan, auf den Punkt da zu sein, mit dem Anpfiff meine Leistung abzurufen. Ich habe auch keine Angst vor dem Spiel in Berlin. Ich freue mich vielmehr auf die Stimmung, auf das, was wir schaffen können“, sagt er.

Diese Lockerheit, die Bülter im Abstiegskampf zeigt, macht ihn für den Club besonders wertvoll. Auch in Bochum war er der beste Magdeburger auf dem Feld. Er hatte auf der linken Seite 85 Ballkontakte, schoss siebenmal auf das gegnerische Tor und erzielte einen Treffer. Zudem kamen 74 Prozent seiner Pässe an, er gewann 56 Prozent seiner Zweikämpfe.

Immer wieder für eine Überraschung gut

Bülter vereint physische Stärke mit technischer Finesse. In 31 Spielen erzielte er vier Tore und verbuchte vier Vorlagen. „Marius ist bei uns seit Wochen ein Spieler, der für Überraschungen sorgen kann“, lobt FCM-Sportchef Maik Franz. „Er bringt Leidenschaft und Einstellung auf den Platz. Genau das brauchen wir in den letzten beiden Spielen, um die Relegation doch noch zu erreichen.“ Und Franz ist überzeugt, dass Bülter auf der Zielgerade der Saison eine entscheidende Rolle einnehmen kann. „Er ist total fokussiert und willensstark“, betont Franz. „Immer, wenn er auf dem Rasen steht, will er zeigen, was er drauf hat. Das ist die pure Freude am Spiel.“

Dass Marius Bülter mit dem großen Druck fast schon spielerisch umgeht, dürfte auch in seiner Biografie begründet sein. Der 26-Jährige schaffte erst im vergangenen Sommer den Sprung in den Profifußball, spielte vor seinem Wechsel zum FCM vier Jahre beim Regionalligisten SV Rödinghausen. Kürzlich schloss er ein Maschinenbau-Stadium ab, eine Profikarriere war lange gar nicht absehbar. Nach seinem Sprung in die 2. Bundesliga war er deshalb zunächst zurückhaltend. „Ich freue mich über jede Minute, in der ich auf dem Platz stehe“, sagte er im Herbst 2018.

Mit den persönlichen Erfolgen sind die Ansprüche allerdings gestiegen. Bülter hat gemerkt, dass er mithalten kann, hat häufig Akzente gesetzt. „Marius kommt fußballerisch über den zweiten Bildungsweg, hat die Lust, sich permanent weiterzuentwickeln“, sagt Franz. Was er meint: Bülter besuchte kein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ), wurde als Jugendlicher nicht von einem großen Verein entdeckt.

Aufgrund seines steilen sportlichen Aufstiegs in dieser Saison hat Marius Bülter aber auch andere Zweitligisten auf sich aufmerksam gemacht. Davon will der Hochgelobte aber momentan überhaupt nichts wissen. Beim Club hat er noch einen Vertrag bis Sommer 2020, der auch für die 3. Liga gilt. „Wir wollen jetzt unbedingt in der 2. Liga bleiben. Ich fokussiere mich gerade nur auf die letzten beiden Spiele“, sagt er.

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